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Referenten alphabetisch

2. Halbjahr 16 (18.09.16 - 19.02.17)

 Jürgen Kaube Jürgen Kaube
Im Reformhaus. Zur Krise des Bildungssystems

Sendezeit: So 18.09.2016, 07:30h


Das deutsche Bildungssystem glänzt durch Kurzatmigkeit und Reformeifer. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass die Kultusministerien neue Richtlinien und Erlässe verabschieden. Gleichbehandlung ist das Zauberwort, die Folgen ihrer Verwirklichung bleiben unreflektiert. Für die meisten Politiker sind Bildungsfragen in erster Linie Fragen des Erhalts von Arbeitsplätzen. Schüler und Studenten sehen in ihrem Bildungsweg zunehmend nur den instrumentellen Sinn, Zertifikate zu erlangen. Als der Begriff „Bildung“ im achtzehnten Jahrhundert aufkam, ging es um Erziehung zur Individualität. Der Unterricht sollte es dem Schüler ermöglichen, herauszufinden, was alles in ihm steckt. Alles – das heißt eine ganze Welt, nicht nur eine Berufskarriere.



Prof. Dr. Gunter Dueck Prof. Dr. Gunter Dueck
Bildung der Zukunft oder Kopfreform?

Sendezeit: So 25.09.2016, 07:30h


Immer mehr Wissen und Kompetenz wandert in automatisierte Systeme. Damit ändern sich die Anforderungen in einer gleichzeitig immer komplexeren Arbeitswelt. Reines Fachwissen verliert an Bedeutung, Anpassung an sich stetig wandelnde Prozesse, Offenheit und Neugier werden immer wichtiger. Gunter Dueck beschreibt in diesem Vortrag anhand vieler Beispiele welche Kompetenzen in der Arbeitswelt von morgen gefragt sind.



Prof. Dr. Heinz Bude Prof. Dr. Heinz Bude
Bildungspanik – Was unsere Gesellschaft spaltet

Sendezeit: So 02.10.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 14.10.2012


Eine große Sorge hat unsere Gesellschaft erfasst: Werden unsere Schüler und Studenten eines Tages gegen die internationale Konkurrenz bestehen können? Die Ergebnisse der PISA-Studien wecken gehörige Zweifel und haben eine Grundsatzdiskussion über unser Schulsystem ausgelöst. Dabei wird selten darüber gesprochen, was gelernt werden soll, viel häufiger geht es um die Verteilung von Bildungschancen. Denn gerade die Bildung ist ein Feld, auf dem man soziale Unterschiede ausspielen kann. Das Bedürfnis, sich zu unterscheiden, und die Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg lassen sich nicht wegdiskutieren, das haben die gescheiterte Reform in Hamburg genauso wie der Run auf teure Privatschulen gezeigt. Wie viel Gleichheit braucht unsere Gesellschaft? Wie viele Unterschiede erträgt sie und was bedeutet das für das Schulsystem?



Prof. Dr. Gerhard Roth Prof. Dr. Gerhard Roth
Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt

Sendezeit: So 09.10.2016, 07:30h


Der Erfolg des Lehrens und Lernens wird bestimmt durch Kognition, Emotion und Motivation. Dabei läuft Vieles unbewusst ab. Die Kompetenz, das Selbstvertrauen und die Glaubwürdigkeit des Lehrenden, die Motivation und Aufmerksamkeit der Lernenden, die Anschlussfähigkeit eines Stoffs an das Vorwissen, die „hirngerechte“ Art der Wissensvermittlung und die Wiederholung des Gelernten in zunehmenden zeitlichen Abständen – all dies entscheidet darüber, wie nachhaltig Wissensinhalte im Gedächtnis verankert und wie leicht sie abgerufen werden können.



