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2. Halbjahr 13 (15.09.13 - 16.02.14)

 John Kornblum John Kornblum
Die Macht der Diplomatie

Sendezeit: So 15.09.2013, 08:00h


Über Macht und Machtausübung zu sprechen ist gerade in Deutschland nicht einfach, denn Deutschland hat keine guten Erfahrungen mit der Ausübung von Macht gemacht. Der Begriff „Führungsmacht“ weckt hier überwiegend negative Emotionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg betonte die deutsche Politik ihr entferntes Verhältnis zur Macht, sie wollte ausdrücklich mit Machtausübung nichts zu tun haben. Deutsche Diplomaten sollten keine nationalen Interessen verfolgen, sondern nur den Interessen der Staatengemeinschaft dienen. Inzwischen, so äußert sich Angela Merkel selbst, ist Deutschland fraglos für Europa das geworden, was die USA lange Zeit für die Welt waren und noch immer sind: eine ungeliebte Führungsnation. John Kornblum, der alle Facetten des diplomatischen Parketts kennt, beschreibt den tiefgreifenden Wandel, der sich in der Weltordnung seit den 90er Jahren vollzogen hat. Welche Rolle werden Deutschland, Europa, Amerika bei der Gestaltung der Zukunft der westlichen Welt haben?



Dr. Theo Sommer Dr. Theo Sommer
Wer regiert die Welt in 50 Jahren?

Sendezeit: So 22.09.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 15.02.2009


In diesem Vortrag referiert Theo Sommer die Zukunftsszenarien, die nach dem Ende des Kalten Krieges und zu Beginn des 21. Jahrhunderts entworfen wurden. Aus diesen unterschiedlichen Zukunftsanalysen destilliert er die Trends, die nach übereinstimmender Auffassung der Futurologen die kommenden vier Jahrzehnte bestimmen werden. Er prognostiziert eine multipolare Welt, in der fünf Supermächte (die USA, Europa, Russland, China und Indien) die Geschicke der Menschheit dominieren werden. Ein Mächtemuster, das dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts mehr ähnelt als allen Machtkonstellationen des 20. Jahrhunderts. Dabei wird es entscheidend nicht nur auf vermeintliche Trends, volkswirtschaftliche Daten und die Stimmung der Völker ankommen, sondern in hohem Maße auf die Staatskunst der Führungspersönlichkeiten an den Schaltstellen der Macht.



Prof. Dr. Heiner Flassbeck Prof. Dr. Heiner Flassbeck
Wem gehört die Welt? Machtkampf um Ressourcen

Sendezeit: So 29.09.2013, 08:00h


Anders als viele Ökonomen unterstellen, findet Wirtschaft nicht in einem Machtvakuum statt. Es ist vielmehr der Kampf um wirtschaftliche Macht, der die tägliche Auseinandersetzung auf den Märkten dieser Welt prägt. Dabei geht es nicht nur um Ressourcen im engeren Sinne von Rohstoffen, sondern auch um die Ressourcen Wissen, Technologie und um die Art und Weise, wie diese miteinander kombiniert werden. Heiner Flassbeck erläutert in seinem Vortrag, wie der Besitz von Ressourcen die wirtschaftlichen Verhältnisse ändert und wie Entwicklungsländer und Industrieländer mit ihren jeweiligen Mitteln um die Dominanz der Märkte kämpfen. Er beschreibt die Bedeutung der Finanzmärkte in dieser Auseinandersetzung und weist auf die entscheidende Rolle, die dem Wissen um neue und effizientere Technologien zukommt, hin. Und er fordert eine bessere Verteilung der Macht durch eine systematische Beteiligung aller Bürger am gemeinsam erzielten Einkommen, so dass die Unternehmen gezwungen sind, ihre Macht immer wieder zur Disposition zu stellen.



