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Referenten alphabetisch

2. Halbjahr 18 (16.09.18 - 03.03.19)

Dr. Christian Pantle Dr. Christian Pantle
Der Dreißigjährige Krieg. Als Deutschland in Flammen stand

Sendezeit: So 16.09.2018, 07:30h


Am 23. Mai 1618 stiegen böhmische Adlige die Stufen zum Kanzleisaal der Prager Königsburg empor und stießen zwei Statthalter des Kaisers und deren Sekretär aus dem Fenster – und damit Mitteleuropa in den Abgrund. Denn der Aufstand eskalierte zu einem der schrecklichsten Kriege der Weltgeschichte. Christian Pantle beschreibt die verhängnisvolle Ereigniskette und den verheerenden Kriegsverlauf in einer von Machtkämpfen und Religionskriegen zerrissenen Welt. Er verknüpft diese Erzählung mit Zeitzeugenberichten und öffnet damit anschaulich den Blick auf das Leben vor 400 Jahren und den Dreißigjährigen Krieg von unten. Er erzählt vom blutigen Leben der Soldaten auf dem Schlachtfeld und von den Zivilisten in den verwüsteten Dörfern und Städten. Er lässt den Söldner Peter Hagendorf zu Wort kommen, der 23 Kriegsjahre von einem Kampfschauplatz zum nächsten marschierte. Und er schildert die Verzweiflung des Mönchs Maurus Friesenegger über die Zerstörungen rings um das Kloster Andechs.



Jun. Prof. Dr. Nicolas Detering Jun. Prof. Dr. Nicolas Detering
Europavisionen im Dreißigjährigen Krieg

Sendezeit: So 23.09.2018, 07:30h


Der Dreißigjährige Krieg zog fast den ganzen Kontinent in seinen Sog, und auf eigentümliche Weise beförderte er damit ein europäisches Gemeinschaftsgefühl. Die ständige Berichterstattung über den Krieg sorgte dafür, dass ‚Europa‘ über Jahrzehnte in aller Munde war und weckte ein neues Gefühl der europäischen Zeitgenossenschaft. In der Publizistik der Zeit kritisierte man die wankelmütigen Bündnisse der Fürsten, personifizierte Europa als klagende Jungfrau und entwarf mit poetischen Mitteln Vorschläge zum friedlichen Zusammenschluss der europäischen Länder. Damit formierte sich im 17. Jahrhundert ein Wechselspiel aus kritischer Zeitdiagnose und europäischem Vereinigungswunsch, das überraschend aktuell erscheint.



Prof. Dr. Dieter Martin Prof. Dr. Dieter Martin
Kriegserzählungen in Grimmelshausens Simplicianischen Schriften

Sendezeit: So 30.09.2018, 07:30h


Grimmelshausen (1621–1676) war ein Kind des Dreißigjährigen Krieges. Die Erzählungen vom Krieg, die er den Hauptfiguren seiner Romane ›Simplicissimus Teutsch‹, ›Courasche‹ und ›Springinsfeld‹ in den Mund legt, gelten seit jeher als besonders authentisch. Doch wie gelingt es Grimmelshausen, bei seinen Lesern den Eindruck einer lebensechten Wiedergabe von Kriegserlebnissen zu erzeugen? Um die rhetorische Wirkungsmacht seiner Kriegserzählungen zu bestimmen, werden Schlachtbeschreibungen, Darstellungen kriegerischer Gräuel und schwankhafte Episoden untersucht. So zeigt sich: Grimmelshausen nimmt mit hoher literarischer Kunst verschiedene Perspektiven ein, er erzählt anschaulich, eindringlich und unterhaltsam, zugleich aber ethisch engagiert, indem er zeigt, wie das ›erschreckliche und grausame Monstrum‹ des Krieges den Menschen in eine ›verkehrte Welt‹ versetzt.



Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug
„Das Kapital“. Ein 150 Jahre altes Buch, aktueller als zu seiner Zeit

Sendezeit: So 07.10.2018, 07:30h


"Das Kapital" von Karl Marx in einer Dreiviertelstunde allgemein verständlich zu erörtern, ist eine schwierige Aufgabe ... Wolfgang Fritz Haug unternimmt in diesem Vortrag einen Dreierschritt, den er an den drei sachlich eng zusammenhängenden Begriffen Theorie, Form und Inhalt ausrichtet: Theorie-Form, Form-Theorie, Form-Inhalt. Die Theorie wird als entwickelnd (genetisch-rekonstruktiv) erläutert; die gegenwärtig herrschende Form der elementaren ökonomischen Praxis wird als historisch-spezifisch für kapitalistische Gesellschaften erklärt; als ihr Inhalt wird die Praxis in ihrer systemisch verselbständigten, d.h. als Gesetz des Praxisfeldes auftretenden Wirkung (resultierendes Gesetz oder regulierendes Resultat) ausgewiesen.



