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1. Halbjahr 17 (05.03.17 - 16.07.17)

 Barbara Unmüßig Barbara Unmüßig
Zivilgesellschaft weltweit in Gefahr

Sendezeit: So 05.03.2017, 07:30h


Weltweit gehen Regierungen immer häufiger gegen zivilgesellschaftliche Aktivisten vor. Die Maßnahmen reichen von einschränkenden Gesetzen und bürokratischen Auflagen über Diskreditierung und Zensur bis hin zu Hetzkampagnen oder Einschüchterung durch Geheimdienste oder Polizei. In mehr als 60 Ländern sind in den letzten Jahren Gesetze auf den Weg gebracht worden, die die Organisationsfreiheit in Frage stellen und darauf angelegt sind, heimische Organisationen von internationalen Netzwerken abzuschneiden und ihnen den ausländischen Geldhahn abzudrehen. Barbara Unmüßig beschreibt in diesem Vortrag, wie politische und ökonomische Eliten die Repression von Protest und unerwünschtem Engagement rechtfertigen, und wie zivilgesellschaftlichen Akteuren immer mehr die demokratische Teilhabe und die Verteidigung fundamentaler Rechte verwehrt wird.



Prof. Dr. Claus Leggewie Prof. Dr. Claus Leggewie
Europas Feinde

Sendezeit: So 12.03.2017, 07:30h


Europa, so Claus Leggewie, wird mehr und mehr als Invalidenverein gesehen. Politisch zerstritten, ein bürokratisches Monster, und selbst ökonomisch auf dem absteigenden Ast. Nord- und Südamerika verlagern sich zunehmend vom atlantischen auf den pazifischen Raum, China und Indien sehen sich als künftige Champions der Weltwirtschaft. In dieser Situation legt die EU wenig Selbstbewusstsein an den Tag und bestätigt in ihrer Verzagtheit eine Außenperspektive, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien. Ante portas, das kommt erschwerend hinzu, liegen politische Bewegungen auf der Lauer, die der Ermattung lustvoll zuschauen und an diversen Schwachstellen Würgegriffe ansetzen. Die Gegnerschaft der Russischen Föderation ist notorisch und aktenkundig, kaum zu übersehen sind die Absichten des islamistischen Dschihad, Europa mit Terroranschlägen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Verdutzt erkennt der Kontinent, eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum demokratischen Frieden bekehrte Hemisphäre, dass die Feinderklärung von innen und außen kein böser Traum ist, sondern traurige Wirklichkeit: Europa hat Feinde, die ihm an die Existenz wollen ...



Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Neue Perspektiven nach dem Brexit-Referendum?

Sendezeit: So 19.03.2017, 07:30h


Die Europäische Union hat über die Jahrzehnte des Integrationsgeschehens hinweg sukzessive eine umfassende Außenpolitik entwickelt, die in ihrer Konstruktion weltweit einmalig ist. Dieses zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit großem Ehrgeiz und Elan ausgebaute Zukunftsprojekt ist im gegenwärtigen Kontext der zahlreichen Krisen jedoch ins Hintertreffen geraten. Die Außenpolitik und die internationale Rolle der EU gelten daher derzeit als schwach. In diesem Vortrag werden die großen Entwicklungslinien und die aktuelle Ausgestaltung der EU-Außenpolitik beschrieben. Mit Blick auf die integrationspolitische Aktualität erläutert Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, welche Zukunftsperspektiven sich der EU-Außenpolitik und insbesondere ihrer Sicherheits- und Verteidigungspolitik nach dem Brexit-Referendum vom Juni 2016 möglicherweise eröffnen.



