Suche nach Sendungen

Bitte geben Sie Ihre(n) Suchbegriff(e) ein!

Liste aller Vorträge seit 1987 als PDF

Referenten alphabetisch

1. Halbjahr 14 (23.02.14 - 20.07.14)

Prof. Dr. Peter Janich Prof. Dr. Peter Janich
Information. Von der Philosophie zur Politik

Sendezeit: So 23.02.2014, 08:00h


Von allen Wörtern, die aus der Wissenschaft kommend, Einzug in die Alltagssprache gehalten haben, dürfte das Wort „Information“ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die erfolgreichste Karriere gemacht haben. Es ist zum Allerweltswort geworden, es findet sich in praktisch allen Wissenschaften, es benennt bedeutende Bereiche von Technik, Wirtschaft und Kultur, und es ist Gegenstand zahlreicher Theorien und Texte. Trotz dieser Geläufigkeit ist sowohl unser alltäglicher als auch unser wissenschaftlicher Sprachgebrauch zweideutig. Peter Janich bringt aus philosophischer Perspektive ein wenig gedankliche Ordnung ins Chaos.



 Frank Rieger Frank Rieger
Information – Gläserne Verhältnisse?

Sendezeit: So 02.03.2014, 08:00h


Information ist weltweit zum wichtigsten Rohstoff des 21. Jahrhunderts geworden. Die neuen Entwicklungen und Enthüllungen rund um die digitale Überwachung, um fehlende Transparenz und die Möglichkeiten informationeller Selbstbestimmung haben die Debatte über die Auswüchse unserer „Informationsgesellschaft“ neu belebt. Frank Rieger gehört in Deutschland zu den engagierten Größen in Sachen Datenschutz, Netz- und Informationspolitik. Mit seiner Arbeit beim Chaos Computer Club will er das öffentliche Bewusstsein für netzpolitische Themen wie die Überwachung durch den Staat oder fehlende Datensicherheit schärfen. In seinem gemeinsam mit Constanze Kurz veröffentlichten Buch „Die Datenfresser“ beanstandet er den Datenhunger von Unternehmen und Behörden und spricht sich für stärkeren Datenschutz und mehr Demokratie im Netz aus.



Prof. Dr. Miriam Meckel Prof. Dr. Miriam Meckel
Total Recall – Wie das Internet unser Denken und Leben verändert

Sendezeit: So 09.03.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 02.12.2012


Vor zwanzig Jahren gab es noch keine Smartphones, kein Facebook, Youtube oder Google. Kaum jemand hatte eine Vorstellung davon, wie weitreichend die neue Medientechnologie unser aller Leben prägen würde. Heute sind zwanzig Datenpunkte sind ausreichend, um einen Menschen berechnen zu können. Wo wir leben, was wir kaufen, wohin wir reisen, mit wem wir sprechen, was wir mögen, wen wir lieben - all das ist in den Computernetzwerken längst über uns gespeichert und wird so ausgewertet, dass wir vorhersagbar werden. Der Computer weiß, wie wir entscheiden werden, bevor wir das selbst wissen. Wir kaufen Bücher, die Amazon uns vorschlägt, wir hören Musik, die Apple uns empfiehlt, wir befreunden uns mit Menschen, die Facebook für passend hält. Alles wird analysierbar. Aber um welchen Preis?



Prof. Dr. Geert Lovink Prof. Dr. Geert Lovink
Hör auf zu suchen, fang an zu fragen! Kritische Google-Recherche

Sendezeit: So 16.03.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 20.11.2011


Wie hat sich durch Google und Co. unser Umgang mit Informationen verändert? Das Internet hat viele Aspekte unseres täglichen Lebens beeinflusst: Wie wir Kontakte pflegen, ein- und verkaufen, kommunizieren und vieles mehr. Am stärksten aber hat sich unser Verhalten bei der Informationssuche verändert. Eine unerschöpfliche Menge an Daten aller Art ist online verfügbar. Nahezu alle jungen Menschen in Deutschland surfen täglich, loggen sich in Soziale Netzwerke ein und veröffentlichen zumeist auch eigene persönliche Informationen. Dabei ist das Internet leider auch ein idealer neuer Tatort für aggressives Verhalten, Psychoterror, politische Agitation und Straftaten wie Betrug, Erpressung, Diebstahl, sexuelle Gewalt und vieles mehr. Auch die Situation der Opfer ist eine andere: Ihre Viktimisierung ist öffentlich und kann nicht „gelöscht“ werden.



