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Sommerwiederholungen 13 (28.07.13 - 08.09.13)

Dr. Rainer Hank Dr. Rainer Hank
Der Ausnahmezustand. Europa in Zeiten der Gefahr

Sendezeit: So 28.07.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 09.09.2012


Europa steckt in einer existentiellen Krise, tiefer als zu irgendeinem Zeitpunkt seit 1945. Anders als angekündigt hat der Euro, die gemeinsame Währung, das Integrationsversprechen nicht gehalten. Anstatt einer Annäherung der Lebensverhältnisse in Nord und Süd erleben wir eine dramatische Staatsschuldenkrise, die nicht nur ökonomische, sondern auch politische Verwerfungen nach sich zieht. Und Europa hat es versäumt, Regeln für den Ausnahmezustand – den Bruch von Maastricht – zu formulieren. Was die Regierungen seit zwei Jahren „Rettung“ nennen, entpuppt sich immer mehr als bloße Insolvenzverschleppung ohne Konzept. Dem Ökonomismus der Euro-Retter („Scheitert der Euro, so scheitert Europa“) und der Sakralisierung eines zentralistischen Europas muss, so Rainer Hank, deutlich widersprochen werden.



Prof. Dr. Frank Baasner Prof. Dr. Frank Baasner
Immer noch fremde Freunde? Deutschland und Frankreich 50 Jahre nach dem Elysée-Vertrag

Sendezeit: So 11.08.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 27.01.2013


Aus historischer Perspektive trennen viele Dinge die deutsche von der französischen Gesellschaft. Heute sind die beiden Länder wichtigster Motor und Partner bei den Bemühungen um die Einigung Europas. Der Vortrag geht der Frage nach, ob sich die deutsche und die französische Gesellschaft seit Beginn der europäischen Einigung ähnlicher geworden sind, ob sich die Nachbarn besser kennen als früher. Was hat sich in den letzten 50 Jahren im Alltag der Menschen, in ihrer Wahrnehmung des wichtigsten Partnerlandes verändert? Wie gelingt die deutsch-französische Zusammenarbeit? Haben die vielen deutsch-französischen Institutionen und Initiativen eine neue deutsch-französische Normalität entstehen lassen? Oder sind die beiden Länder immer noch „fremde Freunde“, wie es ein Sammelband von Robert Picht auf den Punkt gebracht hat?



Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix
Deutschland, Frankreich und der Aufbau Europas. Ein Blick auf unsere gemeinsame Geschichte

Sendezeit: So 18.08.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 20.01.2013


Der gemeinsame Beitrag Frankreichs und der Bundesrepublik zum Aufbau Europas seit der Nachkriegszeit war Bestandteil eines Annäherungsprozesses, der auch als Aussöhnung von ehemaligen Erbfeinden bezeichnet wurde. Der europäische Aufbau ist ohne die deutsch-französische Zusammenarbeit nicht zu denken. Er war aber keineswegs nur ein Produkt dieser einmaligen Kooperation, sondern umgekehrt auch ein Beschleuniger der deutsch-französischen Verständigung. Im Laufe der Jahre waren die Beweggründe und Faktoren des gemeinsamen Unternehmens vielfältig. Angesichts der aktuellen Herausforderungen auf europäischer Ebene ist es nützlich, die deutsch-französische Zusammenarbeit historisch einzuordnen. Hélène Miard-Delacroix erklärt in diesem Vortrag, wie sich optimistischer Voluntarismus und Realpolitik in der Entwicklung der beiden Länder verschränkt haben, und wie die besondere Logik dieser Kooperation heute zum gemeinsamen Handeln zwingt.



Prof. Dr. Giovanni Maio Prof. Dr. Giovanni Maio
Therapieziel Dankbarkeit: Über die heilende Kraft der Annahme seiner selbst

Sendezeit: So 25.08.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 24.02.2013


Die moderne Medizin konzentriert sich aus ihrem naturwissenschaftlichen Erbe heraus ausschließlich auf die Möglichkeiten einer Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Körpers. Dabei wäre es wichtig, Medizin nicht ausschließlich als Reparaturwerkstatt zu verstehen, sondern sich auch in einer personalen Weise auf den Patienten einzulassen und ihm dabei zu helfen, sich in ein gutes Verhältnis zu seinem Kranksein zu setzen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag auf die Grenzen der wissenschaftlichen Medizin ein und stellt die heilende Kraft von Zuwendung und Begegnung in den Mittelpunkt. Begrenztheit, so Giovanni Maio, kann und soll auch als Chance gesehen werden, sich auf den Kern des Lebens zu konzentrieren.



Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf
Schmerz und Medizin

Sendezeit: So 01.09.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 10.03.2013


Menschen mit Schmerzen erwarten medizinische Hilfe. Und die Medizin hat heute für den Hilfesuchenden eine Vielzahl diagnostischer und therapeutischer Angebote. Dabei haben unsere Ansprüche an Schmerzbefreiung oder zumindest Schmerzlinderung stark zugenommen, und im gleichen Maße sind die medizinischen Schmerz-Leistungen angestiegen. Eine Eskalation der Mittel ist festzustellen, aber der Schmerz bleibt. Spontanverläufe und andere Bewältigungsmöglichkeiten verschwinden hinter einer allgegenwärtigen Medikalisierung und dem Anspruch, das Leben müsse frei von Schmerz sein. Fast unbemerkt hat bei dieser Entwicklung das gesellschaftliche Leiden am Schmerz zugenommen.



Dr. Gunter Frank Dr. Gunter Frank
Der getriebene Patient – Irrwege der Medizin und des modernen Lifestyles

Sendezeit: So 08.09.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 24.03.2013


Medizin wird von Patienten heute zweigeteilt wahrgenommen. Hier die nur reparierende Schulmedizin, dort die ganzheitliche alternative Medizin. Dabei fällt auf, dass die psychovegetativen Beschwerden insgesamt in der ärztlichen Sprechstunde deutlich zunehmen, und dass keine der beiden Richtungen dafür Antworten kennt. Der Schlüssel, so Gunter Frank, ist vielmehr in einem richtigen Umgang mit Stress zu suchen. Unser Lebensstil strapaziert das vegetative Alarmsystem und blockiert den Selbstzugang zu den tieferen emotionalen Zentren des Gehirns. Dies wird von vielen Menschen als getriebenes, fremdgesteuertes Lebensgefühl wahrgenommen. Die Angstszenarien eines risikozentrierten Verständnisses von gesundem Leben verstärken diesen Prozess. Dabei werden wissenschaftliche Daten mit dem Ziel missbraucht, den Kundenstamm für medizinische Angebote zu vergrößern. Gunter Frank fordert einen redlichen Umgang mit Normwerten, Richtlinien und Studien, damit moderne Patienten nicht mit Angst und Katastrophenszenarien manipuliert und beunruhigt werden.