Dr. Bernhard Bueb Dr. Bernhard Bueb
Lob der Disziplin

Sendezeit: So 16.10.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 10.02.2008


Der Bildungsnotstand in Deutschland ist die Folge eines Erziehungsnotstandes. Kinder und Jugendliche werden heute nicht mehr aufgezogen, sondern wachsen einfach auf. Sie sind umgeben von ungewollt aggressiv präsenten Erziehern: vom Fernsehen, vom plakativen Wohlstand unseres Landes, von den Verführern der Konsumgesellschaft, von den Vorbildern eines geistigen und charakterlichen Mittelmaßes, das unsere „Eliten“ repräsentieren. Zukunftserwartungen, die Jugendliche zu Taten beflügeln könnten, sind Zukunftsdrohungen gewichen: die strukturbedingte Arbeitslosigkeit, die Sinnentleerung unseres Daseins, auch verursacht durch den Verlust der Religion, die Vergreisung der Gesellschaft, die Ausbeutung der Lebensgrundlagen der Menschen, die Herrschaft des Geldes als letzter sinngebender Instanz – die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Wem die Zukunft verloren geht, der wird nicht an sich arbeiten, sich nicht mehr anstrengen und keinen Idealen nachstreben. Den mangelnden Zukunftsaussichten treten wir nicht durch Erziehung entgegen. Die Kunst der Erziehung haben wir verlernt, gemeinsame Maßstäbe sind verloren gegangen, der Glaube hat sich breitgemacht, das Aufwachsen der Kinder werde schon irgendwie gelingen. Wir fahren auf einem Schiff ohne Kompass. Was heißt Erziehung? Wie können wir durch Erziehung und Bildung Jugendliche zu Zuversicht und Lebensmut führen und wie können wir sie überhaupt erreichen?



Prof. Dr. Dietrich Schwanitz Prof. Dr. Dietrich Schwanitz
Die Bildung ist tot. Es lebe die Bildung.

Sendezeit: So 23.10.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 21.05.2000


Unsere Wissenswelt ist im Umbruch und unser Bildungssystem ist in der Krise. Das klassische Ideal des universal gebildeten Menschen kann heute niemand mehr erfüllen. In rasendem Tempo wird neues Wissen erschlossen und bisher Gültiges veraltet. Müssen wir im Zeitalter der Online-Verfügbarkeit aller Informationen überhaupt noch etwas „wissen“? Dietrich Schwanitz versucht, Kriterien für ein Allgemeinwissen herauszuarbeiten, das als feste Basis den Zugang zu wechselnden und schnell verfallenden Informationen organisiert.



Dr. Christiane Kohler-Weiß Dr. Christiane Kohler-Weiß
Reformationsjubiläum 2017. Eine Herausforderung für die Ökumene?

Sendezeit: So 30.10.2016, 07:30h


Die Reformation, deren Beginn vor 500 Jahren im kommenden Jahr gefeiert wird, war ein vielschichtiges und kulturprägendes Geschehen. Ihr Ursprung lag im Interesse am Evangelium von Jesus Christus, so wie es das Wort „evangelisch“ ausdrückt. Damit war anfänglich keine konfessionelle Abgrenzung, sondern eine inhaltliche Konzentration gemeint. Dennoch waren die Jahrhundertfeiern zum Reformationstag in der Vergangenheit von konfessioneller Polemik geprägt. Das große Jubiläum 2017 soll nun aber im ökumenischen Geist als „Christusfest“ begangen werden. Christiane Kohler-Weiß zeigt auf, dass im Zeitalter von Globalisierung und Säkularisierung nur ein ökumenisch ausgerichtetes Jubiläum überzeugen kann. In ihrem Vortrag entfaltet sie zehn Gründe zum gemeinsamen Feiern.