Dr. Catarina Christina Katzer Dr. Catarina Christina Katzer
Tatort Internet – Herausforderung für Politik, Bildung und Erziehung

Sendezeit: So 16.03.2014, 08:05h
Erstausstrahlung: So 13.11.2011


Wie hat sich durch Google und Co. unser Umgang mit Informationen verändert? Das Internet hat viele Aspekte unseres täglichen Lebens beeinflusst: Wie wir Kontakte pflegen, ein- und verkaufen, kommunizieren und vieles mehr. Am stärksten aber hat sich unser Verhalten bei der Informationssuche verändert. Eine unerschöpfliche Menge an Daten aller Art ist online verfügbar. Nahezu alle jungen Menschen in Deutschland surfen täglich, loggen sich in Soziale Netzwerke ein und veröffentlichen zumeist auch eigene persönliche Informationen. Dabei ist das Internet leider auch ein idealer neuer Tatort für aggressives Verhalten, Psychoterror, politische Agitation und Straftaten wie Betrug, Erpressung, Diebstahl, sexuelle Gewalt und vieles mehr. Auch die Situation der Opfer ist eine andere: Ihre Viktimisierung ist öffentlich und kann nicht „gelöscht“ werden.



Prof. Dr. Joseph Weizenbaum Prof. Dr. Joseph Weizenbaum
Wir suchen nach Erkenntnis und ertrinken in Information

Sendezeit: So 23.03.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 06.05.2001


Als vor 75 Jahren Walter Lippmann über das 'sprechende Bild' räsonierte, ahnte niemand, welche Dimensionen das aufkommende Medienzeitalter annehmen würde. Inzwischen hat der Computer flächendeckend Einzug gehalten und wir feiern die Chancen der neuen Multimedia-Techniken. Noch nie wurden Menschen mit einer solchen Informationsfülle überhäuft wie heute. Welche gravierenden gesellschaftlichen Konsequenzen diese Entwicklung haben wird, ist dabei noch unklar. Wie viel visuelle Stimulation verträgt der Mensch? Wie viel Information kann er verarbeiten? Joseph Weizenbaum warnt davor, Information mit Wissen oder gar Erkenntnis zu verwechseln. In den neuen Kommunikationstechnologien sieht er eine Bedrohung für die soziale Kultur der Menschen.



Prof. Dr. Hans Burkhardt Prof. Dr. Hans Burkhardt
Was ist „Information“? – von Claude Shannon bis heute

Sendezeit: So 30.03.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 30.10.2011


Die Erfolgsgeschichte der modernen Informationstechnologie begann 1948 mit dem Aufsatz "A Mathematical Theory of Communication" des amerikanischen Mathematikers Claude Shannon. Er definierte Information als physikalische Größe, messbar in der Einheit "Bit". Seine Vorgaben ermöglichten es, den Aufwand für die technische Übertragung von Information exakt zu berechnen. In diesem Vortrag erläutert Hans Burkhardt, welche Denkleistungen die Grundlage bilden für unseren mit Handys, Digitalkameras, CD‘s und Internet gefüllten Alltag. Er zeigt, wie sich die junge Wissenschaft Informatik und ihr Kerngebiet - die Information - entwickelt haben und dass ein neuer Paradigmenwechsel ansteht, der mit web 2.0 und web 3.0 unsere Welt wiederum gründlich verändern könnte.



Prof. Dr. Holger Lyre Prof. Dr. Holger Lyre
Der Begriff der Information. Was er leistet und was er nicht leistet

Sendezeit: So 06.04.2014, 07:45h


Sowohl in den Naturwissenschaften als auch in den Sprach- und Bedeutungstheorien spielt der Informationsbegriff eine zentrale Rolle. Für seine Verwendung in den Naturwissenschaften zeigt sich aber, dass er sehr häufig auf andere Begriffe wie Struktur, Wahrscheinlichkeit oder Komplexität reduziert werden kann. Demgegenüber führen Fragen nach Bedeutung und Semantik typischerweise über die enge Informationstheorie hinaus. Holger Lyre verortet Information in seiner philosophisch-naturwissenschaftlichen Einführung in die Informationstheorie als eigene empirische Größe mit relativem Gehalt in den jeweiligen Wissenschaften.