Prof. Dr. Peter Hennicke Prof. Dr. Peter Hennicke
Weltmacht Energie – Effizienz und Erneuerbare als Hoffnungsträger

Sendezeit: So 06.10.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 24.02.2008


Obwohl inzwischen niemand mehr ernsthaft bestreitet, dass das Weltklima sich durch die vom Menschen verursachten Energiestrukturen verändert, steigt der weltweite Bedarf an billiger Energie weiter dramatisch an. Es wird immer deutlicher, welche weitreichenden Dimensionen die Energiefrage politisch, wirtschaftlich und auch militärisch hat. Wer die Energie hat, hat die Macht. Wenn es der Weltgemeinschaft nicht gelingt, entschlossen umzusteuern, drohen gigantische Energiemultis, Umweltkatastrophen und explosive Konflikte um knapper werdende Energie. Dabei haben die Energiestrukturen in den Industrieländern Vorbildcharakter und Signalwirkung für sich entwickelnde Länder. Es ist höchste Zeit, das Machbare schnell umzusetzen. Peter Hennicke zeigt gangbare, wenn auch nicht einfache Alternativen auf, die Weichen für eine Energiewende zu stellen.



Prof. Dr. Claudia Kemfert Prof. Dr. Claudia Kemfert
Kampf um Strom (im Gespräch mit Dr. Ulrich Höpfner)

Sendezeit: So 13.10.2013, 08:00h


Nach der Katastrophe von Fukushima beschloss die Bundesregierung die „Energiewende“. Acht Atomkraftwerke wurden vom Netz genommen, alle noch in Betrieb Befindlichen sollen bis 2022 sukzessive abgeschaltet werden. Die Organisation einer nachhaltigen Energieversorgung ist ohne Frage eine der dringlichsten öffentlichen Aufgaben. Doch sie kommt nicht so richtig in Gang, denn Atomausstieg alleine reicht nicht. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist kompliziert; momentan scheint eher Chaos zu herrschen: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollte erst abgeschafft werden, dann wieder doch nicht, Offshore-Windparks werden mit viel Wind gestartet, dann gestoppt. Stromnetze werden geplant, aber nicht gebaut. Plötzlich weiß niemand mehr, wo es eigentlich langgeht. Stattdessen beherrschen Lobbyisten unterschiedlichster Herkunft die Diskussion, das Unternehmen scheint unbezahlbar, und die Menschen sehnen sich nach den Zeiten zurück, als der Strom einfach nur aus der Steckdose kam. Claudia Kemfert beschreibt die Hintergründe der aktuellen Diskussion, sie erklärt, wie die Energiewende gelingen kann und sie mahnt: Jetzt ist die Zeit zu handeln. Denn die Energiewende hat gerade erst begonnen!



 Matthias Horx Matthias Horx
Future Living – wie wir leben werden

Sendezeit: So 20.10.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 04.03.2012


Atomunfälle, Naturkatastrophen, Rohstoffmangel, Bürgerkriege, Finanzkrisen. Welche Zukunft hat unsere Welt des globalisierten Kapitalismus? Viele Menschen sind verunsichert, die Welt scheint ihnen auf dem Weg in den Untergang. Dabei, so Matthias Horx, sind heutige Gesellschaften aufgrund ihrer Vernetzung und ihrer technischen Möglichkeiten durchaus robust und in der Lage, neue Wege einzuschlagen, um ihre Probleme zu lösen. In diesem Vortrag beschreibt er anschaulich und mit einem optimistischen Blick auf die Dynamik des Wandels, welche tiefgreifenden, langfristigen Veränderungen die Lebenswelten der Zukunft bestimmen werden: Verstädterung, Feminisierung, Verschiebung der Altersstrukturen, Wandel von Arbeit, Mobilität und sozialer Vernetzung.



Prof. Dr. Dieter Spath Prof. Dr. Dieter Spath
Leben und Arbeiten in der Stadt von morgen

Sendezeit: So 27.10.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 11.03.2012


Wie mag der Alltag in der Stadt von morgen aussehen? Mit dem Elektroauto an die Ladestation ins automatische Parkhaus, auf dem Weg zur Arbeit ins energieneutrale Großraumbüro mit dem Smartphone den Haushalt organisiert, Lebensmittel bestellt und die neuesten Nachrichten gecheckt ... So utopisch das anmuten mag, Wissenschaftler arbeiten längst am nachhaltigen Umbau unserer Städte, der Infrastruktur, der Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung und Mobilität. In diesem Vortrag erörtert Dieter Spath die Möglichkeiten, die heute im Bereich erneuerbarer Energie, Elektromobilität und mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie für eine nachhaltige und positive Urbanität denkbar sind.