Prof. Dr. Hans-Jürgen Bieling Prof. Dr. Hans-Jürgen Bieling
Kapitalismusanalyse. Zur Aktualität der Marx’schen Kritik der Politischen Ökonomie

Sendezeit: So 14.10.2018, 07:30h


„Das Kapital“ von Karl Marx gilt als wichtiger Klassiker der Politischen Ökonomie. In mancher Hinsicht handelt es sich zudem um einen aktuellen Klassiker, der für das Verständnis des heutigen Kapitalismus noch immer sehr hilfreich ist. Auch der heutige Kapitalismus ist durch eine widersprüchliche Entwicklungsdynamik gekennzeichnet. Einerseits gibt es wiederkehrende Krisen und Konstellationen der ökonomischen Stagnation, andererseits aber auch vielfältige neue Prozesse der Durchkapitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Hans-Jürgen Bieling schlägt in diesem Vortrag den Bogen zu den jüngeren Prozessen der Globalisierung, Finanzialisierung und Privatisierung. Diese Prozesse lassen sich als spezifische Formen der Durchkapitalisierung begreifen, die ihrerseits gesellschaftliche Widersprüche und Konflikte im politischen System, in der Erwerbsarbeit und in der Reproduktionssphäre erzeugen.



Prof. Dr. Wolfgang Eßbach Prof. Dr. Wolfgang Eßbach
Marxbilder 1848 bis 1968

Sendezeit: So 21.10.2018, 07:30h


Wer schon einmal denen zugehört hat, die sich von Marx begeistern lassen, oder sich in Marx‘sche Texte vertieft hat, könnte diesen zwingenden Ton im Ohr haben, der signalisiert, dass man es hier mit einer Theorie zu tun hat, die einen besonderen Status vor anderen Theorien beansprucht. Vor Marx steht die Geschichte des Marxismus. Karl Marx erschließt sich erst dann in allem Glanz und allem Elend, wenn man den Bildern nachgeht, die sich diejenigen von ihm gemacht haben, die seine Texte gelesen und als Anleitung für ihr je geschichtliches Handeln genommen haben. Wolfgang Eßbach nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Er fragt in diesem Vortrag in Abständen von etwa 25 Jahren Marxisten: „Wer ist Karl Marx?“. Wie könnten die Antworten lauten?



Prof. Dr. Dorothee Kimmich Prof. Dr. Dorothee Kimmich
Waren, Fetische und Warenfetische

Sendezeit: So 28.10.2018, 07:30h


Die Rede von „Fetischismus“ ist weit verbreitet: Er gilt in erster Linie als eine übertriebene, entgleiste, ins Krankhafte übergehende Neigung für bestimmte Gegenstände, die dabei an Stelle des geliebten oder begehrten Menschen oder eines religiösen Symbols – treten. Der Fetisch stellt immer etwas wie eine Verführung, eine Täuschung oder eine Perversion dar. Nicht nur Karl Marx, auch andere Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts waren fasziniert von der Frage, was die Macht und die Attraktion von Fetischen ausmacht. Dabei ist es wohlfeil, den Fetischismus der „Andern“ als solchen zu erkennen. Viel größer ist dagegen die Herausforderung, wenn es darum geht, den Fetischismus innerhalb der eigenen, vertrauten Gesellschaft und ihrer Milieus zu erkennen. Dazu sollte Marx’ Konzept des Warenfetischismus dienen: Die fast religiöse und nicht selten perverse Verehrung von Waren und die allgemeine Fehleinschätzung ihres Wertes und ihrer Bedeutung bilden die psychologische, soziale und ökonomische Grundlage des Kapitalismus. Ein Vergleich mit zeitgenössischen Fetischtheorien zeigt, dass Marx’ Konzept des Warenfetischs in den vergangenen 150 Jahren nichts an Brisanz verloren hat.



