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Referenten alphabetisch

1. Halbjahr 13 (24.02.13 - 21.07.13)

Prof. Dr. Giovanni Maio Prof. Dr. Giovanni Maio
Therapieziel Dankbarkeit: Über die heilende Kraft der Annahme seiner selbst

Sendezeit: So 24.02.2013, 08:00h


Die moderne Medizin konzentriert sich aus ihrem naturwissenschaftlichen Erbe heraus ausschließlich auf die Möglichkeiten einer Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Körpers. Dabei wäre es wichtig, Medizin nicht ausschließlich als Reparaturwerkstatt zu verstehen, sondern sich auch in einer personalen Weise auf den Patienten einzulassen und ihm dabei zu helfen, sich in ein gutes Verhältnis zu seinem Kranksein zu setzen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag auf die Grenzen der wissenschaftlichen Medizin ein und stellt die heilende Kraft von Zuwendung und Begegnung in den Mittelpunkt. Begrenztheit, so Giovanni Maio, kann und soll auch als Chance gesehen werden, sich auf den Kern des Lebens zu konzentrieren.



Dr. Till Bastian Dr. Till Bastian
Krise und Medizin

Sendezeit: So 03.03.2013, 08:00h


Unter einer Krise verstehen wir heute, wo Krisen aller Art so rasch aufeinander folgen, dass sie ineinander überzugehen scheinen, einen misslichen Zustand, eine Störung, die möglichst schnell beseitigt oder behoben werden muss. Die Chance, die in einer Krise liegen kann, wird bei dieser Betrachtung ebenso wenig berücksichtigt wie der Aspekt der vorbeugenden Vermeidung krisenhafter Entwicklungen. Die Vielzahl heutiger persönlicher Lebenskrisen ist nach Ansicht von Till Bastian auch Folge von Ich-Verlust und innerer Leere in einer „seelenlosen Gesellschaft“. Die Medizin, so führt er aus, solle angesichts dieser Situation einerseits bescheidener auftreten, aber andererseits dort, wo soziale Einmischung im Sinne des Vorbeugeprinzips gefragt wäre, mehr Engagement zeigen. Denn, so der Hamburger Armenarzt Salomon Neumann 1847: „Die medizinische Wissenschaft ist in ihrem innersten Kern und Wesen eine soziale Wissenschaft“.



Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf
Schmerz und Medizin

Sendezeit: So 10.03.2013, 08:00h


Menschen mit Schmerzen erwarten medizinische Hilfe. Und die Medizin hat heute für den Hilfesuchenden eine Vielzahl diagnostischer und therapeutischer Angebote. Dabei haben unsere Ansprüche an Schmerzbefreiung oder zumindest Schmerzlinderung stark zugenommen, und im gleichen Maße sind die medizinischen Schmerz-Leistungen angestiegen. Eine Eskalation der Mittel ist festzustellen, aber der Schmerz bleibt. Spontanverläufe und andere Bewältigungsmöglichkeiten verschwinden hinter einer allgegenwärtigen Medikalisierung und dem Anspruch, das Leben müsse frei von Schmerz sein. Fast unbemerkt hat bei dieser Entwicklung das gesellschaftliche Leiden am Schmerz zugenommen.



Prof. Dr. Wolfgang Herzog Prof. Dr. Wolfgang Herzog
Droge Arzt – menschliche Beziehung als Wirkfaktor in der Medizin

Sendezeit: So 17.03.2013, 08:00h


Studien haben gezeigt, dass beispielsweise Diabetes-Patienten weniger Krankenhausaufnahmen wegen akuter Komplikationen haben, wenn sie von Ärzten mit der Fähigkeit zu großer Empathie behandelt werden, als Patienten, die einen weniger empathischen Hausarzt haben. Eine Vielzahl ähnlicher Befunde wirft die Frage nach der Rolle von Beziehungen in der Medizin auf: Was bewirkt menschliche Beziehung in der Medizin und wie geschieht das? Wolfgang Herzog beschreibt in diesem Vortrag Methoden und Modelle, die es erlauben, biologische, psychologische und soziale Wirkfaktoren in ihrem wechselseitigen Bezug aufeinander zu beschreiben. Dabei werden auch mögliche „Nebenwirkungen“ ärztlicher Empathie betrachtet.