Prof. Dr. Ruprecht Jaenicke Prof. Dr. Ruprecht Jaenicke
Wein und Klimaänderung

Sendezeit: So 03.11.2013, 08:00h


Das Klima der Welt ändert sich ständig. Während Klimaveränderungen in der Vergangenheit natürliche Ursachen hatten, spielen heute die Aktivitäten der Menschen, insbesondere die Nutzung fossiler Brennstoffe und damit der Ausstoß von „Treibhausgasen“, eine entscheidende Rolle. Qualitativ hochwertiger Wein kann nur in einem bestimmten Klima, einem bestimmten Temperatur- und Niederschlagsbereich gedeihen. Die Weinreben reagieren sehr empfindlich darauf, wenn die Grenzen dieses Bereichs sich verändern. Modellrechnungen zur Klimaveränderung zeigen, dass sich die geeigneten Gebiete auf beiden Halbkugeln zu den Polen hin verschieben werden. Während zum Beispiel in Afrika die Weinbaugebiete eingeengt werden, wird in den nördlichen Ländern der Nordhalbkugel Weinbau möglich werden. Entsprechende Änderungen bei den bevorzugten Weinen, den Weinstilen und der regionalen Kultur sind zu erwarten. Doch der Weinbau kann nur begrenzt auf klimatische Veränderungen reagieren, und die Winzer benötigen Zeit für die entsprechenden Anpassungen.



 Otto Schätzel Otto Schätzel
Weinwirtschaft - Chancen für den deutschen Wein

Sendezeit: So 10.11.2013, 08:00h


Die gesamte Agrarwirtschaft ist weiter auf dem Weg der Internationalisierung. Mit zunehmender Globalisierung der Märkte muss sich auch die Weinwirtschaft mit weltweiten Standards messen und sich an Qualitäts- und Nachfrageveränderungen orientieren, um im Wettbewerb zu bestehen. Vor dem Hintergrund der weitgehend gesättigten Märkte mit Angebotsüberschüssen hat die Nachfrage nach lokalen, regionalen und differenzierten Produkten deutlich an Bedeutung gewonnen. Nach verschiedenen Enttäuschungen durch Skandale und Wirtschaftskrisen ist die Sehnsucht der Verbraucher nach Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit der Lebensmittel gestiegen. Die regionale Profilierung wird zur großen Herausforderung für alle Weinregionen in der Welt.



Prof. Dr. Gottfried Unden Prof. Dr. Gottfried Unden
Fehlaromen beim Wein

Sendezeit: So 17.11.2013, 08:00h


Neben den natürlichen Inhaltsstoffen des Weins können verschiedene unerwünschte Aroma- und Inhaltsstoffe den Weingeschmack beeinflussen. Die Ursache für diese „Fehlaromen“ liegt entweder in der Qualität der Trauben; sie können aber auch durch den Gärungsstoffwechsel der Hefen oder Bakterien sowie durch Verunreinigungen der Verpackung entstehen. In vielen Fällen ist eine Kombination verschiedener Faktoren verantwortlich. Gottfried Unden beschreibt in diesem Vortrag einige typische Fehlaromen des Weins (untypische Alterungsnote, Korkton, Böckser und schwefelhaltige Aromen, Mannit- und Essigstich), ihre Ursachen und die Möglichkeiten zur Vermeidung.



Prof. Dr. Mihaly Csikszentmihalyi Prof. Dr. Mihaly Csikszentmihalyi
The Construction of Happiness - Wie Glück entsteht

Sendezeit: So 24.11.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 19.10.2008


Schon vor über zweitausend Jahren gelangte Aristoteles zu der Einsicht, dass der Mensch vor allem Glück sucht. Gesundheit, Schönheit, Geld und Macht werden hauptsächlich deshalb geschätzt, weil man erwartet, dass sie glücklich machen. Aber was ist Glück? Das begreifen wir heute kaum besser als zu Aristoteles’ Zeiten, und wir haben offenbar auch keine besseren Mittel, um diesen gesegneten Zustand zu erreichen. Inzwischen ist Glück natürlich auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Einer der ersten, der mit breitangelegten Studien versuchte, dem Geheimnis des Glücksgefühls auf die Spur zu kommen, war Mihaly Csikszentmihalyi. Vor 30 Jahren beschrieb er erstmals das sogenannte Flow-Phänomen und wurde damit weltweit bekannt. "Flow" bezeichnet einen Zustand, in den Menschen dann geraten, wenn sie ganz und gar in einer Tätigkeit aufgehen. In dieser Situation vergessen sie alles um sich herum und sind vollkommen eins mit sich und ihrem Tun. Entscheidend ist das richtige Verhältnis von Anforderung und Fähigkeit. Diese Glücksmomente erleben wir also nicht passiv, rezeptiv, entspannend, sondern dann, wenn wir uns intensiv einer Sache oder einer schwierigen Aufgabe widmen.



