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Referenten alphabetisch

2. Halbjahr 15 (13.09.15 - 14.02.16)

Prof. Dr. Lars P. Feld Prof. Dr. Lars P. Feld
Ach Europa! Der lange Weg zur Bewältigung der Eurokrise

Sendezeit: So 13.09.2015, 07:30h


Die Stabilisierung des Euro erscheint als unendliche Geschichte, besonders nachdem mit der Griechenland-Krise neue Unsicherheiten und Gefahren aufgetaucht sind. Die Krise wird zum Dauerzustand und euroskeptische Stimmen gewinnen an Zustimmung, nicht nur in Deutschland. Das Verhältnis zwischen den europäischen Staaten, zwischen ihren Regierungen und ihren Bevölkerungen leidet. Gleichwohl sind rein politisch motivierte Bekenntnisse zur gemeinsamen Währung gefährlich. Die jüngsten Entwicklungen machen vielmehr deutlich, dass die Fähigkeit und die Bereitschaft der europäischen Staaten, Fehlentwicklungen mit frischem Geld kurzfristig zu kaschieren, immer mehr an ihre Grenzen stoßen. Viele Menschen fragen sich vor diesem Hintergrund: Gibt es grundsätzliche Entscheidungen, die getroffen werden könnten, um die Dauerkrise wirksam zu beenden? In diesem Vortrag wird diskutiert, ob sich die ökonomischen Rahmenbedingungen, die Strukturen der Europäischen Währungsunion verändern müssten, um den Euro zu stabilisieren und langfristig erfolgreich und stabil zu halten.



 Rainer Trampert Rainer Trampert
Europa zwischen Weltmacht und Zerfall

Sendezeit: So 20.09.2015, 07:30h


Wird Europa zum Sanierungsfall während die halbe Menschheit sich auf dem Weg der größten Industriealisierung aller Zeiten befindet? Worauf steuern die Verschiebung der Produktion nach Asien, das Tauziehen um die Ukraine, die Stellvertreterkriege im Nahen Osten und in Afrika und andere geostrategische Brennpunkte zu? Anders als im 19. Jahrhundert driften Kapitalbewegung und Staatsidee heute auseinander. Das Kapital sprenge die Fesseln der europäischen Nationen und die Marktwirtschaft sei historisch überholt, meint Rainer Trampert. Er fragt nach einem neuen Bewusstsein für eine neue Gesellschaft.



PD Dr. Alexander Thiele PD Dr. Alexander Thiele
Staatsanleihenkäufe und Co. - Die EZB außer Rand und Band?

Sendezeit: So 27.09.2015, 07:30h


Was machen eigentlich Zentralbanken? Noch vor wenigen Jahren hätten allenfalls Spezialisten diese Frage beantworten können. Seit dem Ausbruch der Eurokrise ist das anders. Begriffe wie Offenmarktgeschäfte, Anleihekäufe, Geldmengenausweitung oder Quantitative Easing sind heute praktisch jedem Zeitungsleser ein Begriff. Aber durfte und darf die EZB eigentlich in dieser Form handeln? Hat sie nicht zumindest durch einige dieser Maßnahmen ihr Mandat verletzt und verbotene Staatsfinanzierung betrieben? Ihre Aufgabe ist es doch allein, für Preisstabilität zu sorgen. Und zuletzt: Warum spielt das Recht in der gesamten Diskussion überhaupt so eine prominente Rolle? Diesen und weiteren Fragen geht PD Dr. Alexander Thiele in seinem Vortrag nach.



 Karl Bär Karl Bär
TTIP - Investorenschutz versus Demokratie?