Prof. Dr. Manfred G. Schmidt Prof. Dr. Manfred G. Schmidt
Über die Demokratie in Europa

Sendezeit: So 26.03.2017, 07:30h


In welcher Verfassung ist die Demokratie in Europa? Dieser Frage geht Manfred G. Schmidt auf der Grundlage des neuesten Standes der Demokratietheorie und der vergleichenden Demokratieforschung nach. Vier Hauptbefunde fördert die Analyse zutage: 1. Die Demokratie im Europa von heute ist weder kerngesund, noch todkrank, aber angegriffen – in einem von Land zu Land unterschiedlichem Maß. 2. Von angegriffener Verfassung zeugen insbesondere eingeschränkte demokratische Gestaltungsspielräume infolge von Globalisierung und Europäisierung, viele unzufriedene Demokraten und ein beträchtlicher, tendenziell weiter zunehmender Nichtwähleranteil. 3. Jüngere, wirtschaftsschwächere und in der sozialstaatlichen Politik weniger erfolgreiche Demokratien sind insgesamt viel stärker angeschlagen als die meisten wohlhabenden und sozialstaatlich engagierten Demokratien. 4. Die relativ beste Konstitution haben noch die nordeuropäischen Staaten. In viel schlechterer Verfassung sind die südeuropäischen Staaten. Deutschlands Demokratie zeugt von einer teils mittelmäßigen, teils überdurchschnittlichen Verfassung.



Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix
Deutschland, Frankreich und der Aufbau Europas. Ein Blick auf unsere gemeinsame Geschichte

Sendezeit: So 02.04.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 20.01.2013


Der gemeinsame Beitrag Frankreichs und der Bundesrepublik zum Aufbau Europas seit der Nachkriegszeit war Bestandteil eines Annäherungsprozesses, der auch als Aussöhnung von ehemaligen Erbfeinden bezeichnet wurde. Der europäische Aufbau ist ohne die deutsch-französische Zusammenarbeit nicht zu denken. Er war aber keineswegs nur ein Produkt dieser einmaligen Kooperation, sondern umgekehrt auch ein Beschleuniger der deutsch-französischen Verständigung. Im Laufe der Jahre waren die Beweggründe und Faktoren des gemeinsamen Unternehmens vielfältig. Angesichts der aktuellen Herausforderungen auf europäischer Ebene ist es nützlich, die deutsch-französische Zusammenarbeit historisch einzuordnen. Hélène Miard-Delacroix erklärt in diesem Vortrag, wie sich optimistischer Voluntarismus und Realpolitik in der Entwicklung der beiden Länder verschränkt haben, und wie die besondere Logik dieser Kooperation heute zum gemeinsamen Handeln zwingt.



Dr. Manfred Osten Dr. Manfred Osten
Leibniz oder die Entbarbarisierung Europas. Zur Aktualität seiner Schrift “Novissima Sinica“

Sendezeit: So 09.04.2017, 07:30h


Was Leibniz 1697 unter dem Titel "Novissima Sinica" ("Das Neueste über China") veröffentlichte, war das kühne - und weiterhin aktuelle - Projekt einer Entbarbarisierung Europas. Damals vor allem im Hinblick auf das Chaos des 30jährigen Krieges. Mit Hilfe einer umfangreichen Korrespondenz mit jesuitischen Missionaren am chinesischen Kaiserhof hatte Leibniz Einsichten in das Betriebsgeheimnis der wirkmächtigen konfuzianischen Chaos- Überwindungsstrategien gewonnen. Einer Staats- und Gesellschaftslehre, die über zwei Jahrtausende die Grundlage des chinesischen Reiches bildete. Es handelt sich um ein System von Bildungs- und Leistungsadel - anstelle des europäischen Prinzips des Erbadels - und um die Priorität wechselseitiger sozialer Pflichten anstelle der westlichen Idee schrankenloser Freiheitsrechte ohne entsprechende Leistungsforderung.



Prof. Dr. Jürgen Neyer Prof. Dr. Jürgen Neyer
Plädoyer für eine Neugründung Europas

Sendezeit: So 23.04.2017, 07:30h


Europa leidet an sich selbst. Es lebt in einer institutionellen Struktur, die kontinuierlich ineffektive Politik produziert und Frustration erzeugt. Europa ist weder in der Lage, die Währungs- und Finanzintegration voranzutreiben noch die dringend nötige soziale Integration umzusetzen. Gleichzeitig nimmt Europa den Mitgliedstaaten die Kompetenzen, es besser zu machen. Die Rechts- und Linkspopulisten Europas nutzen diese Defizite, um die Europäische Union insgesamt zum Feindbild zu stilisieren. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass die Union bei allen ihren Defiziten grundsätzlich ein großartiges Projekt der Ausdehnung der Demokratie über die Grenzen des Nationalstaates ist. Um dieses Projekt umzusetzen, so Jürgen Neyer, bedarf es allerdings heute einer Neugründung der EU. Der Brexit sollte als Chance verstanden werden, mit einer kleineren Gruppe von Mitgliedstaaten eine sehr viel engere, sozialere und solidarische Union zu bauen.



