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September 2013

Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf Prof. Dr. Marcus Schiltenwolf
Schmerz und Medizin

Sendezeit: So 01.09.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 10.03.2013


Menschen mit Schmerzen erwarten medizinische Hilfe. Und die Medizin hat heute für den Hilfesuchenden eine Vielzahl diagnostischer und therapeutischer Angebote. Dabei haben unsere Ansprüche an Schmerzbefreiung oder zumindest Schmerzlinderung stark zugenommen, und im gleichen Maße sind die medizinischen Schmerz-Leistungen angestiegen. Eine Eskalation der Mittel ist festzustellen, aber der Schmerz bleibt. Spontanverläufe und andere Bewältigungsmöglichkeiten verschwinden hinter einer allgegenwärtigen Medikalisierung und dem Anspruch, das Leben müsse frei von Schmerz sein. Fast unbemerkt hat bei dieser Entwicklung das gesellschaftliche Leiden am Schmerz zugenommen.



Dr. Gunter Frank Dr. Gunter Frank
Der getriebene Patient – Irrwege der Medizin und des modernen Lifestyles

Sendezeit: So 08.09.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 24.03.2013


Medizin wird von Patienten heute zweigeteilt wahrgenommen. Hier die nur reparierende Schulmedizin, dort die ganzheitliche alternative Medizin. Dabei fällt auf, dass die psychovegetativen Beschwerden insgesamt in der ärztlichen Sprechstunde deutlich zunehmen, und dass keine der beiden Richtungen dafür Antworten kennt. Der Schlüssel, so Gunter Frank, ist vielmehr in einem richtigen Umgang mit Stress zu suchen. Unser Lebensstil strapaziert das vegetative Alarmsystem und blockiert den Selbstzugang zu den tieferen emotionalen Zentren des Gehirns. Dies wird von vielen Menschen als getriebenes, fremdgesteuertes Lebensgefühl wahrgenommen. Die Angstszenarien eines risikozentrierten Verständnisses von gesundem Leben verstärken diesen Prozess. Dabei werden wissenschaftliche Daten mit dem Ziel missbraucht, den Kundenstamm für medizinische Angebote zu vergrößern. Gunter Frank fordert einen redlichen Umgang mit Normwerten, Richtlinien und Studien, damit moderne Patienten nicht mit Angst und Katastrophenszenarien manipuliert und beunruhigt werden.



 John Kornblum John Kornblum
Die Macht der Diplomatie

Sendezeit: So 15.09.2013, 08:00h


Über Macht und Machtausübung zu sprechen ist gerade in Deutschland nicht einfach, denn Deutschland hat keine guten Erfahrungen mit der Ausübung von Macht gemacht. Der Begriff „Führungsmacht“ weckt hier überwiegend negative Emotionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg betonte die deutsche Politik ihr entferntes Verhältnis zur Macht, sie wollte ausdrücklich mit Machtausübung nichts zu tun haben. Deutsche Diplomaten sollten keine nationalen Interessen verfolgen, sondern nur den Interessen der Staatengemeinschaft dienen. Inzwischen, so äußert sich Angela Merkel selbst, ist Deutschland fraglos für Europa das geworden, was die USA lange Zeit für die Welt waren und noch immer sind: eine ungeliebte Führungsnation. John Kornblum, der alle Facetten des diplomatischen Parketts kennt, beschreibt den tiefgreifenden Wandel, der sich in der Weltordnung seit den 90er Jahren vollzogen hat. Welche Rolle werden Deutschland, Europa, Amerika bei der Gestaltung der Zukunft der westlichen Welt haben?



Dr. Theo Sommer Dr. Theo Sommer
Wer regiert die Welt in 50 Jahren?

Sendezeit: So 22.09.2013, 08:00h
Erstausstrahlung: So 15.02.2009


In diesem Vortrag referiert Theo Sommer die Zukunftsszenarien, die nach dem Ende des Kalten Krieges und zu Beginn des 21. Jahrhunderts entworfen wurden. Aus diesen unterschiedlichen Zukunftsanalysen destilliert er die Trends, die nach übereinstimmender Auffassung der Futurologen die kommenden vier Jahrzehnte bestimmen werden. Er prognostiziert eine multipolare Welt, in der fünf Supermächte (die USA, Europa, Russland, China und Indien) die Geschicke der Menschheit dominieren werden. Ein Mächtemuster, das dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts mehr ähnelt als allen Machtkonstellationen des 20. Jahrhunderts. Dabei wird es entscheidend nicht nur auf vermeintliche Trends, volkswirtschaftliche Daten und die Stimmung der Völker ankommen, sondern in hohem Maße auf die Staatskunst der Führungspersönlichkeiten an den Schaltstellen der Macht.



Prof. Dr. Heiner Flassbeck Prof. Dr. Heiner Flassbeck
Wem gehört die Welt? Machtkampf um Ressourcen

Sendezeit: So 29.09.2013, 08:00h


Anders als viele Ökonomen unterstellen, findet Wirtschaft nicht in einem Machtvakuum statt. Es ist vielmehr der Kampf um wirtschaftliche Macht, der die tägliche Auseinandersetzung auf den Märkten dieser Welt prägt. Dabei geht es nicht nur um Ressourcen im engeren Sinne von Rohstoffen, sondern auch um die Ressourcen Wissen, Technologie und um die Art und Weise, wie diese miteinander kombiniert werden. Heiner Flassbeck erläutert in seinem Vortrag, wie der Besitz von Ressourcen die wirtschaftlichen Verhältnisse ändert und wie Entwicklungsländer und Industrieländer mit ihren jeweiligen Mitteln um die Dominanz der Märkte kämpfen. Er beschreibt die Bedeutung der Finanzmärkte in dieser Auseinandersetzung und weist auf die entscheidende Rolle, die dem Wissen um neue und effizientere Technologien zukommt, hin. Und er fordert eine bessere Verteilung der Macht durch eine systematische Beteiligung aller Bürger am gemeinsam erzielten Einkommen, so dass die Unternehmen gezwungen sind, ihre Macht immer wieder zur Disposition zu stellen.