Suche nach Sendungen

Bitte geben Sie Ihre(n) Suchbegriff(e) ein!

Liste aller Vorträge seit 1987 als PDF

Referenten alphabetisch

Sommerwiederholungen 14 (27.07.14 - 07.09.14)

Prof. Dr. Jörn Leonhard Prof. Dr. Jörn Leonhard
August 1914: Ein globales Panorama

Sendezeit: So 27.07.2014, 07:30h


Die Ereignisse des August 1914, die den Ersten Weltkrieg auslösten und am Ende nicht nur Europa, sondern die gesamte Weltordnung tiefgreifend erschütterten, werden gerne auf die suggestive Formel eines „Augusterlebnisses“ gebracht. Was aber war der August 1914, jene Phase zwischen der Abfolge der Kriegserklärungen und dem Ausbruch des realen Krieges in allen seinen entsetzlichen Dimensionen, mit Schlachtmeldungen und immer längeren Todeslisten, die alle Vorahnungen und Projektionen innerhalb kürzester Zeit entwerteten? Jörn Leonhard zeigt auf, was den August 1914 zu einer in dieser Form einmaligen historischen Verdichtung machte, und was die langfristigen Konsequenzen dieser Verdichtung waren.



Prof. Dr. Herfried Münkler Prof. Dr. Herfried Münkler
Der Große Krieg: Die Welt 1914 bis 1918

Sendezeit: So 03.08.2014, 07:30h


Der Erste Weltkrieg fegte die alte Weltordnung hinweg und haftet seit vier Generationen als „Der große Krieg“ im Gedächtnis. Als er ausbrach, am 1. August 1914, bejubelten noch viele, dass nun die Waffen sprachen. Doch vier Jahre später, 1918, war jede Illusion verflogen. Der Krieg hatte mehr als 10 Millionen Tote gefordert. Er besiegelte das Ende der alten Imperien, weckte Revanchegelüste und brachte die USA und die Sowjetunion auf die Weltbühne. Die Ära der Ideologien und Diktaturen begann, die schließlich auch zum Zweiten Weltkrieg mit all seinen Verwerfungen führte. Herfried Münkler zeichnet in diesem Vortrag die großen Linien dieses epochalen Ereignisses. Denn: „Wenn wir den Ersten Weltkrieg nicht verstehen, wird uns das ganze 20. Jahrhundert ein Rätsel bleiben.“



Prof. Dr. Manfred Berg Prof. Dr. Manfred Berg
Die USA und der Erste Weltkrieg

Sendezeit: So 10.08.2014, 07:30h


Als im August 1914 der Krieg in Europa ausbrach, rief US-Präsident Woodrow Wilson seine Landsleute zur Neutralität im Denken und im Handeln auf. Tatsächlich blieben die USA bis zum April 1917 neutral, dann aber zogen die Amerikaner unter dem Banner der Demokratie in den Krieg gegen das Deutsche Reich. Militärisch, wirtschaftlich und politisch sollte sich die amerikanische Intervention als entscheidend für den Ausgang des Krieges erweisen, doch wurden die Hoffnungen auf eine gemäß den Wilsonschen Prinzipien gestaltete neue Weltordnung enttäuscht. Manfred Berg beleuchtet in seinem Vortrag die Bedeutung der USA für den Verlauf des Ersten Weltkrieges und die Rückwirkungen des Krieges auf die amerikanische Gesellschaft.



Prof. Dr. Cord Arendes Prof. Dr. Cord Arendes
„Wirklichkeitsbilder“? Fotografie und Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Sendezeit: So 17.08.2014, 07:30h


Einer der Gründe für die Erinnerungsmacht des Ersten Weltkrieges liegt darin, dass wir über eine Reihe an visuellen Zeugnissen, an Filmmaterial, vor allem aber Fotografien verfügen. Doch dürfen wir diese Fotografien als so etwas wie "Wirklichkeitsbilder" betrachten? Wie sind sie entstanden? Wie und wann wurden sie veröffentlicht? Cord Arendes gibt in diesem Vortrag einen Überblick über die Motive und die Produktions- und Distributionsbedingungen von Fotografien zwischen 1914 und 1918. Und er beleuchtet die Bedeutung, die diese Fotografien bis heute für unsere Erinnerung an den "Großen Krieg" haben.



Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf
Politik und Religion - Zur Diagnose der Gegenwart

Sendezeit: So 24.08.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 04.05.2014


Der politisch-religiöse Radikalismus der Gegenwart hat die Sprengkraft verdeutlicht, die Religion in sich birgt, und das Verhältnis von Politik und Religion heute wieder zu einem zentralen Gegenstand der öffentlichen Debatte gemacht. Nachdem viele Sozialwissenschaftler in der Vergangenheit erwartet hatten, dass Religion im Zuge des „Modernisierungsprozesses“ immer mehr an Bedeutung verlieren würde, wird heute vom „Ende der Säkularisierungsthese“ gesprochen. Auch in vielen modernen Gesellschaften ist die bleibende Vitalität des Religiösen und die Rückkehr religiöser Akteure in den öffentlichen Raum festzustellen. Dabei bringt eine neue religiöse Vielfalt untereinander rivalisierende Glaubensakteure hervor. Doch wie auch immer die religiöse Lage in den verschiedenen Gesellschaften beschrieben werden kann: Die Meinung, dass Politik und Religion sich sauber trennen ließen, hat sich, so Friedrich Wilhelm Graf, als Illusion herausgestellt.



 Necla Kelek Necla Kelek
Chaos der Kulturen - Integration und muslimisches Leben in Europa

Sendezeit: So 31.08.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 01.06.2014


Das statistische Bundesamt geht davon aus, dass nahezu 30% aller Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Die Integration dieser Kinder in unsere Gesellschaft stellt den Staat und alle Bürger vor eine große Aufgabe. Fast jede Stadt und jedes Land hat inzwischen ein Integrationskonzept. Aber wie kann Integration gelingen? Während die Mehrheitsgesellschaft vor allem die hohen Kosten der Zuwanderung und die mangelnde Integrationsbereitschaft besonders der muslimischen Migranten sieht, klagen diese über Ausgrenzung und Benachteiligung. Die Ursachen werden – je nach politischer Verortung – in politischen, sozialen, ökonomischen oder kulturell-religiösen Gründen gesehen. Aber wie immer wir dazu stehen, wir können diese Aufgabe nicht ignorieren. Denn wenn es uns nicht gelingt, unsere gesamte Jugend zu qualifizieren und an die Werte der Demokratie und des sozialen Rechtsstaates heranzuführen, müssen wir, möglicherweise schon in naher Zukunft, mit einem „Kulturabbruch“ rechnen.



Prof. Dr. Wilhelm Schmid Prof. Dr. Wilhelm Schmid
Selbstgestaltung und Lebenskunst

Sendezeit: So 07.09.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 26.01.2014


Die Einen trauen sich nichts zu, die Anderen übertreiben es mit ihrem Selbst. Dass wir uns selbst gestalten und mit uns selbst befreunden können, ist nicht für alle selbstverständlich. Diese Selbstbeziehung so zu gewinnen, dass nicht Selbstsucht daraus wird, ist die Aufgabe der Lebenskunst, um die sich der Berliner Philosoph Wilhelm Schmid bemüht. Er spricht in diesem Vortrag davon, wie ein Mensch sich festigen kann, wenn er sich zu verlieren droht. Eine gelingende Selbstbeziehung ist auch die Basis für alle Beziehungen zu Anderen, denn nur wer mit sich selbst gut zurechtkommt, kann sich auch Anderen zuwenden und für sie da sein. Wer sich um die Selbstgestaltung bemüht, begibt sich in jeder Hinsicht auf den Weg zur Fülle des Menschseins.