Prof. Dr. (Bischof i. R.) Wolfgang Huber Prof. Dr. (Bischof i. R.) Wolfgang Huber
Reformation und Demokratie. Ein spannendes Verhältnis

Sendezeit: So 06.11.2016, 07:30h


Das Reformationsjubiläum steht vor der Tür. Es bringt die Frage mit sich, was den Kern der Reformation ausmacht und was dieser Kern für das Zusammenleben in Familie und Kirche, in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat bedeutet. Die Anhänger und Befürworter der Reformation möchten dabei gerne die Gewissheit haben, dass die Reformation alle wichtigen Errungenschaften, die unser heutiges Leben prägen und uns hoffentlich vor Irrwegen sichern, hervorgebracht und gefördert hat. Die kulturprägende Bedeutung der Reformation ist in aller Munde. Aber diese kulturprägende Bedeutung versteht man nur richtig, wenn man sich eben auf den Kern der Reformation besinnt. Wolfgang Huber fragt in diesem Vortrag nach diesem Kern der Reformation. Er beleuchtet das Verhältnis von Reformation und Demokratie, und er wirft einen Blick auf die Aufgaben, denen sich die Evangelische Kirche heute stellen muss.



Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf
Das protestantische Christentum

Sendezeit: So 13.11.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 15.10.2006


Der Protestantismus entstand aus dem Protest eines einzelnen Theologieprofessors gegen eine Kirche, die in seinen Augen das Christentum pervertiert hatte und die Frommen in repressiver Abhängigkeit hielt. Luther betonte die "Freiheit eines Christenmenschen" und sah im "weltlichen Beruf", in der alltäglichen sorgfältigen Erfüllung der jeweiligen Pflichten, den eigentlichen, wahren Gottesdienst des Christen. Friedrich Wilhelm Graf beschreibt in diesem Vortrag protestantische Lebenswelten als institutionenkritische, modernitätsoffene Formen des Christentums.



Prof. Dr. Rolf Schieder Prof. Dr. Rolf Schieder
Die Zukunft der Religion

Sendezeit: So 20.11.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 26.05.2013


Die Frage nach der Zukunft der Religion ist wieder offen. Nachdem in den siebziger Jahren das baldige Ende der Religion als Folge von Modernisierungsprozessen vorhergesagt wurde, zeigt sich, dass die Religionen durchaus in der Lage sind, sich selbst zu modernisieren. Unter Mitgliederverlusten haben vor allem die Religionsgemeinschaften zu leiden, die den wachsenden Bedürfnissen nach der Pflege eines eigenen, selbst gewählten Glaubens nicht mehr gerecht werden. In einer Welt, in der die Gefahr der Exklusion steigt, wachsen die Gemeinden, die Inklusion pflegen, leben und fördern. Die Kirchen in Europa, die davon leben, dass Kirchenzugehörigkeit sozusagen geerbt wird, stehen, so Rolf Schieder, vor schmerzhaften Anpassungsprozessen.



Prof. Dr. Jürgen Wertheimer Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Grenzen

Sendezeit: So 27.11.2016, 07:30h


„Ohne Grenzen gibt es kein Miteinander, ohne Differenz keine Erkenntnis: Wer als Mensch wissen will, wer er ist, muss wissen, von wem er sich unterscheidet“, schreibt Konrad Paul Liessmann in seinem Essay „Lob der Grenze“. Im Windschatten der Globalisierung hat sich unser Blick auf die Welt verändert. Neue Räume tun sich auf, Verbindungs- und Vernetzungswege treten ins Zentrum. Räumliche, aber auch gedankliche Grenzlinien, die seit Jahrhunderten als unberührbar galten, werden überschritten. Gleichzeitig werden andere Grenzen neu gezogen und zum Teil vehement verteidigt. Und in Zeiten von Migration und Flüchtlingswellen scheinen Mauern und Zäune noch immer die Ultima Ratio zu sein. Jürgen Wertheimer lotet in diesem Vortrag anhand verschiedener Texte von Kafka über Joseph Roth bis Herta Müller das Prinzip „Grenze“ aus.



