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Referenten alphabetisch

1. Halbjahr 16 (21.02.16 - 17.07.16)

Prof. Dr. Andreas Voßkuhle Prof. Dr. Andreas Voßkuhle
Die Verfassung der Mitte

Sendezeit: So 21.02.2016, 07:30h


Die Ordnung, die das Grundgesetz errichtet hat, zielte von Beginn an darauf, die „Mitte“ zu bewahren und zu stärken. An die Stelle des Weimarer „Kults der Entscheidung“ und des „Denkens in Extremen“ trat in der Bundesrepublik die Sehnsucht nach Ausgleich. Politik und Verfassungsrechtsprechung orientieren sich seither an Leitgedanken wie Angemessenheit, Kompromissbereitschaft, Nachhaltigkeit, Stabilität und Verantwortung. In den für die verfassungsrechtliche Diskussion so charakteristischen Mischkonzepten werden diese Ideen konkret: etwa im Gebot der „praktischen Konkordanz“, im Leitbild des „kooperativen Föderalismus“, in der „wohlwollenden Neutralität“, die das Verhältnis von Staat und Kirche charakterisiert, oder auch in der „personalisierten Verhältniswahl“. Der Vortrag spürt diesen Begriffen des Verfassungsdenkens nach und fragt zugleich, ob und wie das Verfassungsrecht auf die heute vielfach diagnostizierte „Krise“ der Mitte reagieren kann: Lässt sich das Versprechen der (sozialen) Mitte in einem globalen Umfeld, das von großer Dynamik und Diversität geprägt ist, noch einhalten?



Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier
Das Subsidiaritätsprinzip als Bremse gegen schleichenden Zentralismus?

Sendezeit: So 28.02.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 28.10.2007


Nach dem Subsidiaritätsprinzip soll eine staatliche Aufgabe soweit wie möglich von der jeweils unteren bzw. kleineren Einheit wahrgenommen werden. Der Gesamtstaat soll erst dann eingreifen, wenn die Probleme auf der Ebene der Gemeinden oder Bundesländer nicht zu bewältigen sind. Das Subsidiaritätsprinzip ist auch eine wichtige Grundlage der Europäischen Union, um die Organe der EU in der europäischen Gesetzgebung zu beschränken und einen übertriebenen europäischen Zentralismus zu verhindern. Was ist das Subsidiaritätsprinzip wirklich und ist es geeignet, die in es gesetzten Hoffnungen zu erfüllen?



Prof. Dr. Anne Peters Prof. Dr. Anne Peters
Recht und Politik - Der internationale Schutz der Menschenrechte

Sendezeit: So 06.03.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 30.09.2012


Die Idee der Menschenrechte ist als "die letzte Utopie der Menschheit" bezeichnet worden. Noch unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges wurde von den Vereinten Nationen 1948 die universelle Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Trotz laufender Ausweitung und Verfeinerung der völkerrechtlichen Instrumente werden überall auf der Welt Menschenrechte immer wieder massiv verletzt. Politische Repression, bewaffnete Konflikte, Unterentwicklung, Korruption und Umweltzerstörung sind einige der Faktoren, die den wirksamen Schutz der Menschenrechte hemmen. Neue Gefährdungen gehen von "global players", also von transnationalen Unternehmen, Militärdienstleistern und Terrorgruppen aus. Unter der Flagge eines kulturellen Pluralismus oder der Terrorismusbekämpfung werden derzeit vermeintlich gesicherte menschenrechtliche Grundwerte wieder in Frage gestellt.