Dr. Roland Kipke Dr. Roland Kipke
Der Mensch verbessert sich selbst - Vom Umgang mit einem allgegenwärtigen Phänomen

Sendezeit: So 01.12.2013, 08:00h


Menschen versuchen sich zu verbessern – nicht nur ihr Aussehen, ihren Körper, sondern gerade auch ihre mentalen Fähigkeiten, Einstellungen, Gewohnheiten, Tugenden, und zwar durch übende mentale Aktivität. Während jedoch moderne Methoden des Hirndopings durch Medikamente breit diskutiert werden, beachten die meisten Wissenschaften diese mentale Selbstformung kaum oder behandeln nur einzelne Aspekte. Dabei findet sich diese Selbstformung in allen Kulturen und ist auch heute für viele Menschen von großer Bedeutung, wie sich an dem großen Markt für Lebensratgeberliteratur zeigt. Roland Kipke geht der Frage nach, was diese Selbstformung ist, wie sie insbesondere in manchen Wissenschaften ignoriert, bestritten oder kritisiert wird und warum sie verstärkte wissenschaftliche Aufmerksamkeit verdient.



Prof. Dr. Werner Greve Prof. Dr. Werner Greve
Sich entwickeln - Spielräume und Randbedingungen der Selbstgestaltung im Lebenslauf

Sendezeit: So 08.12.2013, 08:00h


Klassische Theorien haben die menschliche Entwicklung als „Ent-Wicklung“ eines vorab weitgehend festgelegten Ablaufes angesehen: Kindheit und Jugend sind von bestimmten Phasen oder Krisen bestimmt. Hat man hier alle Schritte durchlaufen, ist man „er-wachsen“. Die moderne Entwicklungspsychologie betrachtet die gesamte Lebensspanne. Damit rückt auch das mittlere und hohe Erwachsenenalter und damit andere Prozesse und Entwicklungsregulationen in den Blick. Das Erwachsenenalter wird viel stärker als die Kindheit von der sich entwickelnden Person selbst gestaltet. Freilich sind den Spielräumen, die Menschen dabei haben, Grenzen gesetzt. Es gibt sowohl Grenzen des Handelns, als auch Grenzen des Wollens, denn wir können uns nicht in jeder Hinsicht aussuchen, was wir wollen. Wann immer wir Ziele oder Lebenswege wählen, wählen wir auf der Grundlage von Präferenzen, von Überzeugungen und Werten. Auch sie entwickeln sich im Laufe unseres Lebens, aber diese Entwicklungsprozesse sind unserer bewussten Wahl weitgehend entzogen. Sie sind vielmehr die Grundlage unserer aktiven Selbstgestaltung. So sind wir immer zugleich Produzenten und Produkte unserer eigenen Entwicklung.



Prof. Dr. Niels Birbaumer Prof. Dr. Niels Birbaumer
Hirn und Selbstveränderung - Verträgt sich das?

Sendezeit: So 15.12.2013, 08:00h


Unser Gehirn ist ein Organ, das dafür gebaut ist, Zusammenhänge zu erfassen und Assoziationen zu bilden. Es ist sozusagen ein Detektionsorgan für Gleichzeitigkeiten. Was zeitlich oder räumlich eng beieinander liegt, wird eingeprägt. Das eigene Musizieren zum Beispiel hat deshalb so großen Einfluss auf das Nervensystem und wirkt stimulierend auf die Hirntätigkeit, weil es gleichzeitig optische, akustische, motorische und emotionale Reize auslöst. Besonders das Großhirn reagiert sensibel auf solche Gleichzeitigkeiten. Ohne Frage ist die Plastizität und damit die Lernfähigkeit des Gehirns bei jungen Menschen besonders groß. Wie aber sieht es im hohen Alter, bei Demenz oder bei Schwerstkranken aus? Was ist, wenn Teile des Großhirns zerstört sind? Niels Birbaumer illustriert an verschiedenen Beispielen, welche erstaunlichen Regulationsfähigkeiten das menschliche Gehirn auch im Alter oder bei schweren Schädigungen noch zeigt.