Prof. Dr. Jürgen Wertheimer Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Das Drama der Flucht

Sendezeit: So 04.12.2016, 07:30h


Unter dem Eindruck der sich aufbauenden Flüchtlingswelle entdeckt die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek 2013 ein 2500 Jahre altes Stück wieder: „Die Schutzflehenden“ des griechischen Dramatikers Aischylos. Ihre Antwort darauf ist ein Sprachgewitter mit dem Titel „Die Schutzbefohlenen“. Aus der Sicht der Flüchtenden werden nun alle Untiefen des Themas ausgelotet, wird das Unausgesprochene nach oben geholt, die Hülle des antiken Mythos zugleich wiederbelebt und abgestreift. Dabei kommen aufschlussreiche Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen der Asylsituation damals wie heute zum Vorschein. Die vermeintlich humanistisch ausgerichteten Normen der Gegenwart erscheinen als mehr denn fraglich.



Prof. Dr. Franz Ruppert Prof. Dr. Franz Ruppert
Das Trauma des Krieges

Sendezeit: So 11.12.2016, 07:30h


Kriege sind unmenschlich. Sie traumatisieren die Betroffenen und stellen jedes menschliche Maß, ja die Menschlichkeit an sich zutiefst in Frage. Kriege entstehen aus Zuschreibungen und Abgrenzungen, die der realen Welt aufgezwungen werden: der „Westen“, der „Osten“, die „Russen“, „die Israelis“… Sie teilen die Welt in Freund und Feind. Wer Kriege plant und führt, so Franz Ruppert, ist nicht in seiner Identität. Durch Kriege versuchen die Täter, auch die Identität ihrer Opfer zu zerstören und sie dazu zu zwingen, sich mit ihren gedanklichen Konstruktionen zu identifizieren. Es entstehen soziale und nationale Traumata. Krieg mit Krieg zu bekämpfen, damit endlich Frieden ist, ist eine Illusion, die die gesamte Menschheit teuer bezahlt. Was also wäre die Alternative?



Dr. Michael Lüders Dr. Michael Lüders
Wer den Wind sät … Was westliche Politik im Orient anrichtet

Sendezeit: So 15.01.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.04.2015


Michael Lüders untersucht in seinem Vortrag die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt. Er beginnt mit dem von britischen und amerikanischen Geheimdiensten inszenierten Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Mossadegh im Iran 1953, die als "Ursünde" westlicher Interventionen in der Region angesehen werden kann. Denn auf Mossadegh folgte die Diktatur des Schah, die wiederum durch die Islamische Revolution 1979 hinweggefegt wurde. Ohne Putsch gegen Mossadegh keine islamische Revolution - in dieser Einschätzung sind sich die Historiker weitgehend einig. Doch der Westen hat aus seinen Fehlern nichts gelernt, wie Lüders aufzeigt. So hatte das Eingreifen in den Krieg in Afghanistan, das 1979 von den Sowjets besetzt worden war, ebenfalls weitreichende Folgen. Aus der Unterstützung für die Mudschahedin, die Glaubenskämpfer, die gegen die Sowjets kämpften, erwuchsen später Al-Qaida und Osama bin Laden. Der Aufstieg des "Islamischen Staates" wiederum ist nicht zu erklären ohne die US-geführte Militärintervention zum Sturz Saddam Husseins 2003.



Prof. Dr. Peter Weibel Prof. Dr. Peter Weibel
Digitalisierung - eine kulturelle Revolution

Sendezeit: So 22.01.2017, 07:30h


Ob es uns gefällt oder nicht: Die Digitalisierung bestimmt unseren Alltag. Weder unsere Arbeitswelt noch unser Privatleben sind heute ohne digitale Technologien vorstellbar. Kommunikation und Konsum werden immer schneller und bequemer, das „Internet der Dinge“ revolutioniert Produktion und Logistik. Seit mehr als 50 Jahren gilt das Moore´sche Gesetz, nach dem sich alle zwei Jahre die digitalen Speicher- und Verarbeitungskapazitäten, Prozessorgeschwindigkeiten und Übertragungsraten verdoppeln. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Peter Weibel blickt zurück und beschreibt in diesem Vortrag, wie der Weg von der analogen Welt in das Zeitalter der Digitalisierung verlaufen ist. Er zeigt, was heute passiert und wohin die Reise führen könnte.