Dr. Gunter Frank Dr. Gunter Frank
Der getriebene Patient – Irrwege der Medizin und des modernen Lifestyles

Sendezeit: So 24.03.2013, 08:00h


Medizin wird von Patienten heute zweigeteilt wahrgenommen. Hier die nur reparierende Schulmedizin, dort die ganzheitliche alternative Medizin. Dabei fällt auf, dass die psychovegetativen Beschwerden insgesamt in der ärztlichen Sprechstunde deutlich zunehmen, und dass keine der beiden Richtungen dafür Antworten kennt. Der Schlüssel, so Gunter Frank, ist vielmehr in einem richtigen Umgang mit Stress zu suchen. Unser Lebensstil strapaziert das vegetative Alarmsystem und blockiert den Selbstzugang zu den tieferen emotionalen Zentren des Gehirns. Dies wird von vielen Menschen als getriebenes, fremdgesteuertes Lebensgefühl wahrgenommen. Die Angstszenarien eines risikozentrierten Verständnisses von gesundem Leben verstärken diesen Prozess. Dabei werden wissenschaftliche Daten mit dem Ziel missbraucht, den Kundenstamm für medizinische Angebote zu vergrößern. Gunter Frank fordert einen redlichen Umgang mit Normwerten, Richtlinien und Studien, damit moderne Patienten nicht mit Angst und Katastrophenszenarien manipuliert und beunruhigt werden.



Prof. Dr. Detlev Ganten Prof. Dr. Detlev Ganten
Die Steinzeit steckt uns in den Knochen – Aspekte einer Evolutionären Medizin

Sendezeit: So 07.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 26.06.2011


Unser Körper ist das Produkt seiner Entstehungsgeschichte, wir sind der lebende Kompromiss aus unseren evolutionären Vorgängern, den Affen, Amphibien und Fischen. Seit der Steinzeit hat sich unser Körper nur noch wenig verändert, nun passt er nicht mehr so recht zu unseren modernen Lebensgewohnheiten. Rückenschmerzen, Allergien, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen uns zu schaffen. Ein Blick in die Naturgeschichte des menschlichen Körpers ist hier äußerst aufschlussreich: Fast alle Krankheiten lassen sich besser verstehen - und damit eher vermeiden - wenn man sie vor dem Hintergrund einer „evolutionären Medizin“ betrachtet. Detlev Ganten stellt diesen wichtigen neuen Ansatz für eine gesunde Lebensführung vor.



Prof. Dr. Otfried Höffe Prof. Dr. Otfried Höffe
Besonnenheit und Gerechtigkeit: zur Ressourcenknappheit im Gesundheitswesen

Sendezeit: So 14.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 22.03.1998


Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Ein hoher Anspruch, der sicher nur teilweise von der Medizin erfüllt werden kann. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Medizin immer leistungsfähiger, aber auch unsere Ansprüche an ihre Möglichkeiten sind gestiegen. Inzwischen zwingen die immer knapper werdenden Mittel zur Überlegung, was notwendig, was sinnvoll oder was vielleicht nicht mehr sinnvoll ist. Der Philosoph Otfried Höffe fragt in seinem Vortrag nach den Gründen der Ressourcenknappheit und nach dem moralisch angemessenen Umgang mit ihr.



Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich
An den Grenzen der naturwissenschaftlichen Medizin – Trägt unser Gesundheitswesen seinen Namen zu Recht?

Sendezeit: So 21.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 04.05.2008


Dass unser Gesundheitswesen es fast nur mit Krankheiten zu tun hat, liegt historisch daran, dass nach der Industriellen Revolution Krankenkassen eingerichtet werden mussten. Ein Grund ist aber auch, dass die naturwissenschaftliche Medizin sich nur mit Krankheiten befasst. Eine ganz andere Frage ist, wie man so leben könnte, dass man gar nicht erst krank wird. Hier geht es vor allem um das persönliche Verhalten (sich mehr zu bewegen, gesünder zu ernähren etc.). Aber wie wir uns verhalten, hängt immer auch von den Verhältnissen ab, unter denen wir leben. Solange die Verhältnisse zum Beispiel das Autofahren, die industrielle Ernährung u. ä. begünstigen, sind persönliche Appelle nur begrenzt erfolgreich. Eine wirkliche Gesundheitspolitik, so Klaus Michael Meyer-Abich, wäre darum eine allgemein politische Aufgabe, zu der die Gesundheitsministerien nur am Rande etwas beitragen können.



Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt
Gesundheit und Krankheit im Wandel der Kulturgeschichte

Sendezeit: So 28.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 15.03.1998


Gesundheit und Krankheit sind Grundphänomene des menschlichen Lebens. Die jeweils herrschenden Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit wirken sich tiefgreifend auf die Therapie, auf Einstellung und Verhalten des Arztes, auf den Umgang des Kranken mit dem eigenen Kranksein und auf die sozialen Reaktionen aus. Was Gesundheit und Krankheit bedeuten, wird aber auch von den Künsten, der Philosophie und der Theologie reflektiert. Gerade diese Disziplinen erinnern die Medizin an ihren anthropologischen Charakter. Dietrich von Engelhardt führt in diesem Vortrag durch die europäische Kultur- und Medizingeschichte. Er zeigt die unterschiedlichen Einstellungen zu Gesundheit und Krankheit in der Antike, im Mittelalter und in der Neuzeit.



Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel
Wozu heute noch Religion?

Sendezeit: So 05.05.2013, 08:00h


Nach zwei Jahrhunderten europäischer Aufklärung und Religionskritik haben sich viele Vorbehalte gegenüber »der Religion« zu Standardargumenten verdichtet. Religion steht unter dem Illusions-, Vertröstungs- und Regressionsverdacht. Und der weltweite Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Fanatismus, Gewalt und Unterdrückung scheint den Kritikern Recht zu geben. Andererseits ist nicht zu übersehen, dass in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas Religion für Hunderte Millionen von Menschen ein lebenswichtiger Faktor geblieben ist. Der Bedeutungsverlust von Religion in der Moderne ist eine spezifisch europäische Erfahrung, die nicht auf die Welt als Ganze übertragen werden kann. Ohne Kenntnisse vom Einfluss der großen Religionen auf das Verhalten von Menschen versteht man die Welt des 3. Jahrtausends nicht. Karl-Josef Kuschel plädiert für ein Ernstnehmen des »Faktors Religion« in der Weltgesellschaft von heute und für den interreligiösen Dialog im Interesse des Weltfriedens.



Prof. Dr. Hans Joas Prof. Dr. Hans Joas
Gesellschaft, Staat und Religion. Ihr Verhältnis in der Sicht der Weltreligionen

Sendezeit: So 12.05.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 01.10.2006


In jüngerer Zeit ist das Thema Religion wieder stärker in das öffentliche Interesse gerückt. Das liegt einerseits an aktuellen politischen Problemlagen wie Migration oder Islamismus, aber auch an einer tieferliegenden Umstellung der intellektuellen Strömungen. In welchem Verhältnis stehen die großen Religionen zu Staat und Gesellschaft? Hans Joas entwickelt die Fragen, die diesbezüglich an alle Weltreligionen gerichtet werden müssen: Welche Idee von Individuum und Gemeinschaft steckt in dieser Religion? Welche Vorstellung über die Gemeinschaft der Gläubigen? Welches Ideal für das Gemeinweisen überhaupt? Und welche geschichtlichen Zusammenhänge bestehen zwischen dieser Religion und der Entwicklung von Staat und Wirtschaft?



Prof. Dr. Rolf Schieder Prof. Dr. Rolf Schieder
Die Zukunft der Religion

Sendezeit: So 26.05.2013, 08:00h


Die Frage nach der Zukunft der Religion ist wieder offen. Nachdem in den siebziger Jahren das baldige Ende der Religion als Folge von Modernisierungsprozessen vorhergesagt wurde, zeigt sich, dass die Religionen durchaus in der Lage sind, sich selbst zu modernisieren. Unter Mitgliederverlusten haben vor allem die Religionsgemeinschaften zu leiden, die den wachsenden Bedürfnissen nach der Pflege eines eigenen, selbst gewählten Glaubens nicht mehr gerecht werden. In einer Welt, in der die Gefahr der Exklusion steigt, wachsen die Gemeinden, die Inklusion pflegen, leben und fördern. Die Kirchen in Europa, die davon leben, dass Kirchenzugehörigkeit sozusagen geerbt wird, stehen, so Rolf Schieder, vor schmerzhaften Anpassungsprozessen.



Prof. Dr. Bernhard Casper Prof. Dr. Bernhard Casper
Das Fragen nach Gott und der Gott der Philosophen

Sendezeit: So 02.06.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 10.11.1996


In allen Kulturen gehört die Frage nach Gott, nach einem obersten, vollkommenen Wesen zu den zentralen menschlichen Grundfragen. Sie hat eine weltumspannende Bedeutung für das Handeln von Menschen. Für einen Dialog der Religionen und das Gespräch zwischen Gläubigen, Andersgläubigen und Nichtgläubigen ist es notwendig zu verstehen, welche Gottesvorstellungen uns prägen. Bernhard Casper beschreibt in seinem Vortrag die Überlegungen und Antworten der Philosophie auf diese Frage.