Sendezeit: So 04.10.2015, 07:30h


TTIP gefährdet die Rechte der Verbraucher, die Umwelt und die Ärmsten der Erde. Das sagen zumindest die Kritiker. Gibt es Probleme für die Demokratie bei TTIP und ist es gerechtfertigt, Investoren über Schiedsgerichte besondere Schutzmöglichkeiten zu gewähren? Wie funktioniert so etwas überhaupt, Investorenschutz über Schiedsgerichte? Gibt es auch andere Möglichkeiten, Investoren zu schützen? Wie wäre es mit einem Internationalen Handelsgericht? Diese und andere Fragen werden Karl Bär und Professor Dr. Michael Stürner in ihren Vorträgen behandeln.



Prof. Dr. Michael Stürner Prof. Dr. Michael Stürner
TTIP - Investorenschutz versus Demokratie?

Sendezeit: So 04.10.2015, 07:50h


TTIP gefährdet die Rechte der Verbraucher, die Umwelt und die Ärmsten der Erde. Das sagen zumindest die Kritiker. Gibt es Probleme für die Demokratie bei TTIP und ist es gerechtfertigt, Investoren über Schiedsgerichte besondere Schutzmöglichkeiten zu gewähren? Wie funktioniert so etwas überhaupt, Investorenschutz über Schiedsgerichte? Gibt es auch andere Möglichkeiten, Investoren zu schützen? Wie wäre es mit einem Internationalen Handelsgericht? Diese und andere Fragen werden Karl Bär und Professor Dr. Michael Stürner in ihren Vorträgen behandeln.



Prof. Dr. Leo Kaas Prof. Dr. Leo Kaas
Das Kapital im 21. Jahrhundert. Eine kritische Auseinandersetzung mit Thomas Pikettys Thesen

Sendezeit: So 11.10.2015, 07:30h


Die Veröffentlichung von Thomas Pikettys Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ im vergangenen Jahr hat in der Öffentlichkeit große Wellen geschlagen. Das Buch und seine Thesen haben eine lebhafte Debatte zu Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit angestoßen. Piketty wird von vielen Kommentatoren als neuer „Heilsbringer“ der Ökonomie angesehen, der die bekannten „neoklassischen“ Denkmuster auf den Kopf stellt. Doch findet Piketty keinesfalls nur Zuspruch; einige namhafte Ökonomen haben sich sehr kritisch mit den Thesen des Buches auseinandergesetzt. Was sind die Kernaussagen des Buches? Und aus welchen Gründen wird Piketty dafür kritisiert?



 Norbert Trenkle Norbert Trenkle
Die große Entwertung. Über die fundamentalen Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise

Sendezeit: So 18.10.2015, 07:15h


Auch sieben Jahre nach dem Ausbruch der großen Wirtschafts- und Finanzkrise herrscht über deren Ursachen immer noch Unklarheit. Während zumeist die übertriebene Aufblähung von Kredit und Spekulation dafür verantwortlich gemacht wird, besteht die Politik der Krisenbekämpfung im Kern genau darin, durch eine gigantische Geldzufuhr die Finanzmärkte in noch größerem Ausmaß aufzupumpen. Dieses widersprüchliche Vorgehen entspringt einem Pragmatismus, der durchaus funktional ist. Denn die jahrzehntelange Aufblähung des Finanzüberbaus ist , so Norbert Trenkle, nicht die Ursache der wirtschaftlichen Verwerfungen, sondern stellt einen Mechanismus zur Aufschiebung einer viel grundlegenderen Strukturkrise da, die ihnen Ausgangspunkt bereits in den 1970er Jahren hat. Die Akkumulation von Kapital beruht seitdem auf einem Vorgriff auf zukünftigen Wert. Doch dieser Vorgriff auf die Zukunft stößt zunehmend an seine Grenzen. Der nächste Kriseneinbruch zeichnet sich daher bereits am Horizont ab.



Prof. Dr. Birger Priddat Prof. Dr. Birger Priddat
Ökonomie zwischen Markt, Kommunikation und Überredung

Sendezeit: So 25.10.2015, 07:30h


Um Gewinne zu machen, muss verkauft werden. Die Produkte bieten sich nicht selber an, sondern sie werden beworben. Auf einem Markt des allgegenwärtigen Überangebots muss der potentielle Käufer "überredet" werden. Anhand verschiedener Beispiele wie der Auswahl von Lebensmitteln im Supermarkt, Restaurantbesuchen, Bankberatungen oder Geldanlagen auf dem Kunstmarkt beschreibt Birger Priddat in diesem Vortrag die Mechanismen und Strategien, mit denen wir zum Kauf "überredet" werden.



