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Referenten alphabetisch

Juli 2014

Prof. Dr. Hartmut Bobzin Prof. Dr. Hartmut Bobzin
Der Koran und der Friede. Zentrale Stellen – neu übersetzt und aktuell gedeutet

Sendezeit: So 06.07.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 05.07.2009


Der Koran, das "heilige Buch der Muslime", Grundtext einer der großen Weltreligionen, ist ein literarisches Werk von großer sprachlicher Schönheit. Aber immer auch ein politisches Buch, ein Buch, das Einfluss nimmt auf das Leben der Gläubigen, auf Recht und Politik. Gewaltbereite Muslime berufen sich heute ebenso auf den Koran wie die dialogbereiten und um Frieden bemühten Gruppen. Grundlage einer angemessenen Beurteilung ist die genaue Kenntnis des Textes. Hartmut Bobzin hat eine neue Übersetzung der zentralen Texte des Korans mit kurzen Erläuterungen zu religiöser Praxis und Frömmigkeit, zu Recht und Politik veröffentlicht. Auf dieser Grundlage spricht er zu einem höchst aktuellen Thema.



Prof. Dr. Ludger Lütkehaus Prof. Dr. Ludger Lütkehaus
"Christus oder Mohammed". Karl May: Fiktion und Fundamentalismus im Kampf der Kulturen

Sendezeit: So 13.07.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.07.2009


Karl May, der erfolgreichste Schriftsteller deutscher Sprache, ist weit mehr als nur ein "Jugendbuchautor". Lange vor Harry Potter war "Fantasy" seine Art der Literatur. Seine "edelmenschlichen" Heroen von Old Shatterhand bis Kara Ben Nemsi nähren sich aus der Selbsterfindung ihres Autors: "Ich bin Old Shatterhand, ich bin Kara Ben Nemsi und habe erlebt, was ich erzähle". Der literarische Ego-Zentrismus geht dabei mit einem kulturellen und religiösen Euro-Zentrismus Hand in Hand. Immer wieder hat Karl May vor allem in seinen Orient-Romanen den "Kampf der Kulturen" als "Kampf der Religionen" inszeniert. Der Fundamentalismus eines missionarisch sendungsbewussten Christentums prallt auf einen militanten islamischen Fundamentalismus. Erst Mays humanistisches und pazifistisches Spätwerk deutet andere Wege an. Ludger Lütkehaus zeichnet den Zusammenhang von Fiktion und Fundamentalismus in Karl Mays Werk nach.



Prof. Dr. Jürgen Wertheimer Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Kulturen des Dialogs: Sprechen wir dieselbe Sprache?

Sendezeit: So 20.07.2014, 07:30h


Obwohl wir so gerne vom "Dialog der Kulturen" sprechen, ist es um die tatsächliche interkulturelle Verständigung nicht gut bestellt. Kommunikationsunfälle, Missverständnisse und oberflächliches Halbverstehen sind an der Tagesordnung. Denn die "Kulturen des Dialogs" sind höchst unterschiedlich. Alter und Rang der Akteure sind in unterschiedlichen Kulturen ebenso verschieden geregelt wie der Grad der Deutlichkeit, der Direktheit, mit dem gesprochen wird. Um der Herausforderung eines weltweiten Austauschs im 21. Jahrhundert gewachsen zu sein, bedarf es also einer Grammatik und Hermeneutik der höchst unterschiedlichen Dialogformen, um nicht immer wieder neue Konflikte - gerade durch das miteinander sprechen Wollen - zu provozieren.



Prof. Dr. Jörn Leonhard Prof. Dr. Jörn Leonhard
August 1914: Ein globales Panorama

Sendezeit: So 27.07.2014, 07:30h


Die Ereignisse des August 1914, die den Ersten Weltkrieg auslösten und am Ende nicht nur Europa, sondern die gesamte Weltordnung tiefgreifend erschütterten, werden gerne auf die suggestive Formel eines „Augusterlebnisses“ gebracht. Was aber war der August 1914, jene Phase zwischen der Abfolge der Kriegserklärungen und dem Ausbruch des realen Krieges in allen seinen entsetzlichen Dimensionen, mit Schlachtmeldungen und immer längeren Todeslisten, die alle Vorahnungen und Projektionen innerhalb kürzester Zeit entwerteten? Jörn Leonhard zeigt auf, was den August 1914 zu einer in dieser Form einmaligen historischen Verdichtung machte, und was die langfristigen Konsequenzen dieser Verdichtung waren.