Prof. Dr. Hans J. Markowitsch Prof. Dr. Hans J. Markowitsch
Was passiert, wenn ich denke?

Sendezeit: So 12.01.2014, 08:00h
Erstausstrahlung: So 15.05.2011


Denken wird unterteilt in bewusste und unbewusste Prozesse, wobei aus evolutionärer Sicht auch Tiere in der Lage sind, zu denken. Menschliches Denken ist ein komplexes Geschehen, das die Entwicklung von Sprache, Bewusstsein, zwischenmenschliche Kontakte und Empathie voraussetzt. Hirnschäden, psychische Krankheitsbilder oder negative frühkindliche Einflüsse können das Denkvermögen nachhaltig verändern. Ein neues Forschungsfeld, das den Einfluss der Umwelt auf das Erbgut behandelt, ist die Epigenetik, deren Erkenntnisse möglicherweise die Ansichten über das Zustandekommen und die Veränderung von Persönlichkeitsdimensionen revolutionieren werden ...



PD DR. Johann. S. Ach PD DR. Johann. S. Ach
Cognitive Enhancement - was spricht dagegen?

Sendezeit: So 19.01.2014, 08:00h
Erstausstrahlung: So 09.01.2011


Unter "Neuro-Enhancement", „Cognitive Enhancement“ oder auch „Mind Doping“ versteht man die Einnahme psycho-pharmakologischer Medikamente mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern. Gerade jüngere Menschen gehen oft relativ sorglos mit diesen Mitteln um. Unter amerikanischen Studenten beispielsweise ist der Konsum von Ritalin inzwischen weit verbreitet. Und auch bei uns haben laut Umfragen bereits über zwei Millionen Menschen versucht, ihre persönliche Leistungsfähigkeit mittels entsprechender Psychopharmaka zu verbessern. Hier tut sich fraglos ein großer Markt für die Pharmaindustrie auf. Von Wissenschaftlern jedoch wird Neuro-Enhancement sehr unterschiedlich bewertet. Welche Nebenwirkungen hat die Einnahme dieser Medikamente auf Gesunde? Verändert sie langfristig möglicherweise die Persönlichkeit? Und müssen wir nicht vor allem fragen, warum es denn nötig sein soll, den natürlichen Rahmen des eigenen Leistungsvermögens zu sprengen? In dieser Sendung stellen zwei Vorträge Pro und Contra dieser Diskussion vor.



Prof. Dr. Michael Soyka Prof. Dr. Michael Soyka
Kritisches zu Neuro-Enhancement aus psychiatrischer Sicht

Sendezeit: So 19.01.2014, 08:20h
Erstausstrahlung: So 09.01.2011


Unter "Neuro-Enhancement", „Cognitive Enhancement“ oder auch „Mind Doping“ versteht man die Einnahme psycho-pharmakologischer Medikamente mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern. Gerade jüngere Menschen gehen oft relativ sorglos mit diesen Mitteln um. Unter amerikanischen Studenten beispielsweise ist der Konsum von Ritalin inzwischen weit verbreitet. Und auch bei uns haben laut Umfragen bereits über zwei Millionen Menschen versucht, ihre persönliche Leistungsfähigkeit mittels entsprechender Psychopharmaka zu verbessern. Hier tut sich fraglos ein großer Markt für die Pharmaindustrie auf. Von Wissenschaftlern jedoch wird Neuro-Enhancement sehr unterschiedlich bewertet. Welche Nebenwirkungen hat die Einnahme dieser Medikamente auf Gesunde? Verändert sie langfristig möglicherweise die Persönlichkeit? Und müssen wir nicht vor allem fragen, warum es denn nötig sein soll, den natürlichen Rahmen des eigenen Leistungsvermögens zu sprengen? In dieser Sendung stellen zwei Vorträge Pro und Contra dieser Diskussion vor.