Prof. Dr. Wolfgang Kersting Prof. Dr. Wolfgang Kersting
Elemente der Gerechtigkeit. Kant, Rawls und die gegenwärtige politikphilosophische Diskussion

Sendezeit: So 13.03.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 04.02.2007


In der politischen Moderne wird das Gerechtigkeitsverständnis auf die normative Grundlage des Menschenrechts gestellt. Institutionen des Rechts und der Politik können das Prädikat der Gerechtigkeit nur dann legitim beanspruchen, wenn sie institutionalisiertes Menschenrecht sind, d. h. wenn es sich um einen demokratisch organisierten Rechtsstaat handelt. Neben die Forderung der politischen Gerechtigkeit sind allerdings längst auch Forderungen der Verteilungsgerechtigkeit getreten. Hier werden die begrifflichen und politischen Verhältnisse unsicher; es ist schwierig, einen allgemein anerkannten Begriff der Verteilungsgerechtigkeit zu bestimmen. Wolfgang Kersting gibt einen kritischen Überblick über die politikphilosophischen Versuche, eine Konzeption egalitärer Verteilungsgerechtigkeit zu entwickeln.



Prof. Dr. Rudolf Stichweh Prof. Dr. Rudolf Stichweh
Kapitalismus und Exklusion

Sendezeit: So 20.03.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 23.09.2007


Armut, Langzeitarbeitslosigkeit, Isolation - allen Versprechungen der Verfassungen und aller Sozialarbeit zum Trotz fallen immer mehr Menschen durch alle Netze hindurch. Sie sind aus den sozialen Systemen der Gesellschaft ausgeschlossen. Rudolf Stichweh beschreibt die Entstehung und Entwicklung sozialer Ungleichheiten und untersucht die Einbeziehung bzw. Ausgrenzung von Personen in die globalisierten Funktionssysteme der modernen Gesellschaft.



Prof. Dr. Peter Sloterdijk Prof. Dr. Peter Sloterdijk
Die Trennung der Seele vom Körper und ihre Rückkehr zu ihm. Annäherung an die Prinzipien der Psychosomatik

Sendezeit: So 03.04.2016, 07:30h


„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“, schrieb Christian Morgenstern und brachte damit das Entscheidende zum Ausdruck. Alle unsere Gedanken und Gefühle erzeugen körperliche Reaktionen; unser seelisches Wesen und unsere körperliche Existenz sind auf das Engste miteinander verbunden. Aber was ist die Seele? Leib und Seele – Körper und Geist – Soma und Psyche: Seit der Antike ist das Nachdenken über die Existenz und Natur der Seele und die Frage nach ihrem Verhältnis zum Körper ein zentrales Thema sowohl in der Geschichte der Medizin als auch der Philosophie. Dabei entstand der Begriff Psychosomatik erst im frühen 19. Jahrhundert. Peter Sloterdijk unternimmt in diesem Vortrag eine philosophische Annäherung an eine zeitlose und gleichzeitige ungebrochen aktuelle Grundfrage der menschlichen Existenz.



Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg
Risikofaktoren verstehen, psychische Erkrankungen vermeiden. Therapieforschung am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Sendezeit: So 10.04.2016, 07:30h


Seit 40 Jahren widmet sich das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim der Erforschung der Entstehung psychiatrischer Erkrankungen und einer verbesserten Behandlung Betroffener. In dieser Sendung wird erläutert, welche Faktoren ein Risiko für psychiatrische Erkrankungen darstellen. Besonders Pubertät und Adoleszenz stellen eine sensible Lebensphase für die Gehirnreifung dar. In dieser Zeit finden wichtige neuronale Prozesse für die Entwicklung erwachsener Fähigkeiten und Verhaltensweisen statt, und es besteht eine besondere Anfälligkeit gegenüber störenden Einflüssen.



