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Dezember 2013

Dr. Roland Kipke Dr. Roland Kipke
Der Mensch verbessert sich selbst - Vom Umgang mit einem allgegenwärtigen Phänomen

Sendezeit: So 01.12.2013, 08:00h


Menschen versuchen sich zu verbessern – nicht nur ihr Aussehen, ihren Körper, sondern gerade auch ihre mentalen Fähigkeiten, Einstellungen, Gewohnheiten, Tugenden, und zwar durch übende mentale Aktivität. Während jedoch moderne Methoden des Hirndopings durch Medikamente breit diskutiert werden, beachten die meisten Wissenschaften diese mentale Selbstformung kaum oder behandeln nur einzelne Aspekte. Dabei findet sich diese Selbstformung in allen Kulturen und ist auch heute für viele Menschen von großer Bedeutung, wie sich an dem großen Markt für Lebensratgeberliteratur zeigt. Roland Kipke geht der Frage nach, was diese Selbstformung ist, wie sie insbesondere in manchen Wissenschaften ignoriert, bestritten oder kritisiert wird und warum sie verstärkte wissenschaftliche Aufmerksamkeit verdient.



Prof. Dr. Werner Greve Prof. Dr. Werner Greve
Sich entwickeln - Spielräume und Randbedingungen der Selbstgestaltung im Lebenslauf

Sendezeit: So 08.12.2013, 08:00h


Klassische Theorien haben die menschliche Entwicklung als „Ent-Wicklung“ eines vorab weitgehend festgelegten Ablaufes angesehen: Kindheit und Jugend sind von bestimmten Phasen oder Krisen bestimmt. Hat man hier alle Schritte durchlaufen, ist man „er-wachsen“. Die moderne Entwicklungspsychologie betrachtet die gesamte Lebensspanne. Damit rückt auch das mittlere und hohe Erwachsenenalter und damit andere Prozesse und Entwicklungsregulationen in den Blick. Das Erwachsenenalter wird viel stärker als die Kindheit von der sich entwickelnden Person selbst gestaltet. Freilich sind den Spielräumen, die Menschen dabei haben, Grenzen gesetzt. Es gibt sowohl Grenzen des Handelns, als auch Grenzen des Wollens, denn wir können uns nicht in jeder Hinsicht aussuchen, was wir wollen. Wann immer wir Ziele oder Lebenswege wählen, wählen wir auf der Grundlage von Präferenzen, von Überzeugungen und Werten. Auch sie entwickeln sich im Laufe unseres Lebens, aber diese Entwicklungsprozesse sind unserer bewussten Wahl weitgehend entzogen. Sie sind vielmehr die Grundlage unserer aktiven Selbstgestaltung. So sind wir immer zugleich Produzenten und Produkte unserer eigenen Entwicklung.



Prof. Dr. Niels Birbaumer Prof. Dr. Niels Birbaumer
Hirn und Selbstveränderung - Verträgt sich das?

Sendezeit: So 15.12.2013, 08:00h


Unser Gehirn ist ein Organ, das dafür gebaut ist, Zusammenhänge zu erfassen und Assoziationen zu bilden. Es ist sozusagen ein Detektionsorgan für Gleichzeitigkeiten. Was zeitlich oder räumlich eng beieinander liegt, wird eingeprägt. Das eigene Musizieren zum Beispiel hat deshalb so großen Einfluss auf das Nervensystem und wirkt stimulierend auf die Hirntätigkeit, weil es gleichzeitig optische, akustische, motorische und emotionale Reize auslöst. Besonders das Großhirn reagiert sensibel auf solche Gleichzeitigkeiten. Ohne Frage ist die Plastizität und damit die Lernfähigkeit des Gehirns bei jungen Menschen besonders groß. Wie aber sieht es im hohen Alter, bei Demenz oder bei Schwerstkranken aus? Was ist, wenn Teile des Großhirns zerstört sind? Niels Birbaumer illustriert an verschiedenen Beispielen, welche erstaunlichen Regulationsfähigkeiten das menschliche Gehirn auch im Alter oder bei schweren Schädigungen noch zeigt.