Prof. Dr. Rudolf Stichweh Prof. Dr. Rudolf Stichweh
Kapitalismus und Exklusion

Sendezeit: So 04.11.2018, 07:30h
Erstausstrahlung: So 23.09.2007


Armut, Langzeitarbeitslosigkeit, Isolation - allen Versprechungen der Verfassungen und aller Sozialarbeit zum Trotz fallen immer mehr Menschen durch alle Netze hindurch. Sie sind aus den sozialen Systemen der Gesellschaft ausgeschlossen. Rudolf Stichweh beschreibt die Entstehung und Entwicklung sozialer Ungleichheiten und untersucht die Einbeziehung bzw. Ausgrenzung von Personen in die globalisierten Funktionssysteme der modernen Gesellschaft.



Prof. Dr. Heinz Bude Prof. Dr. Heinz Bude
Soziale Ungleichheiten in der Zukunft

Sendezeit: So 11.11.2018, 07:30h
Erstausstrahlung: So 05.11.2017


Eine tiefe Spaltung zieht sich durch unsere Gesellschaft. Müssen wir uns vom Traum einer gerechten Gesellschaft verabschieden? Immer mehr Menschen sind von den Segnungen des Wohlstands ausgeschlossen und haben keine Hoffnung mehr, dass sich daran etwas ändert. Lebensläufe, die man für solide hielt, geraten ins Schlingern, weil Arbeitsplätze, die man sicher glaubte, wegbrechen. Ungelernte Aushilfskräfte kann es genauso treffen wie hochqualifizierte Wissenschaftler. Heinz Bude entwirft in diesem Vortrag ein Bild der zerklüfteten Verhältnisse, die in Zukunft immer stärker unsere Gesellschaft prägen werden.



Prof. Dr. Oliver Nachtwey Prof. Dr. Oliver Nachtwey
Die Abstiegsgesellschaft. Wieso der soziale Fahrstuhl stecken bleibt

Sendezeit: So 18.11.2018, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.11.2017


Seit dem Wirtschaftswunder gilt Deutschland als eines der Länder, in denen Armut nur eine marginale Rolle spielte. Angesichts der Euphorie über »die neue Vollbeschäftigung«, wie sie in Büchern und Tageszeitungen verkündet wird, übersieht man allerdings leicht, wie groß die soziale Ungleichheit hierzulande geworden ist, wie der Niedriglohnsektor gewachsen ist und die Prekarität zugenommen hat. Unter der Oberfläche einer scheinbar stabilen Gesellschaft erodieren seit Langem die Pfeiler der sozialen Integration, mehren sich Abstürze und Abstiege. In diesem Vortrag geht es am Beispiel der deutschen Entwicklung um einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel, der sich in den meisten westlichen kapitalistischen Staaten vollzieht. Aus der Gesellschaft des Aufstiegs und der sozialen Integration ist, so Oliver Nachtwey, eine Gesellschaft des sozialen Abstiegs, der Prekarität und Polarisierung geworden.



Prof. Dr. Tim Engartner Prof. Dr. Tim Engartner
Staat im Ausverkauf. Privatisierung in Deutschland

Sendezeit: So 25.11.2018, 07:30h


Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Zentren, steigende Preise für Wasser, Gas und Strom, geschlossene Filialen der Deutschen Post, »Verzögerungen im Betriebsablauf« bei der Deutschen Bahn. Mit dem Argument, dass Privatisierungen Dienstleistungen besser, billiger und bürgernäher machen, schüttelt der Staat immer mehr öffentliche Aufgaben ab. Unternehmen wie die Deutsche Bundespost, die Deutsche Bundesbahn, die Deutsche Lufthansa, die Gesellschaft für Nebenbetriebe der Bundesautobahn (nunmehr Tank und Rast GmbH) - sie alle wurden privatisiert. Dabei kann von der in Aussicht gestellten Entlastung der öffentlichen Haushalte keine Rede sein, jedenfalls dann nicht, wenn man die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung betrachtet. Anhand besonders eindrücklicher Beispiele analysiert Tim Engartner die Privatisierungen in Deutschland und macht deutlich: Diese Politik, die von allen regierenden Parteien betrieben wurde und immer noch wird, ist nicht alternativlos!



Prof. Dr. Rainer Mausfeld Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Elitendemokratie und Meinungsmanagement. Hat sich die Vorstellung vom "mündigen Bürger" überlebt?