Prof. Dr. Christian Kreiß Prof. Dr. Christian Kreiß
Heute gekauft, morgen entsorgt. Geplanter Verschleiß als Teil unseres Wirtschaftssystems

Sendezeit: So 08.11.2015, 07:30h


Ob Drucker, Fernseher oder Waschmaschine – nicht selten gehen Geräte kurz nach Ablauf der Garantie kaputt. Oft lohnt sich eine Reparatur nicht oder sie ist gar nicht erst möglich. Sorgen Hersteller kalkuliert und absichtlich dafür, dass die Lebenszeit ihrer Produkte begrenzt ist, damit wir Verbraucher mehr konsumieren? „Geplanter Verschleiß“ nennt sich ein Massenphänomen, das sinnlose Müllberge produziert und enorme Ressourcen verschlingt. Christian Kreiß setzt sich systematisch mit der geplanten Verringerung der Produktlebenszeit auseinander und beschreibt, wie große Konzerne weltweit mit dieser Absatzstrategie arbeiten. Er analysiert die fragwürdigen Methoden der Unternehmen, zeigt, wie die Werbung uns gezielt in die Irre führt und gibt Anregungen für eine neue Kultur der Nachhaltigkeit.



 Raphael Fellmer Raphael Fellmer
Vom Leben ohne Geld

Sendezeit: So 15.11.2015, 07:30h


Seit fünf Jahren lebt Raphael Fellmer vollständig ohne Geld. Er traf diese Entscheidung auf einer Reise, die ihn ohne Geld von Holland bis nach Brasilien und Mexiko führte. Mit seiner Konsumverweigerung möchte er mehr Bewusstsein schaffen für die Verantwortung, die wir alle für die Ungerechtigkeit in der Welt und die massive Verschwendung von Ressourcen tragen. Dabei setzt er sich für eine höhere Wertschätzung von Nahrungsmitteln und eine Kultur des Teilens und der Nachhaltigkeit ein. In diesem Vortrag erzählt er, wie er zu dieser Entscheidung kam, wie er in Berlin ein Netzwerk von "Lebensmittelrettern" gründete und wie er seinen Traum vom geldfreien Leben gemeinsam mit Frau und zwei Kindern zu verwirklichen versucht.



Prof. Dr. Niko Paech Prof. Dr. Niko Paech
Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie

Sendezeit: So 22.11.2015, 07:30h


Wachstum ist das Credo moderner Gesellschaften. Denn ohne Wachstum ist unser Wohlstand nicht zu haben. Dabei sind komplexe Verflechtungen und Abhängigkeiten entstanden. Die aktuellen Verschuldungs- und Finanzkrisen, für die keine Lösung in Sicht ist, die schonungslose Ausbeutung unseres Planeten und ein in vieler Hinsicht ungesundes Konsum- und Mobilitätsniveau stellen uns immer unausweichlicher vor die Frage: Kann es wirklich so weitergehen? Noch können wir uns eine Welt ohne Wachstum kaum vorstellen. Aber die Diskussionen über das Ende der Maßlosigkeit nehmen zu. Der Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech plädiert für eine Einschränkung industrieller Wertschöpfungsprozesse und für ein genügsameres, ökologisch verträglicheres und entlastendes Miteinander.