Prof. Dr. Jens Reich Prof. Dr. Jens Reich
„Gläserne Genome?“ Bio-Informationen und die Grundlage allen Lebens

Sendezeit: So 13.04.2014, 07:45h


In den Biowissenschaften hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten ein grundlegender Perspektivwechsel vollzogen. Zuvor wurden lebende Systeme als selbstorganisierte, teils selbst-, teils außengesteuerte materielle Prozesse verstanden. Als Elementareinheit galt die durch Membranen geklammerte Zelle. Leitdisziplinen waren Biophysik und Biochemie. Diese sind heute Hilfstechniken für die neuen Leitdisziplinen: Genomik und Epigenomik. Basiselemente sind Moleküle, die zu informationsgeleiteter Wechselwirkung fähig sind. Die Gesamtheit dieser Vorgänge lässt sich analog zu einer Informationsverarbeitung in Textform abbilden. In riesigen Datenbanken können Wissenschaftler heute den Informationsstand und die Informationsverarbeitung lebender Systeme vergleichen und analysieren. Der Informationsaspekt ist mit der Genomik zum Leitfaden der Biologie des 21. Jahrhunderts geworden.



Dr. Ulrich Warnke Dr. Ulrich Warnke
Information und Energie – Die Grundbausteine des Lebens

Sendezeit: So 27.04.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 18.12.2011


"Wer sie verstanden hat, der hat sie nicht verstanden" sagte der berühmte Physiker Richard Feynman über die Quantenphysik. Obwohl es ohne sie weder Datenspeicher noch Leuchtstoffröhren gäbe und wir gewissermaßen von Quantenphysik umgeben sind, bleibt uns die Quantenwelt verborgen. Die Quantentheorie ist mit "dem gesunden Menschenverstand" nicht zu erfassen und daher dem Laien nur schwer zugänglich. Ein kritischer Umgang mit den verschiedenen Behauptungen, die, jenseits der Wissenschaft, immer wieder über Quantentheorie, Quantenphilosophie und Quantenheilung aufgestellt werden, ist daher notwendig. In diesem Vortrag erläutert Ulrich Warnke seine Theorie von Information als codierter Energie. Subjektives Bewusstsein, so Warnke, beeinflusst die Materie und steuert damit die Bildung der Realität.



Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf
Politik und Religion - Zur Diagnose der Gegenwart

Sendezeit: So 04.05.2014, 07:45h


Der politisch-religiöse Radikalismus der Gegenwart hat die Sprengkraft verdeutlicht, die Religion in sich birgt, und das Verhältnis von Politik und Religion heute wieder zu einem zentralen Gegenstand der öffentlichen Debatte gemacht. Nachdem viele Sozialwissenschaftler in der Vergangenheit erwartet hatten, dass Religion im Zuge des „Modernisierungsprozesses“ immer mehr an Bedeutung verlieren würde, wird heute vom „Ende der Säkularisierungsthese“ gesprochen. Auch in vielen modernen Gesellschaften ist die bleibende Vitalität des Religiösen und die Rückkehr religiöser Akteure in den öffentlichen Raum festzustellen. Dabei bringt eine neue religiöse Vielfalt untereinander rivalisierende Glaubensakteure hervor. Doch wie auch immer die religiöse Lage in den verschiedenen Gesellschaften beschrieben werden kann: Die Meinung, dass Politik und Religion sich sauber trennen ließen, hat sich, so Friedrich Wilhelm Graf, als Illusion herausgestellt.



 Tarek Tawfik Tarek Tawfik
Spannungen und Spiegelungen zwischen Ost und West

Sendezeit: So 11.05.2014, 07:45h


Ein genauer Blick auf die Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident ist notwendig, um zu verstehen, wie sich die Beziehungen zwischen Ost und West im Lauf der Geschichte verändert haben. Der ägyptische Archäologe Tarek Tawfik spannt in diesem Vortrag den Bogen von den frühen Handelsbeziehungen im Mittelmeerraum und ersten militärischen Auseinandersetzungen der Ägypter mit den „Seevölkern“, von gegenseitiger Berührung und Austausch zur Zeit Alexanders des Großen und der Römer, von der Tang-Dynastie, den Kreuzzügen, dem Osmanischen Reich und der Zeit des Kolonialismus bis zu den beiden Weltkriegen, der Gründung des Staates Israel und den Folgen im Nahen Osten, der Suez-Krise, dem Sechs-Tage-Krieg, dem Aufschwung der Golf-Staaten bis zu den Folgen der Globalisierung, zum arabischen Frühling und schließlich zu aktuellen Fragestellungen.