Sendezeit: So 02.12.2018, 07:30h


Die Idee der Demokratie entsprang aus der Bemühung, eine gesellschaftliche Organisationsform zu finden, die am ehesten einen inneren (und äußeren) Frieden gewährleistet. Demokratie beruht auf der Idee, dass die Bürger zur politischen Selbstbestimmung befähigt sind. Inzwischen ist die Komplexität moderner Gesellschaften so groß geworden, dass kein Einzelner sie mehr zu erfassen vermag. Hat sich damit das demokratische Leitideal überlebt? Rainer Mausfeld erörtert diese Frage anhand der Kontroverse zwischen Walter Lippmann und John Dewey, zwei der bedeutendsten politischen Intellektuellen des vergangenen Jahrhunderts. Lippmann hielt die Idee des mündigen Bürgers‘ für eine Fiktion und plädierte für eine von Experten gelenkte Elitendemokratie. Dewey hingegen band die Frage der politischen Mündigkeit an die Voraussetzung eines freien und unverzerrten öffentlichen Debattenraumes. Diese Kontroverse ist auch für ein Verständnis der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen erhellend.



Prof. Dr. Michael Wink Prof. Dr. Michael Wink
Aggressives Verhalten in der Natur

Sendezeit: So 09.12.2018, 07:30h


Woher kommt Gewalt? Sind Menschen von Natur aus gewalttätig oder sind sie von Natur aus eher friedlich? In diesem Vortrag wird zunächst eine Einführung und ein Überblick über Aggression und Gewalt im Tierreich gegeben. Daraus wird sich ableiten, dass auch Homo sapiens als Teil des Tierreichs zu betrachten ist. Aus evolutionärer Perspektive stammen wir Menschen aus einer Entwicklungslinie, in der es besonders viel Gewalt gab. Von Natur aus hatte Homo sapiens also eine ausgeprägte Prädisposition zur Gewalt. Dennoch zeigen alle Statistiken einen deutlichen Rückgang an tödlicher Gewalt in modernen Zivilisationen. Neben kulturellen Einflüssen könnte eine Selektion von eher friedfertigen und kooperativen Männern durch die Auswahl der Frauen stattgefunden haben.



Prof. Dr. Dieter Hermann Prof. Dr. Dieter Hermann
Gewaltkriminalität. Die dunkle Seite der Aggression

Sendezeit: So 13.01.2019, 07:30h


In diesem Vortrag werden sowohl die aktuelle Lage als auch die historische Entwicklung der Gewaltkriminalität beleuchtet. Darüber hinaus werden die häufig diskutierten Ursachen von Gewaltkriminalität - etwa der Einfluss von Normen, Werten, Religiosität oder der Konsum medialer Gewalt - in den Blick genommen. Zudem geht Dieter Hermann der Frage nach, ob Männer gewalttätiger sind als Frauen. Die Grundlage für seine Analyse bilden unter anderem Studien, die an der Universität Heidelberg durchgeführt wurden.



Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm
Aggression im Geschlechterverhältnis

Sendezeit: So 20.01.2019, 07:30h


Das Thema „Aggression im Geschlechterverhältnis“ wurde durch die „Me Too“-Debatte wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Während es dabei ausschließlich um sexuelle Aggression gegenüber Frauen geht, beschäftigt sich die Forschung umfassender mit dieser Thematik. Es geht nicht nur um sexuelle Aggression, sondern auch um andere Formen aggressiven Verhaltens. Und es geht nicht nur um Männer als Täter und Frauen als Opfer, sondern allgemein um beide Geschlechter, die sowohl Täter als auch Opfer sein können. Die Beschäftigung mit diesem Thema ist von großer gesellschaftlicher Brisanz, da die Erfahrung von Aggression im Geschlechterverhältnis vielfältige negative Konsequenzen sowohl auf individueller, als auch auf sozialer Ebene hat. Dazu gehören auf Seiten der Opfer Traumatisierungen, depressive Störungen, Alkoholprobleme und Selbstwertprobleme. Aggressionserfahrungen können zu einer Gewaltspirale führen. Kinder, die in einer aggressiven Partnerschaft groß werden, leiden darunter besonders und übernehmen nicht selten die negativen Verhaltensmuster. Und schließlich kann Aggression in der Partnerschaft mit sozialem Abstieg und mit Ausgrenzung einhergehen.