Prof. Dr. Wolfgang Merkel Prof. Dr. Wolfgang Merkel
Der Herbst der Demokratie?

Sendezeit: So 30.04.2017, 07:30h


Brexit, Trumps Wahlsieg in den USA, der Rechtspopulist Hofer scheitert nur knapp an der Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich. Rechtspopulisten befinden sich dies- und jenseits des Atlantiks in einem beängstigenden Vormarsch. In Ungarn und Polen sitzen sie längst in der Regierung. Gleichzeitig hat der deregulierte globale Kapitalismus die demokratische Gestaltungskraft der Nationalstaaten ausgehöhlt. Die Überformung nationalstaatlichen Regierens durch die EU hat zu einem weiteren Demokratieschwund geführt. Dies ist alles zutreffend. Aber ist es die ganze Wahrheit? Stehen heute Frauen, Homosexuelle, ethnische und religiöse Minderheiten nicht besser als jemals in der Geschichte der Demokratie da? Der Beitrag wird die Frage beantworten wo „die“ Demokratie heute steht und wohin ihr Weg in nächster Zukunft führen könnte.



Dr. Asfa-Wossen Asserate Dr. Asfa-Wossen Asserate
Wer den Westen bewahren will, muss Afrika retten

Sendezeit: So 07.05.2017, 07:30h


Wenn von der aktuellen Flüchtlingskrise die Rede ist, denken wir vor allem an die Ereignisse im Nahen Osten. Aber wenn es um die Analyse und Bekämpfung von Fluchtursachen geht, dann muss vor allem auch die Migration abertausender Afrikaner nach Europa und in andere Staaten der westlichen Welt bedacht werden. Die Afrikapolitik und die wirtschaftliche Einflussnahme des Westens stehen auf dem Prüfstand. Asfa-Wossen Asserate, ausgewiesener Experte für den afrikanischen Kontinent, beschreibt die Ursachen dieser „neuen Völkerwanderung“ und appelliert an die westlichen Staaten, ihre Afrikapolitik grundlegend zu ändern. Der Westen, so Asserate, muss Afrika als Partner behandeln und diejenigen Staaten unterstützen, die demokratische Strukturen aufbauen und in ihre Jugend investieren. Nur so könne es gelingen, den fluchtbereiten Afrikanern eine menschenwürdige Zukunft auf ihrem Kontinent zu ermöglichen.



Prof. Dr. Otfried Höffe Prof. Dr. Otfried Höffe
Friede und Friedensliebe. Ein Blick in die Philosophiegeschichte

Sendezeit: So 14.05.2017, 07:30h


Friedensliebe erscheint uns heute als eine natürliche Einstellung. Tatsächlich aber galt etwa im archaischen Griechenland der Krieg als Normalzustand unter den Menschen. Der Friede hingegen musste erst geschaffen werden. Das Abendland kennt zwei überragende Friedensdenker. Für den Kirchenlehrer Augustinus ist der irdische, von den Menschen zu stiftende Friede nur ein unvollkommenes Abbild des ewigen, von der göttlichen Gnade abhängigen Friedens. Nach bemerkenswerten Friedenstheoretikern wie Dante, Marsilius von Padua, Erasmus von Rotterdam und William Penn fand, auf dem Höhepunkt der Aufklärung, bei Immanuel Kant die Friedensliebe ihre anspruchsvollste Begründung. Sie gipfelt in einem kategorischen Friedensimperativ, der in Deutschland um 1800 eine intensive Friedensdebatte ausgelöst hat. Otfried Höffe spannt in diesem Vortrag einen weiten Bogen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert.



Prof. Dr. Dieter S. Lutz Prof. Dr. Dieter S. Lutz
Frieden ist das Meisterwerk der Vernunft. Eine neue politische (Un)Ordnung der Welt?