PD Dr. Miriam Schneider PD Dr. Miriam Schneider
Risikofaktor Adoleszenz. Die Bedeutung neuronaler Reifungsprozesse für psychiatrische Erkrankungen

Sendezeit: So 10.04.2016, 07:50h


Seit 40 Jahren widmet sich das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim der Erforschung der Entstehung psychiatrischer Erkrankungen und einer verbesserten Behandlung Betroffener. In dieser Sendung wird erläutert, welche Faktoren ein Risiko für psychiatrische Erkrankungen darstellen. Besonders Pubertät und Adoleszenz stellen eine sensible Lebensphase für die Gehirnreifung dar. In dieser Zeit finden wichtige neuronale Prozesse für die Entwicklung erwachsener Fähigkeiten und Verhaltensweisen statt, und es besteht eine besondere Anfälligkeit gegenüber störenden Einflüssen.



Prof. Dr. Martin Bohus Prof. Dr. Martin Bohus
Wie funktioniert moderne Psychotherapie? Grundlagen und Anwendung

Sendezeit: So 17.04.2016, 07:30h


1975 wurde das Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim als Stiftung des Landes Baden-Württemberg gegründet. Zu seinem 40jährigen Jubiläum informierte eine Reihe von Doppelvorträgen über das breite Tätigkeitsfeld des ZI. Psychotherapie ist wissenschaftlich nachweisbar wirksam und aus der deutschen Versorgungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Dennoch profitiert nur etwa jeder dritte Patient im Sinne einer langfristigen Heilung. Es besteht also der dringende Bedarf, die psychotherapeutische Methodik zu verbessern. Diese Sendung gibt eine Übersicht über die derzeitigen Bestrebungen und Tendenzen der modernen Psychotherapie-Forschung und Entwicklung. Diese orientiert sich nicht mehr an traditionellen Schulen wie etwa der Tiefenpsychologie, sondern an neuro-psychologischen Mechanismen, die psychischen Störungen zugrunde liegen. Dies führt zu einem völlig neuen Verständnis der Psychotherapie und räumt mit einigen weit verbreiteten Mythen auf.



Prof. Dr. Christian Schmahl Prof. Dr. Christian Schmahl
Wie funktioniert moderne Psychotherapie? Grundlagen und Anwendung

Sendezeit: So 17.04.2016, 07:50h


1975 wurde das Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim als Stiftung des Landes Baden-Württemberg gegründet. Zu seinem 40jährigen Jubiläum informierte eine Reihe von Doppelvorträgen über das breite Tätigkeitsfeld des ZI. Psychotherapie ist wissenschaftlich nachweisbar wirksam und aus der deutschen Versorgungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Dennoch profitiert nur etwa jeder dritte Patient im Sinne einer langfristigen Heilung. Es besteht also der dringende Bedarf, die psychotherapeutische Methodik zu verbessern. Diese Sendung gibt eine Übersicht über die derzeitigen Bestrebungen und Tendenzen der modernen Psychotherapie-Forschung und Entwicklung. Diese orientiert sich nicht mehr an traditionellen Schulen wie etwa der Tiefenpsychologie, sondern an neuro-psychologischen Mechanismen, die psychischen Störungen zugrunde liegen. Dies führt zu einem völlig neuen Verständnis der Psychotherapie und räumt mit einigen weit verbreiteten Mythen auf.



Prof. Dr. Falk Kiefer Prof. Dr. Falk Kiefer
Vom ersten Drink zum letzten Rausch Neue Erkenntnisse der Suchtforschung

Sendezeit: So 24.04.2016, 07:30h


Wie wird aus einem normalen und ursprünglich bewussten Alkoholkonsum ein Trinkverhalten, das kaum noch zu stoppen ist? Warum erscheint die Freiheit, sich für oder gegen den Konsum von Alkohol zu entscheiden, im Verlauf einer Suchtentwicklung immer mehr verloren zu gehen? Neue Erkenntnisse der Suchtforschung können über ein besseres Verständnis von süchtigem Verhalten hinaus auch Einblicke in grundlegende Mechanismen von Lernen und Gedächtnis, Motivation und Präferenzverhalten geben. Die Einrichtung des ersten Lehrstuhls für Suchtforschung in Deutschland und der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI in Mannheim war ein wichtiger Schritt zu einer besseren Versorgung von Suchtpatienten.