Prof. Dr. Heiner Keupp Prof. Dr. Heiner Keupp
Das Ich braucht das Wir. Vom unternehmerischen Selbst zur Selbstsorge

Sendezeit: So 29.11.2015, 07:30h


In Deutschland werden gesellschaftliche Veränderungen und der demografische Wandel mit Sorge und oft in negativen Szenarien beschrieben: Die Menschen würden immer egoistischer, der soziale Zusammenhalt ginge verloren, soziale Kälte mache sich breit. Für diese Sichtweise gibt es viele Belege, und sie wird auch aus tief sitzenden Ängsten gespeist. Es gibt aber auch andere Tendenzen und Entwicklungen, die für eine wachsende soziale Verantwortung, für zunehmendes Engagement und neue Formen von Alltagssolidarität sprechen.



Prof. Dr. Rolf Haubl Prof. Dr. Rolf Haubl
Hört beim Geld die Liebe auf und verdirbt es den Charakter? Zur Psychodynamik des Geldes

Sendezeit: So 06.12.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 03.10.1999


Fest steht, dass Konsum in unserer Gesellschaft einen enormen Stellenwert hat. Geld zu besitzen, konsumieren zu können, gilt weithin als Maßstab für Lebensqualität und oft genug als einzig erstrebenswertes Ziel. Dabei haben viele Menschen Schwierigkeiten im täglichen Umgang mit dem lieben Geld.



Prof. Dr. Ludger Lütkehaus Prof. Dr. Ludger Lütkehaus
Der Fluch des Zuviel. Vom Elend der Überproduktionsgesellschaft

Sendezeit: So 13.12.2015, 07:30h


Die alte Ökonomie der Knappheit, auch die von Karl Marx, war noch auf die Entfesselung der Produktivkräfte zur Amortisierung des Kapitals ausgerichtet. Heute indessen, auf dem Boden einer Überproduktionsgesellschaft, die mit dem Fluch des Zuviel geschlagen ist, kommt es auf Produktvernichtung an. Auf Produktveralterung durch „Fortschritt“, auf den Todestrieb der Produkte, die Ablösung der Gebrauchs- durch Verbrauchsgüter. Und auf die Werbung als Aura und Apotheose des Nichtigen.



 Ariadne von Schirach Ariadne von Schirach
Du sollst nicht funktionieren. Für eine neue Lebenskunst

Sendezeit: So 10.01.2016, 07:30h


Wir wollen attraktiv und jugendlich, gesund, beliebt, erfolgreich und selbstverständlich glücklich sein. Und wir glauben, wenn wir nur hart genug an uns arbeiten und immer alles richtig machen, dann kann uns das auch gelingen. Dabei unterwerfen wir uns auch in unserer persönlichen Lebensgestaltung den Werten des Marktes, der alles auf seine Verwertbarkeit hin untersucht und alles, womit er in Berührung kommt, in ein Geschäft verwandelt. Wir sind Unternehmen und Produkt zugleich, immer bemüht um Selbstoptimierung. Aber: Die Welt ist wie sie ist und hat doch den Wert, den wir ihr geben. Es ist Zeit, meint Ariadne von Schirach, für neue Perspektiven und Geschichten, die uns ermuntern, das Leben zu gestalten, anstatt es immer weiter auszubeuten.



Dr. Werner Bartens Dr. Werner Bartens
Schluss mit den falschen Vorschriften. Wichtig ist, was uns berührt

Sendezeit: So 17.01.2016, 07:30h


Lebe ich gesund? Trinke ich zu viel Bier? Esse ich genug Obst? Treibe ich genug Sport? Wie ist mein persönlicher Wasserverbrauch? Ständig kommen uns „Experten“ mit guten Ratschlägen und Vorschriften, wie wir unser Leben führen sollten. Eine Studie nach der anderen, ein Ratgeber jagt den Nächsten. „Es reicht!“ meint Werner Bartens und empfiehlt uns, uns endlich wieder auf die eigenen Instinkte und Gefühle zu verlassen und das zu tun, was unser Inneres und unsere Erfahrung uns sagen.