Prof. Dr. Felix von Cube Prof. Dr. Felix von Cube
Besiege Deinen Nächsten wie Dich selbst. Aggression im Alltag

Sendezeit: So 27.01.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 23.04.1989


Aggression wird in der Regel als unangenehm, bedrohlich, gar als zerstörerisch erlebt, verwandt der Gewalt, je nach dem Grad ihrer Heftigkeit. Entspricht aggressives Verhalten der natürlichen Veranlagung des Menschen? Und, wie sollte man mit Aggression umgehen, um zu einer besseren und friedlicheren Verständigung der Menschen untereinander zu kommen? Professor Dr. Felix von Cube, Ordinarius für Erziehungswissenschaften an der Universität Heidelberg, hat sich mit der Aggressivität des Menschen eingehend auseinandergesetzt. Er übertrug verhaltensbiologische Erkenntnisse auf Erziehung und Führung.



Dr. Elisabeth Oberzaucher Dr. Elisabeth Oberzaucher
Homo Urbanus

Sendezeit: So 03.02.2019, 07:30h


„Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“ - dieser Rechtsgrundsatz zog im Mittelalter Leibeigene in die Städte, die damals überschaubar kleine Einheiten waren. Noch im 19. Jahrhundert lebten lediglich 5 % aller Menschen in Städten. Es waren hauptsächlich Orte, an denen sich Handel und Verwaltung konzentrierten. Die erste Welle der Verstädterung, ausgelöst durch die industrielle Revolution, bot den Massen - wenn auch meist unter erbärmlichen Bedingungen - Arbeitsmöglichkeiten in der Stadt. Damals stieg die Anzahl der Stadtbewohner rasch auf bis zu 30% der Gesamtbevölkerung an. Heute leben etwa 50% aller Menschen in Städten, und bis zum Jahr 2050 sollen es zwei Drittel sein. Unsere heutige urbane Lebensweise unterscheidet sich drastisch von den Bedingungen, auf die wir im Laufe unserer Evolutionsgeschichte biologische Antworten gefunden haben. Wie also müssen Städte beschaffen sein, damit Menschen sich darin wohl fühlen können?



Prof. Dietmar Eberle Prof. Dietmar Eberle
Raum. Fiktion der Architektur

Sendezeit: So 10.02.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 08.06.2008


Bis ins 19. Jahrhundert sind es gesellschaftliche Wertvorstellungen, die für das Architektur- und Raumverständnis bestimmend sind. Erst im 20. Jahrhundert wird der Raum zum Dreh- und Angelpunkt des architektonischen Diskurses. Vor dem Hintergrund der Einstein’schen Relativitätstheorie beginnt man, den Raum als Ausschnitt eines räumlich vorhandenen Kontinuums zu begreifen. Die Fokussierung des 20. Jahrhunderts auf den Raumbegriff, die heute in der Debatte um den digitalen Raum ihre Fortsetzung findet, hat allerdings dazu geführt, dass das wahrnehmbare Wesen der Architektur, ihre materiellen Bedingtheiten, zunehmend aus dem Blickfeld geraten ist.



Prof. Wulf Daseking Prof. Wulf Daseking
Demographische Entwicklung. Antworten der Stadtplanung

Sendezeit: So 17.02.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 18.03.2012


Stadtplanung und Stadtentwicklung benötigen vorausschauende Visionen, langangelegte Strategien und Kontinuität. Städte, so Wulf Daseking, sind das Ergebnis ihrer politischen Kultur, ihrer Fachleute, ihrer Institutionen und der Bürgerschaft, die sich darin engagiert. Immer stärker muss dabei - auch und gerade für die Gestaltung des öffentlichen Raumes - in den Blick genommen werden, dass unsere Gesellschaft älter, bunter und in der breiten Masse auch ärmer werden wird. Der Vortrag beleuchtet die Möglichkeiten einer Stadt der Stadtteile, der kulturellen und sozialen Durchmischung und der Ressourcenschonung.



Prof. Dr. Caroline Kramer Prof. Dr. Caroline Kramer
Alt werden und jung bleiben. Wohnwünsche und Lebensstile der Generation 50plus

Sendezeit: So 24.02.2019, 07:30h
Erstausstrahlung: So 17.10.2010


Die deutsche Gesellschaft, und speziell ihre Städte, stehen vor einer Phase großer demographischer Veränderungen, die in der geographischen Diskussion vor allem unter den Stichworten Schrumpfung und Alterung zusammengefasst werden. Über die Lebensstile und Wohnansprüche der künftigen älteren Generation ist bislang wenig bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie sich von denen der heute älteren Generation deutlich unterscheiden werden. Caroline Kramer stellt in diesem Vortrag eine Studie vor, die am Beispiel der Stadtregionen München, Aachen und Karlsruhe die vorherrschenden Migrationsmuster und die zukünftigen Lebensstile älterer Menschen analysiert.