Sendezeit: So 21.05.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 06.10.2002


Mit dem glücklichen Ausgang des Ost-West-Konflikts verschwand das Sowjetreich, der Warschauer Pakt und die beständige Gefahr eines Atomkriegs. Dass mit dem Ende des Kalten Krieges auch die eigene Verwundbarkeit verschwunden sei und deshalb auf eine Kultur des Dialogs weitgehend verzichtet werden könne, war und ist indessen ein dramatischer Irrglaube. Hochentwickelte Gesellschaften bleiben auch künftig anfällig. Im Gegenteil: Ihre Verwundbarkeit nimmt mit dem Grad ihrer Entwicklung sogar beständig zu. So vorausschauend und eindringlich warnte der Friedensforscher Dieter S. Lutz bereits im Jahr 2002 vor einer überheblichen und allzu sicheren westlichen Perspektive. Er starb im Jahr 2004.



Prof. Dr. Alexander Demandt Prof. Dr. Alexander Demandt
Zukunft, die keine war. Unverwirklichte Möglichkeiten in der Geschichte

Sendezeit: So 28.05.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 13.05.2012


Geschichte beruht auf einer Folge von Entscheidungssituationen, in denen aus einem Spektrum von Möglichkeiten eine Einzige realisiert wurde. Was wäre etwa nach einer Niederlage des Arminius im Teutoburger Wald, was nach einem Freispruch Jesu durch Pilatus zu erwarten gewesen? Es gab Heiratspläne zwischen Karl dem Großen und Irene von Byzanz, zwischen Friedrich dem Großen und Maria Theresia. Das Attentat von Sarajewo hätte misslingen, ein Attentat auf Hitler glücken können. Mit historischer Sachkenntnis denkt Alexander Demandt über die Frage „Was wäre wenn …?“ an verschiedenen Punkten der Geschichte nach. Es handelt sich gewissermaßen um Zukunft, die nicht stattgefunden hat.



Prof. Dr. Stefan M. Maul Prof. Dr. Stefan M. Maul
Die Wahrsagekunst im Alten Orient

Sendezeit: So 11.06.2017, 07:30h


Es ist ein ewiger Traum der Menschheit, Einblick in die Zukunft nehmen und so den Erfolg wichtiger Unternehmungen schon im Voraus überschauen zu können. Babylonische Gelehrte schienen diesen Traum bereits im ausgehenden dritten Jahrhundert vor Christus verwirklicht zu haben. Sie standen im Ruf, an bestimmten Zeichen in Natur und Umwelt zukünftiges Wohl und Wehe genau erkennen und das Schicksal jedes einzelnen Menschen ergründen zu können. Darum waren sie nicht nur Königen und Heerführern als Ratgeber unentbehrlich, sondern erfreuten sich auch als Lebensberater großer Beliebtheit. Ihre Lehren verbreiteten sich im gesamten Mittelmeerraum und prägten das Weltbild der Klassischen Antike. Stefan M. Maul erklärt in diesem Vortrag anschaulich die altorientalischen Verfahren der Zukunftsschau, und er geht zudem der Frage nach, wie es möglich war, dass eine auf Eingeweideschau und Astrologie fußende Politikberatung dauerhaft stabile politische Verhältnisse beförderte.



Prof. Dr. Gerd Gigerenzer Prof. Dr. Gerd Gigerenzer
Gefühltes Wissen. Die Erforschung der Intuition

Sendezeit: So 18.06.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 05.10.2008


Wir stellen uns Intelligenz als eine überlegte, bewusste Tätigkeit vor, die von den Gesetzen der Logik bestimmt wird. Doch ein Großteil unseres geistigen Lebens vollzieht sich unbewusst und beruht auf Prozessen, die nichts mit Logik zu tun haben. Anstatt alle Gründe gegeneinander abzuwägen, handeln wir spontan „aus dem Bauch heraus“. Im abendländischen Denken galt Intuition einst als die sicherste Form der Erkenntnis, während sie heute als fragwürdige und unzuverlässige Richtschnur des Handelns betrachtet wird. Sind bewusste Entscheidungen wirklich immer besser? Können wir jene Situationen angeben, in denen weniger Zeit und Nachdenken tatsächlich von Vorteil ist? Gerd Gigerenzer zeigt, dass Intuitionen alles andere als nur impulsive Launen des Geistes sind. Ihnen liegen vielmehr unbewusste Heuristiken zugrunde, die effektiv arbeiten, indem sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und den Rest ignorieren. An der Intuition führt kein Weg vorbei – ohne sie brächten wir wenig zustande.



