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Februar 2009

Dr. Bernhard Bueb Dr. Bernhard Bueb
Lob der Disziplin

Sendezeit: So 01.02.2009, 08:30h
Erstausstrahlung: So 10.02.2008


Der Bildungsnotstand in Deutschland ist die Folge eines Erziehungsnotstandes. Kinder und Jugendliche werden heute nicht mehr aufgezogen, sondern wachsen einfach auf. Sie sind umgeben von ungewollt aggressiv präsenten Erziehern: vom Fernsehen, vom plakativen Wohlstand unseres Landes, von den Verführern der Konsumgesellschaft, von den Vorbildern eines geistigen und charakterlichen Mittelmaßes, das unsere „Eliten“ repräsentieren. Zukunftserwartungen, die Jugendliche zu Taten beflügeln könnten, sind Zukunftsdrohungen gewichen: die strukturbedingte Arbeitslosigkeit, die Sinnentleerung unseres Daseins, auch verursacht durch den Verlust der Religion, die Vergreisung der Gesellschaft, die Ausbeutung der Lebensgrundlagen der Menschen, die Herrschaft des Geldes als letzter sinngebender Instanz – die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Wem die Zukunft verloren geht, der wird nicht an sich arbeiten, sich nicht mehr anstrengen und keinen Idealen nachstreben. Den mangelnden Zukunftsaussichten treten wir nicht durch Erziehung entgegen. Die Kunst der Erziehung haben wir verlernt, gemeinsame Maßstäbe sind verloren gegangen, der Glaube hat sich breitgemacht, das Aufwachsen der Kinder werde schon irgendwie gelingen. Wir fahren auf einem Schiff ohne Kompass. Was heißt Erziehung? Wie können wir durch Erziehung und Bildung Jugendliche zu Zuversicht und Lebensmut führen und wie können wir sie überhaupt erreichen?



Prof. Dr. Hermann Glaser Prof. Dr. Hermann Glaser
Die Unbildungs-Katastrophe. Was heißt und zu welchem Ende braucht man ein Studium Generale?

Sendezeit: So 08.02.2009, 08:30h


Die politische Suada ist voller Forderungen nach mehr Bildung. Die Notwendigkeit von Bildung wird beschworen. Nur Bildung könne die Zukunft sichern usw. Die meisten der derart Bildungsbeflissenen denken aber gar nicht an Bildung, sondern an Ausbildung. Ihre begriffliche Trennschärfe ist unterentwickelt; ihre Klage über die mangelnde Effizienz des Bildungswesens orientiert sich fast ausschließlich an Nützlichkeitsgesichtspunkten. Natürlich ist es notwendig und sinnvoll, sich um eine stete Verbesserung von Ausbildung in allen Bereichen der Erziehung zu kümmern. Die Tatschache jedoch, dass man sich dabei mit Bildungsfragen nicht oder kaum beschäftigt, kann geradezu als „Unbildungskatastrophe“ bezeichnet werden. Die notwendige Frage: „Cui bono?“ wird ausschließlich als ein „Wem-zu-Nutzen“ verstanden und damit betriebswirtschaftlichem Denken unterstellt. Der Vortrag kritisiert das bestehende Bildungsdefizit, das die Lernmotivation wesentlich beeinträchtigt. Gefordert wird eine Vernunft der Synthesis, die sich ums Begreifen der Zusammenhänge bemüht und sich an den philosophischen Grundfragen orientiert: Warum tue ich was wie mit welchen Mitteln? Woher komme ich, wohin gehe ich? Denn Bildung ist die Fähigkeit, aus den Zufälligkeiten angehäuften Detailwissens ein ordnungsstiftendes Beziehungsgeflecht zu machen, das dann selbstständig, mit Neugier und innerem Antrieb ausgebaut und verdichtet werden kann.



Dr. Theo Sommer Dr. Theo Sommer
Wer regiert die Welt in 50 Jahren?

Sendezeit: So 15.02.2009, 08:30h


In diesem Vortrag referiert Theo Sommer die Zukunftsszenarien, die nach dem Ende des Kalten Krieges und zu Beginn des 21. Jahrhunderts entworfen wurden. Aus diesen unterschiedlichen Zukunftsanalysen destilliert er die Trends, die nach übereinstimmender Auffassung der Futurologen die kommenden vier Jahrzehnte bestimmen werden. Er prognostiziert eine multipolare Welt, in der fünf Supermächte (die USA, Europa, Russland, China und Indien) die Geschicke der Menschheit dominieren werden. Ein Mächtemuster, das dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts mehr ähnelt als allen Machtkonstellationen des 20. Jahrhunderts. Dabei wird es entscheidend nicht nur auf vermeintliche Trends, volkswirtschaftliche Daten und die Stimmung der Völker ankommen, sondern in hohem Maße auf die Staatskunst der Führungspersönlichkeiten an den Schaltstellen der Macht.



Prof. Dr. Michael Zürn Prof. Dr. Michael Zürn
Wer regiert die Welt und mit welchem Recht?

Sendezeit: So 22.02.2009, 08:30h


Geht die Vorherrschaft der USA mit der internationalen Finanzkrise zu Ende? Wird China bald die mächtigste Nation der Welt sein? Oder regieren in Zukunft nicht mehr Staaten, sondern multinationale Unternehmen und transnationale Nichtregierungsorganisationen die Welt? Ist mit einem System der „Global Governance“, in dem internationale Normen die Hauptrolle spielen, zu rechnen? Wie sind die politikrelevanten Ressourcen zwischen den Schlüsselakteuren des Systems aufgeteilt und welche Machtpositionen ergeben sich daraus? Michael Zürn skizziert die gegenwärtigen Entwicklungen der Weltpolitik und zeigt, dass Normen zwar im internationalen System eine größere Rolle spielen als gemeinhin angenommen, dass sie aber in vielerlei Hinsicht Normen sind, die Ungleichheit festschreiben.