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August 2012

Prof. Dr. Reinhard Haller Prof. Dr. Reinhard Haller
Glück und Unglück der Sucht

Sendezeit: So 05.08.2012, 08:00h
Erstausstrahlung: So 20.05.2012


Zu allen Zeiten hatten Menschen den Wunsch, ihrer Realität vorübergehend zu entfliehen, sich abzulenken, zu entspannen, neue Gefühlszustände zu erleben. Aber noch nie waren so viele berauschende Substanzen verfügbar wie heute, und noch nie war die Hemmschwelle zum Konsum so herabgesetzt. Für illegale Drogen wird mit 500 Milliarden US-Dollar pro Jahr mehr Geld ausgegeben, als für die Ernährung der Menschheit. Ist der moderne Mensch ein süchtiges Wesen? Nikotin und Alkohol schon bei Kindern, Komatrinken bei Jugendlichen, Cannabis, Kokain und Designerdrogen, Medikamentenmissbrauch, aber auch Ess- oder Magersucht, Computer- und Internetsucht sind inzwischen weit verbreitet. Der Trend ist eindeutig: Süchtige Verhaltensweisen nehmen immer mehr zu. Sie führen zu psychischen und sozialen Problemen, zum Verlust der Freiheit, zu Vereinsamung und Selbstzerstörung. Was können wir tun? Der Themenschwerpunkt beschreibt das Wesen von Sucht und beleuchtet verschiedene Aspekte dieses großen gesamtgesellschaftlichen Phänomens.



Prof. Dr. Ernst Osterkamp Prof. Dr. Ernst Osterkamp
Die Pferde des Expressionismus - Triumph und Tod einer Metapher

Sendezeit: So 12.08.2012, 08:00h
Erstausstrahlung: So 05.02.2012


Dieser Vortrag will die Geschichte des deutschen Expressionismus am Beispiel einer seiner zentralen Metaphern erzählen. Für die antibürgerliche künstlerische Avantgarde, die sich um 1910 in den Bildenden Künsten und in der Poesie konstituierte und für die sich rasch der Begriff Expressionismus durchsetzte, bildete das Pferd die Aufbruchsmetapher schlechthin. Dies zeigen die Bilder von Franz Marc ebenso wie als die Gedichte von Ernst Stadler, Georg Heym und August Stramm. Noch 1914 erschien in der Reihe „Der jüngste Tag“ des Kurt Wolff Verlags Paul Boldts berühmter Gedichtband „Junge Pferde! Junge Pferde!“ Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs aber änderte die Metapher auf fundamentale Weise ihre Bedeutung. Nachdem sich die militärische Untauglichkeit der Kavallerie unter den Bedingungen moderner Kriegsführung gezeigt hatte, wurde das tote Pferd zum Sinnbild für die geschundene Kreatur. Am Ende des expressionistischen Jahrzehnts, als sich der Hunger einer vom Krieg erschöpften Bevölkerung auch auf die Pferdekadaver richtete, lädt sich die Metapher mit einem politischen Gehalt auf.



 Matthias Horx Matthias Horx
Future Living – wie wir leben werden

Sendezeit: So 19.08.2012, 08:00h
Erstausstrahlung: So 04.03.2012


Atomunfälle, Naturkatastrophen, Rohstoffmangel, Bürgerkriege, Finanzkrisen. Welche Zukunft hat unsere Welt des globalisierten Kapitalismus? Viele Menschen sind verunsichert, die Welt scheint ihnen auf dem Weg in den Untergang. Dabei, so Matthias Horx, sind heutige Gesellschaften aufgrund ihrer Vernetzung und ihrer technischen Möglichkeiten durchaus robust und in der Lage, neue Wege einzuschlagen, um ihre Probleme zu lösen. In diesem Vortrag beschreibt er anschaulich und mit einem optimistischen Blick auf die Dynamik des Wandels, welche tiefgreifenden, langfristigen Veränderungen die Lebenswelten der Zukunft bestimmen werden: Verstädterung, Feminisierung, Verschiebung der Altersstrukturen, Wandel von Arbeit, Mobilität und sozialer Vernetzung.



Prof. Dr. Gerd Bosbach Prof. Dr. Gerd Bosbach
Die instrumentalisierte Zukunftsangst: Gesetzliche oder private Rentenversicherung, wer hat den Nutzen?

Sendezeit: So 26.08.2012, 08:00h
Erstausstrahlung: So 01.04.2012


Müssen wir die demographische Entwicklung wirklich fürchten? Warum wird seit der Jahrtausendwende so viel über Bevölkerungsstatistik gesprochen? Wieso soll die private Rente „demographiefest“ sein? Und wem nutzt das alles? Gerd Bosbach kennt durch seine langjährige Tätigkeit als Statistikberater in der Politik und im Gesundheitsbereich die Kraft scheinbar objektiver Zahlen - und deren interessengeleitete Interpretation. Aus dieser Erfahrung heraus beschreibt er oft übersehene, wichtige Zusammenhänge. So zeigt der Blick in das letzte Jahrhundert eine massive Alterung ohne Einschnitte in das soziale Netz, ganz im Gegenteil. Bestimmt die Demographie wirklich das Wohlergehen von Gesellschaften oder übernimmt sie nur die Rolle des Sündenbocks, um von anderem abzulenken?