Prof. Dr. Paul M. Zulehner Prof. Dr. Paul M. Zulehner
Kirchenenttäuschungen. Ein Plädoyer für Freiheit, Solidarität und den offenen Himmel

Sendezeit: So 09.06.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 04.07.1999


"Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken!" so zitiert das Matthäus-Evangelium Jesus Christus. Mühselig und beladen sind auch heute viele Menschen. Sie kommen aber nicht zur Kirche, im Gegenteil, sie rennen davon. Denn die Katholische Kirche gilt vielen als autoritär, frauenfeindlich und veraltet. Hier ist Ent-Täuschung notwendig, meint der Wiener Theologe und Kirchensoziologe Professor Dr. Paul M. Zulehner. „Kirchenenttäuschungen“ ist auch der Titel eines seiner Bücher.



Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel
Die große Sprachlosigkeit – heute der Jugend gegenüber von Gott reden

Sendezeit: So 16.06.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 21.12.1997


Unsere pluralistische Konsum- und Erlebnisgesellschaft hat sich von früheren Orientierungsinstanzen und Traditionen immer weiter entfernt. »Jeder ist sich selbst der Nächste« lautet das moderne Credo. Institutionen, die bisher Halt, verbindliche Werte und Solidarität vermittelt aber auch gefordert haben, verlieren an Attraktivität, vor allem bei jüngeren Menschen. Diese Erfahrung machen Parteien und Verbände, ganz besonders aber die Kirche. Immer mehr Schüler wählen, wenn sie es können, den Religionsunterricht ab. Trotz gut besuchter Kirchentage hat sich die Kluft zwischen Kirche und Jugend immer weiter vertieft. Religion wird von vielen jungen Menschen als altmodisch, als »uncool« empfunden; sie spielt in ihrem Alltag oft überhaupt keine Rolle mehr. Diese Entfremdung zwischen Kirche und Jugend ist das Thema des Vortrags von Helga Kohler-Spiegel.



Prof. Dr. Jörg Splett Prof. Dr. Jörg Splett
Prinzipien gelebter Menschlichkeit. Was heißt „Der Mensch ist Person“?

Sendezeit: So 23.06.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 18.11.2007


Die Väter des Grundgesetzes haben den Schutz der Würde und der Freiheit der Person in den Vordergrund gestellt. Wie leben wir heute? Täglich sind die Medien voll von Berichten, in denen Würde und Freiheit verletzt werden. Wie sollten wir mit uns und mit anderen umgehen, damit die menschliche Würde geschützt und die Freiheit erhalten bleibt? Jörg Splett erörtert in diesem Vortrag Grundsätzliches zu den ethischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert.



Prof. Dr. Susan Neiman Prof. Dr. Susan Neiman
Moralische Klarheit – Leitfaden für erwachsene Idealisten

Sendezeit: So 30.06.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 27.03.2011


"Der Begriff Moral ist verpönt, ein Wort wie Held ist tabu, gut und böse tauchen nur mit Anführungszeichen auf", sagt Susan Neiman. Nachdem der Ausdruck "Moral Clarity" nach dem 11. September 2001 von den Anhängern der Bush-Regierung vereinnahmt wurde, möchte sie die Sprache der Moral und deren Konzept des Guten neu in den Blick nehmen. Auf der Grundlage ihrer eigenen historischen Analysen verteidigt sie die abendländischen Werte und zeigt, wie die Welt sein könnte, wenn man einige der Hoffnungen und Ideale zurückerobern könnte, die abhanden gekommen sind.



Prof. Dr. Jared Diamond Prof. Dr. Jared Diamond
Kollaps. Was wir aus dem Untergang menschlicher Gesellschaften lernen können

Sendezeit: So 07.07.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 23.10.2005


Es gibt Gesellschaften und Kulturen, die auch nach Tausenden von Jahren noch existieren und gedeihen. Andere hingegen sind zugrunde gegangen oder völlig verschwunden, wie die Maya in Zentralamerika, die Wikinger in Grönland oder die Kultur der Osterinseln im Pazifik. Welche Faktoren spielen eine Rolle für den Erfolg oder den Untergang einer Gesellschaft? Warum gelang es manchen Gesellschaften, Probleme erfolgreich zu lösen, die sich für andere als unlösbar erwiesen? Und welche Schlüsse können wir aus den Schicksalen vergangener Gesellschaften ziehen, die uns dabei helfen könnten, unsere heutigen Probleme zu meistern?



Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer
Die Vielfalt der Sprachen und das Verstehen der Welt

Sendezeit: So 21.07.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 23.12.1990


Das Nachdenken über Sprache und Verstehen hat Hans-Georg Gadamer sein Leben lang beschäftigt. Der Begriff der Hermeneutik im Sinne einer Lehre von Deutung und Auslegung ist eng mit seinem Philosophieren verbunden. Dieser Vortrag, den er 90jährig in Heidelberg hielt, zeigt eindrucksvoll, mit welcher geistigen Klarheit und Brillanz der große Philosoph noch im hohen Alter sein Publikum fesselte.