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Referenten alphabetisch

2. Halbjahr 12 (09.09.12 - 17.02.13)

Prof. Dr. Dieter Rucht Prof. Dr. Dieter Rucht
Die Occupy-Bewegung

Sendezeit: So 13.01.2013, 08:00h


Die Occupy-Bewegung erlangte mit der Aktion „Occupy Wall Street“ im September 2011 weltweite Aufmerksamkeit. Es folgten Aktionen und Demonstrationen in über 900 anderen Städten in mehr als 90 Ländern. Besonders eindrucksvoll war die Beteiligung in einigen Städten Italiens und Spaniens. Die Bewegung hatte mit ihrem mutig-offensiven und gleichzeitig betont friedfertigen Charakter einen Nerv getroffen. Sie war nicht einer ideologischen Richtung oder gar einer politischen Partei zugeordnet; in ihr manifestierte sich ein breites und grundsätzliches Unbehagen an den herrschenden Verhältnissen. „Was uns verbindet, ist das Thema grundlegender Probleme in unserem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen System, die uns alle betreffen. Wir suchen nach Möglichkeiten, endlich etwas dagegen zu unternehmen. Denn auch wir meinen, dass die negativen Auswirkungen unseres Systems tatsächlich 99% betreffen“, heißt es auf der Webseite von Occupy Germany.



Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix
Deutschland, Frankreich und der Aufbau Europas. Ein Blick auf unsere gemeinsame Geschichte

Sendezeit: So 20.01.2013, 08:00h


Der gemeinsame Beitrag Frankreichs und der Bundesrepublik zum Aufbau Europas seit der Nachkriegszeit war Bestandteil eines Annäherungsprozesses, der auch als Aussöhnung von ehemaligen Erbfeinden bezeichnet wurde. Der europäische Aufbau ist ohne die deutsch-französische Zusammenarbeit nicht zu denken. Er war aber keineswegs nur ein Produkt dieser einmaligen Kooperation, sondern umgekehrt auch ein Beschleuniger der deutsch-französischen Verständigung. Im Laufe der Jahre waren die Beweggründe und Faktoren des gemeinsamen Unternehmens vielfältig. Angesichts der aktuellen Herausforderungen auf europäischer Ebene ist es nützlich, die deutsch-französische Zusammenarbeit historisch einzuordnen. Hélène Miard-Delacroix erklärt in diesem Vortrag, wie sich optimistischer Voluntarismus und Realpolitik in der Entwicklung der beiden Länder verschränkt haben, und wie die besondere Logik dieser Kooperation heute zum gemeinsamen Handeln zwingt.



Prof. Dr. Frank Baasner Prof. Dr. Frank Baasner
Immer noch fremde Freunde? Deutschland und Frankreich 50 Jahre nach dem Elysée-Vertrag

Sendezeit: So 27.01.2013, 08:00h


Aus historischer Perspektive trennen viele Dinge die deutsche von der französischen Gesellschaft. Heute sind die beiden Länder wichtigster Motor und Partner bei den Bemühungen um die Einigung Europas. Der Vortrag geht der Frage nach, ob sich die deutsche und die französische Gesellschaft seit Beginn der europäischen Einigung ähnlicher geworden sind, ob sich die Nachbarn besser kennen als früher. Was hat sich in den letzten 50 Jahren im Alltag der Menschen, in ihrer Wahrnehmung des wichtigsten Partnerlandes verändert? Wie gelingt die deutsch-französische Zusammenarbeit? Haben die vielen deutsch-französischen Institutionen und Initiativen eine neue deutsch-französische Normalität entstehen lassen? Oder sind die beiden Länder immer noch „fremde Freunde“, wie es ein Sammelband von Robert Picht auf den Punkt gebracht hat?



Prof. Dr. Alfred Grosser Prof. Dr. Alfred Grosser
Die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich in der Europa- und Weltpolitik heute

Sendezeit: So 03.02.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 19.11.1989


Pauschalisierungen sind immer fragwürdig, weil dabei die Feinzeichnung des Individuellen verloren geht. Trotzdem gibt es Eigenheiten und Eigenschaften, die für verschiedene Nationen als charakteristisch gelten dürfen und im politischen wie im menschlichen Miteinander nicht unbedeutend sind. Dieser Vortrag von Alfred Grosser aus dem Jahr 1989 beschreibt - mit Blick auf die damalige Auseinandersetzung mit dem Ostblock und auf Europa 1992 – was die Deutschen und die Franzosen in ihrem Verhältnis zur Geschichte und zu den anstehenden Herausforderungen unterscheidet und was sie verbindet. Alfred Grosser, der durch sein persönliches Schicksal sowohl Deutschland als auch Frankreich verbunden ist, beschreibt scharfsinnig, witzig, ironisch und nachdenklich die beiden Nachbarländer beidseits des Rheins. Seine Ausführungen sind auch heute „ex post“ äußerst interessant.



Prof. Dr. Pierre Bertaux Prof. Dr. Pierre Bertaux
Literarische Wechselspiele zwischen Frankreich und Deutschland

Sendezeit: So 10.02.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 01.10.1989


Auf politischer Ebene ist die wechselvolle Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich allgemein bekannt – weniger bekannt ist, in wieweit sich die Literaturen der beiden Länder begegnet sind und sich wechselseitig beeinflusst haben. Diese Sendung gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, einem der bedeutendsten französischen Germanisten noch einmal zu begegnen. Pierre Bertaux war nicht nur viele Jahre in der praktischen Politik erfolgreich tätig und in beiden Kulturkreisen zuhause, er war auch ein unermüdlicher Verfechter der deutsch-französischen Verständigung und Autor eines bedeutenden Hölderlin-Buches, mit dem er eine kontroverse Diskussion auslöste. In diesem Vortrag, der kurz vor seinem plötzlichen Tod 1986 aufgezeichnet wurde, beschreibt er unterhaltsam, geistreich und mit tiefer Sachkenntnis die literarischen Wechselspiele zwischen Frankreich und Deutschland im 18. Und 19. Jahrhundert.



Prof. Dr. Ute Planert Prof. Dr. Ute Planert
Nation und Krieg an der Wende zur Moderne: Eine Erfahrungsgeschichte der Umbruchszeit in Südwestdeutschland

Sendezeit: So 17.02.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 05.03.2000


In den Befreiungskriegen gegen Napoleon und die französische Fremdherrschaft erwachte in Deutschland erstmals ein Nationalgefühl, was schließlich zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 führte. So lesen wir es in den Geschichtsbüchern. Aber wie haben die Menschen diese Umbruchzeit erlebt? Vor allem im Südwesten, wo man zunächst mit Österreich gegen die Franzosen kämpfte, dann in Napoleons Armee eingereiht wurde um schließlich, kurz vor Schluss, noch einmal die Seite zu wechseln und mit den Preußen gegen Napoleon zu kämpfen? Die Bevölkerung litt unter den Kriegen und versuchte Kriegsbelastungen - woher sie auch kamen - abzuwehren. Dr. Ute Planert beschreibt in ihrem Vortrag diese Umbruchzeit in Südwestdeutschland.