Dr. Gregor Eisenhauer Dr. Gregor Eisenhauer
Schreiben Sie Ihren Nachruf, bevor es andere tun. In fünf Schritten zur Unsterblichkeit

Sendezeit: So 24.01.2016, 07:30h


Lassen Sie sich nicht entmündigen! Je stärker die Dressur in unserer Gesellschaft, desto größer die Zahl der Ratgeber, die uns suggerieren, wir könnten unser Denken, Tun und Fühlen befreien. Bewusstseinsindustrie und Konsumgüterproduzenten arbeiten Hand in Hand. Individualität wird wie eine Konfektionsware gehandelt. Im Discounter der designten Persönlichkeitsstrukturen werden wir stündlich aufgefordert zuzugreifen: „be happy, be free, be divergent …“ Finger weg! Die letzte Freiheit, die uns bleibt ist: unserem Leben einen Sinn zu geben, der nicht in den Warenbüchern vorgezeichnet ist. Wie das gehen kann? Schreiben Sie ihren Nachruf zu Lebzeiten. Hierzu eine Anleitung von Gregor Eisenhauer - in fünf einfachen Schritten zur Unsterblichkeit.



 Bas Kast Bas Kast
Plötzlich macht es klick! Wie kommen wir auf gute Ideen?

Sendezeit: So 31.01.2016, 07:30h


Warum sind manche Menschen einfallsreicher als andere? Ist Kreativität eine besondere Gabe? Wie können wir unsere kreativen Kräfte im Alltag fördern? In den vergangenen Jahren haben Kognitions- und Hirnforscher den schöpferischen Prozess genauer unter die Lupe genommen. Ihre Erkenntnisse haben zu einem neuen Verständnis davon geführt, wie sich Kreativität entfaltet, wie gute Ideen in unseren Köpfen entstehen. In diesem Vortag führt Bas Kast anschaulich und unterhaltsam an die neueren Ergebnisse der Kreativitätsforschung heran.



Prof. Dr. Wolfgang Schmidbauer Prof. Dr. Wolfgang Schmidbauer
Kreativität als Lebenssinn

Sendezeit: So 07.02.2016, 07:30h


Die Sinnfrage verschwindet, sobald es ums Überleben geht. Sie wird sehr laut, wenn wir jung und gesund sind und nach einem Platz in einer Gesellschaft suchen, die frei von drückender Not ist. Psychologisch gehört zum Gefühl der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens ein ausgeglichenes Selbstgefühl. Dieses kann niemals definitiv gefunden und gefestigt werden, so Wolfgang Schmidbauer. Es entsteht in einem schöpferischen Prozess immer wieder neu. Und es festigt sich durch eigene Tätigkeit sehr viel mehr als durch äußere Anerkennung.



Prof. Dr. Ulrich Raulff Prof. Dr. Ulrich Raulff
Roß und Reiter. Oder: Was war die Pferdewissenschaft?

Sendezeit: So 14.02.2016, 07:30h


Von Sammlern hoch geschätzt, von der Wissenschaft und der Historie vergessen: Die Literatur über die Zähmung und Züchtung des Pferdes, seine Natur, seine Medizin, seine Schönheit und seinen Wert beschäftigte im Verlauf des achtzehnten und bis weit ins neunzehnte Jahrhundert hinein zahlreiche Federn. Eine Fülle von Monographien, Enzyklopädien und Zeitschriften, die zeitweise unter dem Titel „Pferdewissenschaft“ zusammengefasst wurden, beriet, belehrte und unterhielt Züchter, Kenner und Liebhaber. Wie die ebenfalls weitgehend vergessene Pferdemalerei des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts war die Pferdewissenschaft ein europäisches Phänomen, das sich freilich nicht mit einer jüdisch-christlichen, sondern mit einer arabischen Genealogie verband. Ulrich Raulff verbindet mit dem Blick in eine versunkene Kultur der Hippologie die Erinnerung an die längste Epoche der Geschichte: das Pferdezeitalter. Von den Zeitgenossen unbemerkt, neigte es sich bereits damals, auf dem Höhepunkt der Pferdewissenschaft, seinem Ende zu.