Prof. Dr. Karl Mann Prof. Dr. Karl Mann
Research meets practice. Erster Lehrstuhl für Suchtforschung in Deutschland

Sendezeit: So 24.04.2016, 07:50h


Wie wird aus einem normalen und ursprünglich bewussten Alkoholkonsum ein Trinkverhalten, das kaum noch zu stoppen ist? Warum erscheint die Freiheit, sich für oder gegen den Konsum von Alkohol zu entscheiden, im Verlauf einer Suchtentwicklung immer mehr verloren zu gehen? Neue Erkenntnisse der Suchtforschung können über ein besseres Verständnis von süchtigem Verhalten hinaus auch Einblicke in grundlegende Mechanismen von Lernen und Gedächtnis, Motivation und Präferenzverhalten geben. Die Einrichtung des ersten Lehrstuhls für Suchtforschung in Deutschland und der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI in Mannheim war ein wichtiger Schritt zu einer besseren Versorgung von Suchtpatienten.



Prof. Dr. Stephan Zipfel Prof. Dr. Stephan Zipfel
Prävention von Essstörungen

Sendezeit: So 08.05.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 24.06.2012


Essstörungen umfassen ein weites Spektrum unterschiedlicher Formen und Ausprägungen. Neben der Anorexia nervosa, der Magersucht, und der Bulimia nervosa, der Ess-Brech-Sucht findet sich unter anderem eine neue Form der Essstörung, das sogenannte "Binge-Eating". Der aktuelle Kinder- und Jugendsurvey, eine repräsentative bundesweite Umfrage, ergab, dass jedes 5. Kind oder Jugendliche in Deutschland Hinweise auf eine Essstörung zeigt. Es ist äußerst wichtig, die Betroffenen frühzeitig zu erkennen um wirksame Hilfsangebote machen zu können. Hier geht es vor allem um Selbstakzeptanz in einer Gesellschaft, die dem äußeren Erscheinungsbild und dem Schlankheitsideal dominante Bedeutung einräumt.



PD Dr. Leopold Hermle PD Dr. Leopold Hermle
Der gedopte Alltag - Pflanzliche und synthetische Psychostimulanzien

Sendezeit: So 22.05.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 17.06.2012


Der Gebrauch pflanzlicher und synthetischer Psychostimulanzien ist erstaunlich weit verbreitet und nimmt weltweit immer mehr zu. Es handelt sich dabei überwiegend um Substanzen, die wach machen, den Geist und die Tatkraft anregen und vor allem euphorisieren. Sie dienen der Steigerung der Konzentration, der Gedächtnisleistung und des Durchhaltevermögens, oder aber der körperlichen Leistungsfähigkeit, beispielsweise im Sport. Die Einnahme dieser Substanzen ist mit einem hohen Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial verbunden. Der Vortrag von Leopold Hermle gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand. Er stellt die verschiedenen psychischen, somatischen und sozialen Folgewirkungen und Komplikationen und die aktuellen therapeutischen Ansätze praxisnah dar.



Dr. Rainer Matejka Dr. Rainer Matejka
Müde, depressiv, abgeschlagen – schon mal an die Leber gedacht?

Sendezeit: So 29.05.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 24.07.2011


Immer mehr Menschen fühlen sich erschöpft und ausgelaugt. Trotz aufwendiger medizinischer Untersuchungen zeigen sich oft keine Ergebnisse und auch Psychotherapie hilft oft nicht weiter. Nicht selten sind Lebererkrankungen die Ursache, aber der Nachweis einer Leberstörung ist nicht immer einfach, und die Symptome sind oft unklar. Die Leber steht in einer faszinierenden Wechselbeziehung zu anderen Organen und zu unserem Gemüt. Auch bestimmte Augenprobleme, Migräne, Hämorrhoiden und vieles mehr haben eine Verbindung zum Leberstoffwechsel. Lebertherapie eröffnet daher oft überraschende Möglichkeiten bei vielen hartnäckigen Beschwerden. Leberstörungen sind aber nicht nur die Folge von Überernährung, Alkoholgenuss, Virusinfektionen oder Medikamenten. Auch negative Emotionen wie Wut, Ärger, Sorge oder Neid belasten die Leber. Die traditionelle chinesische Medizin kennt den Begriff der Leber-Qi-Schwäche, die oft mit Müdigkeit, Erschöpfung und depressiven Verstimmungen einhergeht.