Prof. Dr. Wilfried Juling Prof. Dr. Wilfried Juling
Digitalisierung – die Technologie von heute

Sendezeit: So 29.01.2017, 07:30h


Der Begriff Digitalisierung bezeichnet die Überführung analoger Größen in diskrete (abgestufte) Werte, zu dem Zweck, sie elektronisch zu speichern und zu verarbeiten. Der Vortrag beschreibt die wesentlichen technologischen Entwicklungen der Kommunikation, um dann den Weg von „mobil“ über „pervasiv“ zu „ubiquitär“, also allgegenwärtig, zu beschreiben. Die Herausforderungen der heutigen Zeit sind durch Schlagworte wie „Cloud“, „Social Media“ oder „App“ geprägt, besonders aber durch die problematischen Aspekte, die mit der Informationsflut und „Big Data“ einhergehen. Der Blick in die Zukunft richtet sich auf „Industrie 4.0“ und das „Internet der Dinge“.



Jun. Prof. Dr. Christian Papsdorf Jun. Prof. Dr. Christian Papsdorf
Über die Wechselwirkungen zwischen Internet und Gesellschaft

Sendezeit: So 05.02.2017, 07:30h


Binnen weniger Jahre hat sich das Internet von einer Nischentechnologie zu einer unentbehrlichen, allgegenwärtigen und in nahezu allen Kontexten hochgradig bedeutsamen Kommunikationsinfrastruktur entwickelt. Gleichzeitig sind viele grundlegende Fragen bisher unbeantwortet geblieben: Warum ist das Internet so „erfolgreich“? Woraus gewinnt das Internet seine Substanz? Welche Folgen hat die intensive Nutzung des Internets? Sind wir dem Internet ausgeliefert oder ist dieses gestaltbar? Der Vortrag von Christian Papsdorf erklärt aus soziologischer Perspektive, welche Besonderheiten Internetkommunikation aufweist, wie sich das Wechselverhältnis von Internet und Gesellschaft beschreiben lässt und welche Risiken sowie Chancen mit dem Internet einhergehen.



 Peter Schaar Peter Schaar
Informationsgesellschaft ohne Datenschutz?

Sendezeit: So 12.02.2017, 07:30h


Das Internet, entstanden als Plattform für den ungehinderten Informationsaustausch und als Forum freier Meinungsbildung, entwickelt sich mehr und mehr zu einem globalen Überwachungsnetz. Seit den Terroranschlägen von 2001 wird weltweit alles durchgerastert, was das digitale Netz hergibt. Dabei sind nicht nur Terroristen oder Kriminelle im Visier, sondern wir alle. Unsere persönlichen Informationen, Staats-, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse – alles wird von Datenfischern gesammelt und ausgeforscht. Verschiedene staatliche Akteure, Konzerne und Geheimdienste profitieren von dem immer weiter perfektionierten Tracking und Targeting, von dem die Betroffenen meist gar nichts mitbekommen. Peter Schaar zeigt auf, wie gefährlich dieser Prozess ist, denn ohne den Schutz unserer Daten stehen Meinungsfreiheit und Demokratie auf dem Spiel.



Prof. Dr. Bernhard Pörksen Prof. Dr. Bernhard Pörksen
Die Skandalgesellschaft. Vom Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter

Sendezeit: So 19.02.2017, 07:30h


Medien durchdringen das politische, wirtschaftliche und private Leben bis in den letzten Winkel. Angesichts der immer dichteren Verflechtung traditioneller und digitaler Kommunikationskanäle ist die Vorstellung medienfreier Räume zur Illusion geworden. Was bedeutet diese ebenso faszinierende wie beunruhigende Entwicklung? Bernhard Pörksen geht von einer zentralen These aus: In der digitalen Moderne ist jeder Mensch zum Sender geworden ist. Blitzschnell sind Transparenz und Aufklärung möglich – und in rasender Geschwindigkeit verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen, bilden sich Protest- und Wutgemeinschaften, die mit Schicksalen auf einer weltweit sichtbaren Bühne spielen …