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Sommerwiederholungen 11 (31.07.11 - 11.09.11)

 Roberto Scarpinato Roberto Scarpinato
Organisiertes Verbrechen: die Kriminalität im 3. Jahrtausend

Sendezeit: So 31.07.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 24.10.2010


Eine Kehrseite der globalisierten Welt ist die Verbreitung grenzüberschreitender Organisierter Kriminalität. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer machten sich die Akteure des Organisierten Verbrechens die neuen politischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen zunutze, um transnationale Netzwerke aufzubauen. Dabei geht es inzwischen längst nicht mehr nur um Waffenschmuggel, Frauenhandel oder Drogengeschäfte. Von der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen, sickert die Organisierte Kriminalität in fast alle Lebensbereiche ein. Schätzungen zufolge stammen etwa 20 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts aus kriminellen Aktivitäten. Verhaftet in den Grenzen ihrer jeweiligen territorialen Souveränität, vermögen es die Staaten nicht mehr, die global agierende Wirtschaft zu kontrollieren. Private Interessen gewinnen immer mehr Einfluss auch auf politische Entscheidungen. Der Vortrag von Roberto Scarpinato gibt Einblicke in die Geschichte und die aktuellen Ausprägungen dieses weltweiten Problems.



Prof. Dr. Hans Tietmeyer Prof. Dr. Hans Tietmeyer
Überlegungen zur Internationalen Finanzarchitektur

Sendezeit: So 07.08.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 21.02.2010


Zu den zentralen Ursachen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise gehören auch die unterschiedlichen nationalen Regeln für die Finanzinstitute. Wohl hat es in den vergangenen Jahrzehnten schon Bemühungen um mehr Gemeinsamkeiten in den Regelwerken gegeben; die unterschiedlichen nationalen Traditionen, Strukturen und Präferenzen haben diesen Ansätzen jedoch bisher zu enge Grenzen gesetzt. Die Globalisierung der Finanzmärkte hat diese Defizite inzwischen zunehmend offen gelegt und zugleich weltweit gefährliche Ansteckungseffekte aufgrund von nicht genügend kontrollierten Risikoanhäufungen ausgelöst. Das internationale Finanzwesen braucht in Zukunft dringend nicht nur eine regelmäßige Überwachung der nationalen Währungspolitiken, sondern auch eine Überwachung der Regelwerke für die am Markt tätigen Finanzinstitute.



Prof. Dr. Joachim Starbatty Prof. Dr. Joachim Starbatty
Geld verdirbt den Charakter. Wie es zu den Exzessen in der Welt des Geldes gekommen ist

Sendezeit: So 14.08.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 13.03.2011


Die derzeitige Finanzkrise wird gern auf die Gier und das moralische Versagen in der Banken- und Finanzwelt zurückgeführt. Die Anreizsysteme belohnten risikoreiches Handeln, die großen Zentralbanken stellten dermaßen billiges Geld zur Verfügung, dass kein Zweifel an ewiger Prosperität aufkam. Als schließlich die Blasen platzten, stürzten sie die Finanz- und Realwirtschaft in eine tiefe Depression. Es steht zu befürchten, dass wir noch lange nicht am Ende dieser Durststrecke angelangt sind.



Prof. Dr. Paul Kirchhof Prof. Dr. Paul Kirchhof
Die Gefährdung staatlicher Souveränität durch die Finanzkrise

Sendezeit: So 21.08.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 20.03.2011


Eine vermöge ihres Geldkapitals herrschende Schicht überlässt ihr Eigentum zinspflichtig dem Staat, gewinnt mit diesem Kapital Herrschaft über Staat und Wirtschaft, auch über konkurrierende kleinere Unternehmen, festigt dieses System durch Abhängigkeitsverhältnisse. Der Staat gerät durch wachsende Verschuldung immer mehr in die Schuld des Finanzmarkts, muss sich von Ratingagenturen prüfen lassen, sieht sich Gegenleistungspflichten oder Gegenleistungszwängen bis hin zu Rettungsschirmen ausgesetzt. „Systemische“ Gefährdungen nehmen verfassungsrechtlichen Entscheidungs- und Kontrollkompetenzen ihre Wirkung. Die Vorwegnahme zukünftiger Steuerkraft verengt den Handlungsraum nachfolgender Staatsorgane. Die Finanzkrise muss als eine Gefährdung moderner Staatlichkeit begriffen werden.



Prof. Dr. Jürgen Wertheimer Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Wie viel ist der Mensch wert?

Sendezeit: So 28.08.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 20.02.2011


„Wie viel ist ein Mensch wert?“ – Was für eine Frage! Als ob man ein Menschenleben mit Geld aufwiegen könnte. Nun, man kann. Man kann es nicht nur, man tut es. Alle tun es. Tagtäglich: Rentenversicherungsanstalten, Krankenkassen, Börsen. Regierungen, wenn sie um die Höhe von Lösegeldern verhandeln, Kliniken, wenn sie berechnen, welche Maßnahme sich für welchen Fall – noch – rechnet. Etwas in uns rechnet immer nach und fragt dauernd, wenngleich häufig fast unhörbar: „Lohnt sich das?“ Normalerweise wird dieser schnöde materialistische Kern unseres Alltags unter einer Menge humanistischer Floskeln verborgen. Nur die Literatur führt nüchtern Bilanz über unser Kosten-Nutzen-Denken ...



Prof. Dr. Ulrich Beer Prof. Dr. Ulrich Beer
Zivilcourage – in Deutschland ein Fremdwort!?

Sendezeit: So 04.09.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 11.11.2007


"Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt", sagte Bismarck, der damit dieses Wort in die deutsche Sprache einführte. Heute ist es zwar in aller Munde, aber dennoch ein Fremdwort geblieben. Merkwürdig, dass Zivilcourage als Tugend sich allgemeiner Wertschätzung erfreut, ebenso wie die mit ihr untrennbar verbundene Wahrheitsliebe. Das gilt jedoch nur im Allgemeinen; im Einzelfall, wenn sie sich - und sonst wäre sie keine Courage - gegen anerkannte Mächte und Meinungen wendet, ist sie weniger populär. Denn in solchen Situationen kann es riskant sein, Wahrheiten beim Namen zu nennen. Gegen Missstände - ob im Alltag des einzelnen Bürgers oder bei Entscheidungen von öffentlicher Bedeutung und politischer Tragweite - nicht anzugehen heißt aber, den Missbrauch von Macht zu dulden und damit zu rechtfertigen.



Dr. Margot Käßmann Dr. Margot Käßmann
In der Mitte des Lebens. Balance finden – zu Neuem aufbrechen

Sendezeit: So 11.09.2011, 08:00h
Erstausstrahlung: So 19.09.2010


Lebensmitte - ein guter Teil des Lebens liegt hinter uns, viele Entscheidungen sind getroffen, aber wir haben auch noch einiges vor uns. Es ist Zeit, innezuhalten und einen klaren Blick auf das eigene Leben zu werfen: Habe ich meine Talente genutzt? Gehe ich gut mit der mir gegebenen Zeit um? Habe ich die richtigen Ziele? Was trägt wirklich? Was gilt es zu verändern? Denn mit der Erfahrung der gelebten Jahre wird manches anders gewichtet. Margot Käßmann greift in diesem Vortrag die Themen auf, die sich in der Mitte des Lebens stellen.