Prof. Dr. Michael Meyen Prof. Dr. Michael Meyen
Sport ist … ein Medienereignis

Sendezeit: So 05.06.2016, 07:30h


Die Massenmedien, und hier vor allem das kommerzielle Fernsehen, haben den Spitzensport in Deutschland seit den 1980er Jahren stark verändert. Michael Meyens These lautet: Der Spitzensport als Teil des sozialen Funktionssystems Sport hat sich an die Handlungslogik des Mediensystems angepasst, um die Leistungen erbringen zu können, die vor allem im Wirtschafts- und im Politiksystem nachgefragt werden, und die dafür sorgen, dass es in Deutschland überhaupt Spitzensport gibt. Auf dem Volleyballfeld, im Modernen Fünfkampf oder auf dem Fußballplatz geht es immer noch um Sieg und Niederlage. Das ist der Code des sozialen Funktionssystems Sport. Aber wo und wann gespielt und gekämpft wird, nach welchen Regeln dies geschieht und wer mitmachen darf, das wird heute immer mehr nach den Erfordernissen der Medienwelt entschieden.



 Ulrike Spitz Ulrike Spitz
Sport ist … fairplay – oder auch nicht

Sendezeit: So 12.06.2016, 07:30h


Fairplay ist einer der Grundwerte des Sports und eine Voraussetzung für die herausragende Rolle, die er in der Gesellschaft innehat. Fairplay geht über die bloße Einhaltung der Regeln hinaus; es beinhaltet Chancengleichheit, Toleranz, den respektvollen Umgang mit dem Gegner sowie mit Sieg und Niederlage. Politiker und Sportfunktionäre werden nicht müde, den Wert des Fairplays für den Sport öffentlich zu propagieren. Aber wie sieht es in der Realität aus? Wird das hoch gelobte Fairplay auch gelebt – von Sportlern, aber auch von jenen, die gerne und oft darüber reden? Wir lesen in den Sportteilen der Zeitungen nicht nur über die schönen Seiten des Sports, sondern auch über Doping, Spielmanipulation, Gewalt oder Missbrauch von Schutzbefohlenen – wo bleibt da das Fairplay? Und was kann man tun, damit Fairplay nicht nur gepredigt, sondern auf und neben dem Platz auch umgesetzt wird?



Prof. Dr. Hannelore Schlaffer Prof. Dr. Hannelore Schlaffer
Vom Geist zum Körper. Die Geschichte des Alters

Sendezeit: So 19.06.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 03.07.2005


Was ist Alter? Wann beginnt es? Ist man tatsächlich so alt wie man sich fühlt? Altern ist ein physischer Prozess, der seit jeher von einer Rede begeleitet wird, die diesen Vorgang interpretiert und modelliert. Dieser Altersdiskurs prägt die Darstellungen der Malerei und der Literatur und hat auch Einfluss auf die Gestaltung des Alters im wirklichen Leben. Hannelore Schlaffer beschreibt diesen Diskurs von der Antike bis heute und spannt dabei den Bogen von Cicero, Horaz und Goethe bis zu Jean Améry und Monika Maron. Dabei hat sich wahrscheinlich nur eines seit der Antike wenig verändert: die unterschiedliche Art, wie Männer und Frauen ihr Altern erleben.



