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Mai 2014

Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf
Politik und Religion - Zur Diagnose der Gegenwart

Sendezeit: So 04.05.2014, 07:45h


Der politisch-religiöse Radikalismus der Gegenwart hat die Sprengkraft verdeutlicht, die Religion in sich birgt, und das Verhältnis von Politik und Religion heute wieder zu einem zentralen Gegenstand der öffentlichen Debatte gemacht. Nachdem viele Sozialwissenschaftler in der Vergangenheit erwartet hatten, dass Religion im Zuge des „Modernisierungsprozesses“ immer mehr an Bedeutung verlieren würde, wird heute vom „Ende der Säkularisierungsthese“ gesprochen. Auch in vielen modernen Gesellschaften ist die bleibende Vitalität des Religiösen und die Rückkehr religiöser Akteure in den öffentlichen Raum festzustellen. Dabei bringt eine neue religiöse Vielfalt untereinander rivalisierende Glaubensakteure hervor. Doch wie auch immer die religiöse Lage in den verschiedenen Gesellschaften beschrieben werden kann: Die Meinung, dass Politik und Religion sich sauber trennen ließen, hat sich, so Friedrich Wilhelm Graf, als Illusion herausgestellt.



 Tarek Tawfik Tarek Tawfik
Spannungen und Spiegelungen zwischen Ost und West

Sendezeit: So 11.05.2014, 07:45h


Ein genauer Blick auf die Wechselbeziehungen zwischen Orient und Okzident ist notwendig, um zu verstehen, wie sich die Beziehungen zwischen Ost und West im Lauf der Geschichte verändert haben. Der ägyptische Archäologe Tarek Tawfik spannt in diesem Vortrag den Bogen von den frühen Handelsbeziehungen im Mittelmeerraum und ersten militärischen Auseinandersetzungen der Ägypter mit den „Seevölkern“, von gegenseitiger Berührung und Austausch zur Zeit Alexanders des Großen und der Römer, von der Tang-Dynastie, den Kreuzzügen, dem Osmanischen Reich und der Zeit des Kolonialismus bis zu den beiden Weltkriegen, der Gründung des Staates Israel und den Folgen im Nahen Osten, der Suez-Krise, dem Sechs-Tage-Krieg, dem Aufschwung der Golf-Staaten bis zu den Folgen der Globalisierung, zum arabischen Frühling und schließlich zu aktuellen Fragestellungen.



Prof. Dr. Gudrun Krämer Prof. Dr. Gudrun Krämer
Der Islam

Sendezeit: So 18.05.2014, 07:45h
Erstausstrahlung: So 29.10.2006


Religion und Staat sind im Islam keineswegs so unauflöslich miteinander verknüpft, wie unter dem Eindruck des zeitgenössischen Islamismus, der diese Einheit postuliert, weithin angenommen wird. Auch im Islam haben sich Religion und Politik frühzeitig ausdifferenziert, ohne sich jedoch ganz voneinander zu lösen. Eine Kirche als verfasste Institution kennt der Islam allerdings nicht, so dass Säkularisierungsprozesse nicht als Trennung von Kirche und Staat verstanden werden können. Von großer Bedeutung ist jedoch das religiöse Recht, die Scharia, deren Anwendung die Islamisten heute so verhement fordern. Daher kreist die Säkularisierungsdebatte um die Möglichkeiten, Folgen und Gefahren einer Anwendung der Scharia.



Prof. Dr. Kurt-Jürgen Maaß Prof. Dr. Kurt-Jürgen Maaß
Der Euro-islamische Dialog in der Krise

Sendezeit: So 25.05.2014, 07:45h


Europa und die islamisch geprägte Welt haben ein gestörtes Verhältnis. Positiven europäischen Stichwörtern wie Urlaubsreisen, Stoffen, Teppichen, Schmuck, Kunst, Film, Literatur stehen negative wie religiöse Zersplitterung und innerreligiöse Konflikte, politische Gewalt, Fanatismus, Salafismus, Radikalisierung, und Terror gegenüber. Islamische negative Stichwörter sind Kreuzzüge, Kolonialismus, Krieg, Gewalt, Völkerverletzung, Kooperation mit islamischen Diktatoren, der Israel-Palästina-Konflikt, Islamophobie. Vertreter der islamischen Zivilgesellschaften, so Kurt-Jürgen Maaß, wollen aber den Dialog mit dem Westen, wollen mehr (vor allem akademischen) Austausch von Menschen, objektivere Medienberichterstattung, eine gegenseitige Schulbuchrevision, Gespräche und Austausch über gute Regierungsführung, Rechtssicherheit, Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frauen, Korruptionsbekämpfung ….