Prof. Dr. Wilhelm Schmid Prof. Dr. Wilhelm Schmid
Selbstgestaltung und Lebenskunst

Sendezeit: So 26.01.2014, 08:00h


Die Einen trauen sich nichts zu, die Anderen übertreiben es mit ihrem Selbst. Dass wir uns selbst gestalten und mit uns selbst befreunden können, ist nicht für alle selbstverständlich. Diese Selbstbeziehung so zu gewinnen, dass nicht Selbstsucht daraus wird, ist die Aufgabe der Lebenskunst, um die sich der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid bemüht. Er spricht in diesem Vortrag davon, wie ein Mensch sich festigen kann, wenn er sich zu verlieren droht. Eine gelingende Selbstbeziehung ist auch die Basis für alle Beziehungen zu Anderen, denn nur wer mit sich selbst gut zurechtkommt, kann sich auch Anderen zuwenden und für sie da sein. Wer sich um die Selbstgestaltung bemüht, begibt sich in jeder Hinsicht auf den Weg zur Fülle des Menschseins.



Prof. Dr. Hans-Eckehard Bahr Prof. Dr. Hans-Eckehard Bahr
Man braucht sehr lange um jung zu werden. Stufen im Lebenszyklus

Sendezeit: So 02.02.2014, 08:00h
Erstausstrahlung: So 10.07.2005


Dass die Wohlstandsgesellschaften ein Problem mit ihrer Überalterung haben, ist sattsam bekannt. Wenn wir – inzwischen fast täglich – in den Medien davon hören, dann geht es um ökonomische Fragen, Alterssicherung, Verteilungskämpfe. Von Glück und Chance der späten Jahre ist derzeit wenig die Rede. Der praktische Theologe und Friedensforscher Professor Dr. Hans-Eckehard Bahr versucht in diesem Vortrag, eine andere Perspektive einzunehmen. Seine Stichworte: Neugewonnene innere Freiheiten beim Älterwerden. Intensität statt Betriebsamkeit. Neben Defiziten und Einsamkeit auch Entlastung und Neuentdeckungen. Das Leben endlich selber gestalten.



Prof. Dr. Reinhard Haller Prof. Dr. Reinhard Haller
Die Narzissmusfalle - Anleitung zur Menschen- und Selbstkenntnis

Sendezeit: So 09.02.2014, 08:00h


Narzissmus gehört zum Wesen des Menschen. Er ist ein gewaltiger psychischer Motor und in gesundem Maß unerlässlich für unser Selbstwertgefühl, für Leistung und Kreativität. Er kann aber auch Beziehungen vergiften und Gemeinschaft zerstören. Vieles spricht für eine ungesunde Verschiebung unseres gesellschaftlichen Klimas hin zu einem selbstsüchtigen und rücksichtslosen Lebensstil. Wir streben nach Bewunderung und Einfluss, die eigenen Interessen werden über alles gestellt. Demut und Bescheidenheit gelten nicht mehr als Tugend, Selbstdarstellung und Coolness sind gefragt. Dabei bleiben Empathie und Einfühlungsvermögen in Andere häufig auf der Strecke. Reinhard Haller beschreibt in diesem Vortrag unterhaltsam und mit vielen Beispielen die verschiedenen Gesichter des Narzissmus in der modernen Gesellschaft. Er erklärt, wie man Narzissten erkennt, was ihre Motive sind und wie man mit ihnen umgehen sollte.



Prof. Dr. Gerd Gigerenzer Prof. Dr. Gerd Gigerenzer
Gefühltes Wissen. Die Erforschung der Intuition

Sendezeit: So 16.02.2014, 08:00h
Erstausstrahlung: So 05.10.2008


Wir stellen uns Intelligenz als eine überlegte, bewusste Tätigkeit vor, die von den Gesetzen der Logik bestimmt wird. Doch ein Großteil unseres geistigen Lebens vollzieht sich unbewusst und beruht auf Prozessen, die nichts mit Logik zu tun haben. Anstatt alle Gründe gegeneinander abzuwägen, handeln wir spontan „aus dem Bauch heraus“. Im abendländischen Denken galt Intuition einst als die sicherste Form der Erkenntnis, während sie heute als fragwürdige und unzuverlässige Richtschnur des Handelns betrachtet wird. Sind bewusste Entscheidungen wirklich immer besser? Können wir jene Situationen angeben, in denen weniger Zeit und Nachdenken tatsächlich von Vorteil ist? Gerd Gigerenzer zeigt, dass Intuitionen alles andere als nur impulsive Launen des Geistes sind. Ihnen liegen vielmehr unbewusste Heuristiken zugrunde, die effektiv arbeiten, indem sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Rest ignorieren. An der Intuition führt kein Weg vorbei – ohne sie brächten wir wenig zustande.