Prof. Dr. Arno Gruen Prof. Dr. Arno Gruen
Gespaltenes Bewusstsein. Empathie versus Kognition

Sendezeit: So 25.06.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 19.10.2014


Wir leben in einer zunehmend durchkonstruierten Welt, die von Kampf, Wettbewerb, Profit und Isolation bestimmt ist. Die Errungenschaften von Wissenschaft, Technik und Informatik beeinflussen und dominieren uns. Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Emotionen befreit ist. Aber Denken ohne Gefühl, so der Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen, führt in eine Scheinwelt aus Abstraktionen. Es macht uns unfähig, unsere Wirklichkeit unmittelbar und mitfühlend wahrzunehmen. Indem das abstrakte Denken, also das Kognitive, zunehmend das Empathische in uns verdrängt, entfernen wir uns immer weiter von dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben.



Prof. Dr. Reinhard Haller Prof. Dr. Reinhard Haller
Die Macht der Kränkung

Sendezeit: So 02.07.2017, 07:30h


Vielen menschlichen Problemen liegt eine Kränkung zugrunde. Denn Kränkungen greifen unsere Selbstachtung, unser Ehrgefühl und unsere Werte an. Sie treffen uns im Innersten, wirken lange nach, können uns aus der Bahn werfen und uns krank machen, oder sogar zu Verbrechen und Kriegen führen. Über Kränkungen spricht man nicht, oft sind sie uns nicht einmal bewusst, obwohl sie so viel Unheil anrichten. “Besonders intensiv hat sich mir die Macht der Kränkung in meiner Tätigkeit als Kriminalpsychiater und Gerichtsgutachter gezeigt. Bei zahlreichen Mördern, Räubern oder Attentätern war kein anderes Motiv als tiefe Gekränktheit zu finden.“, so Reinhard Haller. Er beschreibt, welche Macht Kränkungen auf uns ausüben können und wie es gelingen kann, seelische Verletzungen zu verarbeiten.



Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber
Empathie-Mangel. Die endlich gefundene Ursache, warum der Mensch dem Menschen ein Wolf ist?

Sendezeit: So 09.07.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.07.2015


Von Straftätern und speziell sogenannten Psychopathen wird gern behauptet, sie hätten einen Empathie-Mangel. Doch wie erklären wir das enorme psychologische Einfühlungsvermögen so mancher Psychopathen, das sie zum Manipulieren anderer Menschen nutzen? Warum werden Autisten mit ihrer Unfähigkeit zur Einfühlung fast nie straffällig? Und was soll denn nun eigentlich trainiert werden in den Gefängnissen und forensisch-psychiatrischen Kliniken? Über die Somatisierung des Bösen spricht der forensische Psychiater Hans-Ludwig Kröber.



Prof. Dr. Walter Möbius Prof. Dr. Walter Möbius
Empathie im medizinischen Alltag

Sendezeit: So 16.07.2017, 07:30h


Die moderne Medizin ist heute ohne hoch entwickeltes Hightech und die Fortschritte in der Arzneimittelforschung nicht mehr vorstellbar. Viele Krankheiten wurden und werden erfolgreich behandelt. Doch genügt das? Es ist kein Geheimnis, dass Medizintechnologie für die Diagnostik sehr wichtig ist. Doch das allein macht die Menschen noch nicht gesund. Vieles von den alten Wertevorstellungen ist auf der Strecke geblieben. Das Gespräch zwischen Patient und Arzt muss wieder als Wert erkannt und auch entsprechend honoriert werden. Empathie gegenüber dem kranken oder leidenden Menschen, der Aufbau von Vertrauen ist für den Patienten von größter Bedeutung, das Mittel hierfür ist das einfühlsame Gespräch.