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April 2013

Prof. Dr. Detlev Ganten Prof. Dr. Detlev Ganten
Die Steinzeit steckt uns in den Knochen – Aspekte einer Evolutionären Medizin

Sendezeit: So 07.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 26.06.2011


Unser Körper ist das Produkt seiner Entstehungsgeschichte, wir sind der lebende Kompromiss aus unseren evolutionären Vorgängern, den Affen, Amphibien und Fischen. Seit der Steinzeit hat sich unser Körper nur noch wenig verändert, nun passt er nicht mehr so recht zu unseren modernen Lebensgewohnheiten. Rückenschmerzen, Allergien, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen uns zu schaffen. Ein Blick in die Naturgeschichte des menschlichen Körpers ist hier äußerst aufschlussreich: Fast alle Krankheiten lassen sich besser verstehen - und damit eher vermeiden - wenn man sie vor dem Hintergrund einer „evolutionären Medizin“ betrachtet. Detlev Ganten stellt diesen wichtigen neuen Ansatz für eine gesunde Lebensführung vor.



Prof. Dr. Otfried Höffe Prof. Dr. Otfried Höffe
Besonnenheit und Gerechtigkeit: zur Ressourcenknappheit im Gesundheitswesen

Sendezeit: So 14.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 22.03.1998


Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Ein hoher Anspruch, der sicher nur teilweise von der Medizin erfüllt werden kann. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Medizin immer leistungsfähiger, aber auch unsere Ansprüche an ihre Möglichkeiten sind gestiegen. Inzwischen zwingen die immer knapper werdenden Mittel zur Überlegung, was notwendig, was sinnvoll oder was vielleicht nicht mehr sinnvoll ist. Der Philosoph Otfried Höffe fragt in seinem Vortrag nach den Gründen der Ressourcenknappheit und nach dem moralisch angemessenen Umgang mit ihr.



Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich Prof. Dr. Klaus Michael Meyer-Abich
An den Grenzen der naturwissenschaftlichen Medizin – Trägt unser Gesundheitswesen seinen Namen zu Recht?

Sendezeit: So 21.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 04.05.2008


Dass unser Gesundheitswesen es fast nur mit Krankheiten zu tun hat, liegt historisch daran, dass nach der Industriellen Revolution Krankenkassen eingerichtet werden mussten. Ein Grund ist aber auch, dass die naturwissenschaftliche Medizin sich nur mit Krankheiten befasst. Eine ganz andere Frage ist, wie man so leben könnte, dass man gar nicht erst krank wird. Hier geht es vor allem um das persönliche Verhalten (sich mehr zu bewegen, gesünder zu ernähren etc.). Aber wie wir uns verhalten, hängt immer auch von den Verhältnissen ab, unter denen wir leben. Solange die Verhältnisse zum Beispiel das Autofahren, die industrielle Ernährung u. ä. begünstigen, sind persönliche Appelle nur begrenzt erfolgreich. Eine wirkliche Gesundheitspolitik, so Klaus Michael Meyer-Abich, wäre darum eine allgemein politische Aufgabe, zu der die Gesundheitsministerien nur am Rande etwas beitragen können.



Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt
Gesundheit und Krankheit im Wandel der Kulturgeschichte

Sendezeit: So 28.04.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 15.03.1998


Gesundheit und Krankheit sind Grundphänomene des menschlichen Lebens. Die jeweils herrschenden Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit wirken sich tiefgreifend auf die Therapie, auf Einstellung und Verhalten des Arztes, auf den Umgang des Kranken mit dem eigenen Kranksein und auf die sozialen Reaktionen aus. Was Gesundheit und Krankheit bedeuten, wird aber auch von den Künsten, der Philosophie und der Theologie reflektiert. Gerade diese Disziplinen erinnern die Medizin an ihren anthropologischen Charakter. Dietrich von Engelhardt führt in diesem Vortrag durch die europäische Kultur- und Medizingeschichte. Er zeigt die unterschiedlichen Einstellungen zu Gesundheit und Krankheit in der Antike, im Mittelalter und in der Neuzeit.