Prof. Dr. Gudrun Krämer Prof. Dr. Gudrun Krämer
Der Islam

Sendezeit: So 18.05.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 29.10.2006


Religion und Staat sind im Islam keineswegs so unauflöslich miteinander verknüpft, wie unter dem Eindruck des zeitgenössischen Islamismus, der diese Einheit postuliert, weithin angenommen wird. Auch im Islam haben sich Religion und Politik frühzeitig ausdifferenziert, ohne sich jedoch ganz voneinander zu lösen. Eine Kirche als verfasste Institution kennt der Islam allerdings nicht, so dass Säkularisierungsprozesse nicht als Trennung von Kirche und Staat verstanden werden können. Von großer Bedeutung ist jedoch das religiöse Recht, die Scharia, deren Anwendung die Islamisten heute so verhement fordern. Daher kreist die Säkularisierungsdebatte um die Möglichkeiten, Folgen und Gefahren einer Anwendung der Scharia.



Prof. Dr. Kurt-Jürgen Maaß Prof. Dr. Kurt-Jürgen Maaß
Der Euro-islamische Dialog in der Krise

Sendezeit: So 25.05.2014, 07:45h


Europa und die islamisch geprägte Welt haben ein gestörtes Verhältnis. Positiven europäischen Stichwörtern wie Urlaubsreisen, Stoffen, Teppichen, Schmuck, Kunst, Film, Literatur stehen negative wie religiöse Zersplitterung und innerreligiöse Konflikte, politische Gewalt, Fanatismus, Salafismus, Radikalisierung, und Terror gegenüber. Islamische negative Stichwörter sind Kreuzzüge, Kolonialismus, Krieg, Gewalt, Völkerverletzung, Kooperation mit islamischen Diktatoren, der Israel-Palästina-Konflikt, Islamophobie. Vertreter der islamischen Zivilgesellschaften, so Kurt-Jürgen Maaß, wollen aber den Dialog mit dem Westen, wollen mehr (vor allem akademischen) Austausch von Menschen, objektivere Medienberichterstattung, eine gegenseitige Schulbuchrevision, Gespräche und Austausch über gute Regierungsführung, Rechtssicherheit, Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frauen, Korruptionsbekämpfung ….



 Necla Kelek Necla Kelek
Chaos der Kulturen - Integration und muslimisches Leben in Europa

Sendezeit: So 01.06.2014, 07:45h


Das statistische Bundesamt geht davon aus, dass nahezu 30% aller Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Die Integration dieser Kinder in unsere Gesellschaft stellt den Staat und alle Bürger vor eine große Aufgabe. Fast jede Stadt und jedes Land hat inzwischen ein Integrationskonzept. Aber wie kann Integration gelingen? Während die Mehrheitsgesellschaft vor allem die hohen Kosten der Zuwanderung und die mangelnde Integrationsbereitschaft besonders der muslimischen Migranten sieht, klagen diese über Ausgrenzung und Benachteiligung. Die Ursachen werden – je nach politischer Verortung – in politischen, sozialen, ökonomischen oder kulturell-religiösen Gründen gesehen. Aber wie immer wir dazu stehen, wir können diese Aufgabe nicht ignorieren. Denn wenn es uns nicht gelingt, unsere gesamte Jugend zu qualifizieren und an die Werte der Demokratie und des sozialen Rechtsstaates heranzuführen, müssen wir, möglicherweise schon in naher Zukunft, mit einem „Kulturabbruch“ rechnen.



Prof. Dr. Klaus J. Bade Prof. Dr. Klaus J. Bade
Integration, Kulturangst und Terror in der Einwanderungsgesellschaft

Sendezeit: So 15.06.2014, 07:45h


Integration ist kein einfacher, fröhlicher Weg in ein buntes Paradies. Einwanderungsgesellschaften müssen schwierige und unübersichtliche Kultur- und Sozialprozesse bewältigen. Denn nur, wenn es gelingt, dass Zuwanderer- und Mehrheitsbevölkerung zusammenwachsen, kann Integration gelingen. Im günstigen Fall entwickelt sich eine neue, kollektive Identität. Oft allerdings entstehen Identitätskrisen gesellschaftliche Konflikte – bis hin zu einer negativen Koalition der Extreme, die sozialen Frieden unmöglich macht. Klaus Bade fordert „Gesellschaftspolitik für alle“ anstatt „Integrationspolitik für Migranten“. Professor Dr. Klaus J. Bade war Direktor des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück. Von 2008 bis 2012 war er Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration.