Prof. Dr. Andreas Kruse Prof. Dr. Andreas Kruse
Gestaltungsmöglichkeiten im Alter

Sendezeit: So 26.06.2016, 07:30h


In diesem Vortrag wird der Altersprozess seiner körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Dimension untersucht. Andreas Kruse zeigt auf, dass sich der Alternsprozess mit sehr verschiedenartigen Entwicklungen beschreiben lässt, je nachdem, welche der genannten Dimensionen angesprochen ist. Von entscheidender Bedeutung für die Lebensqualität das Wohlbefinden, die Selbstverantwortung und Teilhabe im Alter sind Faktoren, wie Plastizität, Kompensation, Kreativität und Generativität, das heißt Weitergabe von Wissen sowie Bereitschaft, für andere Menschen zu sorgen. Es wird zudem dargelegt, wie wichtig der gesellschaftliche und kulturelle Umgang mit Fragen des Alterns für die subjektive, persönliche Einstellung gegenüber dem eigenen Älterwerden ist.



Prof. Dr. Rainer Sauerborn Prof. Dr. Rainer Sauerborn
Altersbezogene Gesundheits- und Krankheitskonzeptionen. Aus internationaler Perspektive

Sendezeit: So 03.07.2016, 07:30h


Wie altern Menschen in verschiedenen Kulturen? Wie sieht die Lebenserwartung in den westlichen Staaten im Vergleich zu den Ländern Asiens und Afrikas aus? Welches Bild haben Gesellschaften von ihren Alten und wie gehen sie mit ihnen um? Sind die Bedingungen des Alterns und des Lebens im Alter nur abhängig vom Kontext, vom jeweiligen Kulturkreis und von den sozioökonomischen Bedingungen? Oder gibt es übergreifende Gemeinsamkeiten? Diesen Fragen geht Rainer Sauerborn in seinem Vortrag nach.



Prof. Dr. Henriette Herwig Prof. Dr. Henriette Herwig
Repräsentationen des Alters in der Literatur der Gegenwart

Sendezeit: So 10.07.2016, 07:30h


Das Alter ist zum Thema der Literatur geworden. Und mit ihm die Endlichkeit des menschlichen Lebens und damit Fragen der Menschenwürde, der Erinnerung, des Beziehungsverlusts und des Sterbens. Eine besondere Herausforderung geht von der Alzheimer-Krankheit und allen Formen demenzieller Erkrankungen aus, denn sie stellen das cartesianische Menschenbild in Frage und fordern von Angehörigen und Pflegenden ein Höchstmaß an Empathie, Phantasie und Geduld. Der Vortrag zeigt, wie neuere Romane und Essays alte Figuren zeichnen, demenzielle Erkrankungen darstellen und dem Prozess des progressiven Erinnerungsverlusts, des Verlusts der kognitiven Fähigkeiten, der Sprach- und Handlungskompetenz, des körperlichen Verfalls, des Identitätsverlusts und des Zerfalls sozialer Netzwerke damit eine nachvollziehbare Sprache geben.



Prof. Dr. Anja Hartung Prof. Dr. Anja Hartung
Alter und Medien

Sendezeit: So 17.07.2016, 07:30h


„Medienkompetenz“ zu besitzen ist heute unerlässlich, auch für ältere Menschen. Die Fähigkeit, mit der Dynamik medientechnischer Innovationen mitgehen zu können, gilt als Beweis dafür, mit den Idealen der Zeit im Einklang zu sein. Die „aktiven Alten“ surfen, chatten und twittern freudig, so jedenfalls verkünden es die neuen Leitbilder des Alters. Aber was leisten die medialen Entwicklungen tatsächlich für die Handlungsoptionen der alternden Menschen? Der Vortrag von Anja Hartung geht der Frage nach, wie es möglich ist, in mediatisierten Gesellschaften zufrieden, selbstbestimmt und sozialverantwortlich alt zu werden und alt zu sein.