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Mai 2013

Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel
Wozu heute noch Religion?

Sendezeit: So 05.05.2013, 08:00h


Nach zwei Jahrhunderten europäischer Aufklärung und Religionskritik haben sich viele Vorbehalte gegenüber »der Religion« zu Standardargumenten verdichtet. Religion steht unter dem Illusions-, Vertröstungs- und Regressionsverdacht. Und der weltweite Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Fanatismus, Gewalt und Unterdrückung scheint den Kritikern Recht zu geben. Andererseits ist nicht zu übersehen, dass in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas Religion für Hunderte Millionen von Menschen ein lebenswichtiger Faktor geblieben ist. Der Bedeutungsverlust von Religion in der Moderne ist eine spezifisch europäische Erfahrung, die nicht auf die Welt als Ganze übertragen werden kann. Ohne Kenntnisse vom Einfluss der großen Religionen auf das Verhalten von Menschen versteht man die Welt des 3. Jahrtausends nicht. Karl-Josef Kuschel plädiert für ein Ernstnehmen des »Faktors Religion« in der Weltgesellschaft von heute und für den interreligiösen Dialog im Interesse des Weltfriedens.



Prof. Dr. Hans Joas Prof. Dr. Hans Joas
Gesellschaft, Staat und Religion. Ihr Verhältnis in der Sicht der Weltreligionen

Sendezeit: So 12.05.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 01.10.2006


In jüngerer Zeit ist das Thema Religion wieder stärker in das öffentliche Interesse gerückt. Das liegt einerseits an aktuellen politischen Problemlagen wie Migration oder Islamismus, aber auch an einer tieferliegenden Umstellung der intellektuellen Strömungen. In welchem Verhältnis stehen die großen Religionen zu Staat und Gesellschaft? Hans Joas entwickelt die Fragen, die diesbezüglich an alle Weltreligionen gerichtet werden müssen: Welche Idee von Individuum und Gemeinschaft steckt in dieser Religion? Welche Vorstellung über die Gemeinschaft der Gläubigen? Welches Ideal für das Gemeinweisen überhaupt? Und welche geschichtlichen Zusammenhänge bestehen zwischen dieser Religion und der Entwicklung von Staat und Wirtschaft?



Prof. Dr. Rolf Schieder Prof. Dr. Rolf Schieder
Die Zukunft der Religion

Sendezeit: So 26.05.2013, 08:00h


Die Frage nach der Zukunft der Religion ist wieder offen. Nachdem in den siebziger Jahren das baldige Ende der Religion als Folge von Modernisierungsprozessen vorhergesagt wurde, zeigt sich, dass die Religionen durchaus in der Lage sind, sich selbst zu modernisieren. Unter Mitgliederverlusten haben vor allem die Religionsgemeinschaften zu leiden, die den wachsenden Bedürfnissen nach der Pflege eines eigenen, selbst gewählten Glaubens nicht mehr gerecht werden. In einer Welt, in der die Gefahr der Exklusion steigt, wachsen die Gemeinden, die Inklusion pflegen, leben und fördern. Die Kirchen in Europa, die davon leben, dass Kirchenzugehörigkeit sozusagen geerbt wird, stehen, so Rolf Schieder, vor schmerzhaften Anpassungsprozessen.