Prof. Dr. Claus Leggewie Prof. Dr. Claus Leggewie
Kulturelle Vielfalt statt kulturelle Einfalt - Die multikulturelle Gesellschaft

Sendezeit: So 22.06.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 01.10.2000


Mit seinem Buch "Multi-Kulti" traf Claus Leggewie 1990 den wunden Punkt einer Gesellschaft, die nach dem Fall der Mauer mit der Vereinigung ihrer beiden Volkshälften beschäftigt war. Nach Ansicht Leggewies haben nur die Gesellschaften eine Zukunft, die es verstehen, mit ihren verschiedenen Ethnien und kulturellen Formen umzugehen. Vor allem am Einwanderungsland Amerika macht er deutlich, wie erfolgreiche Einwanderungspolitik aussehen könnte.



Prof. Dr. Wolfgang Schluchter Prof. Dr. Wolfgang Schluchter
Kampf der Kulturen?

Sendezeit: So 29.06.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 17.02.2002


Nach dem 11. September 2001 war überall vom "Kampf der Kulturen" die Rede. Das Stichwort dafür lieferte der gleichnamige Bestseller des amerikanischen Politologen Samuel P. Huntington. Er prognostizierte für das 21. Jahrhundert einen Zusammenprall der Zivilisationen, der im Kern religiösen Charakter habe. Es stellt sich deshalb die Frage, wie die gegenwärtige religiöse Situation aussieht und ob der Begriff "Kampf der Kulturen" darauf passt.



Prof. Dr. Hartmut Bobzin Prof. Dr. Hartmut Bobzin
Der Koran und der Friede. Zentrale Stellen – neu übersetzt und aktuell gedeutet

Sendezeit: So 06.07.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 05.07.2009


Der Koran, das "heilige Buch der Muslime", Grundtext einer der großen Weltreligionen, ist ein literarisches Werk von großer sprachlicher Schönheit. Aber immer auch ein politisches Buch, ein Buch, das Einfluss nimmt auf das Leben der Gläubigen, auf Recht und Politik. Gewaltbereite Muslime berufen sich heute ebenso auf den Koran wie die dialogbereiten und um Frieden bemühten Gruppen. Grundlage einer angemessenen Beurteilung ist die genaue Kenntnis des Textes. Hartmut Bobzin hat eine neue Übersetzung der zentralen Texte des Korans mit kurzen Erläuterungen zu religiöser Praxis und Frömmigkeit, zu Recht und Politik veröffentlicht. Auf dieser Grundlage spricht er zu einem höchst aktuellen Thema.



Prof. Dr. Ludger Lütkehaus Prof. Dr. Ludger Lütkehaus
"Christus oder Mohammed". Karl May: Fiktion und Fundamentalismus im Kampf der Kulturen

Sendezeit: So 13.07.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.07.2009


Karl May, der erfolgreichste Schriftsteller deutscher Sprache, ist weit mehr als nur ein "Jugendbuchautor". Lange vor Harry Potter war "Fantasy" seine Art der Literatur. Seine "edelmenschlichen" Heroen von Old Shatterhand bis Kara Ben Nemsi nähren sich aus der Selbsterfindung ihres Autors: "Ich bin Old Shatterhand, ich bin Kara Ben Nemsi und habe erlebt, was ich erzähle". Der literarische Ego-Zentrismus geht dabei mit einem kulturellen und religiösen Euro-Zentrismus Hand in Hand. Immer wieder hat Karl May vor allem in seinen Orient-Romanen den "Kampf der Kulturen" als "Kampf der Religionen" inszeniert. Der Fundamentalismus eines missionarisch sendungsbewussten Christentums prallt auf einen militanten islamischen Fundamentalismus. Erst Mays humanistisches und pazifistisches Spätwerk deutet andere Wege an. Ludger Lütkehaus zeichnet den Zusammenhang von Fiktion und Fundamentalismus in Karl Mays Werk nach.



Prof. Dr. Jürgen Wertheimer Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Kulturen des Dialogs: Sprechen wir dieselbe Sprache?

Sendezeit: So 20.07.2014, 07:30h


Obwohl wir so gerne vom "Dialog der Kulturen" sprechen, ist es um die tatsächliche interkulturelle Verständigung nicht gut bestellt. Kommunikationsunfälle, Missverständnisse und oberflächliches Halbverstehen sind an der Tagesordnung. Denn die "Kulturen des Dialogs" sind höchst unterschiedlich. Alter und Rang der Akteure sind in unterschiedlichen Kulturen ebenso verschieden geregelt wie der Grad der Deutlichkeit, der Direktheit, mit dem gesprochen wird. Um der Herausforderung eines weltweiten Austauschs im 21. Jahrhundert gewachsen zu sein, bedarf es also einer Grammatik und Hermeneutik der höchst unterschiedlichen Dialogformen, um nicht immer wieder neue Konflikte - gerade durch das miteinander sprechen Wollen - zu provozieren.