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Oktober 2014

Prof. Dr. Cord Arendes Prof. Dr. Cord Arendes
„Wirklichkeitsbilder“? Fotografie und Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Sendezeit: So 05.10.2014, 07:30h
Erstausstrahlung: So 17.08.2014


Einer der Gründe für die Erinnerungsmacht des Ersten Weltkrieges liegt darin, dass wir über eine Reihe an visuellen Zeugnissen, an Filmmaterial, vor allem aber Fotografien verfügen. Doch dürfen wir diese Fotografien als so etwas wie "Wirklichkeitsbilder" betrachten? Wie sind sie entstanden? Wie und wann wurden sie veröffentlicht? Cord Arendes gibt in diesem Vortrag einen Überblick über die Motive und die Produktions- und Distributionsbedingungen von Fotografien zwischen 1914 und 1918. Und er beleuchtet die Bedeutung, die diese Fotografien bis heute für unsere Erinnerung an den "Großen Krieg" haben.



Prof. Dr. Ute Frevert Prof. Dr. Ute Frevert
Vergängliche Gefühle

Sendezeit: So 12.10.2014, 07:30h


Gefühle sind flüchtig und instabil, sie haben eine zeitliche Struktur und dauern gemeinhin nicht ewig. Wut steigt auf, bricht los und ebbt ab. Gleiches gilt für Freude, Angst, Trauer. Gefühle sind aber nicht nur per se vergänglich, sie sind es auch in der historischen Zeit. Es gibt Gefühle – zum Beispiel Ehre –, die uns fremd geworden sind, die aber unseren Groß- und Urgroßeltern noch vertraut waren. Umgekehrt finden heute Empfindungen großen Anklang – wie Empathie und Mitleid –, um die sich vormoderne Gesellschaften kaum scherten. Ute Frevert geht in ihrem Vortrag der Frage nach, wie sich solche emotionalen Konjunkturen erklären lassen, und zeigt damit, wie sich Emotionen in der und durch die Geschichte wandeln.



Prof. Dr. Arno Gruen Prof. Dr. Arno Gruen
Gespaltenes Bewusstsein. Empathie versus Kognition

Sendezeit: So 19.10.2014, 07:30h


Wir leben in einer zunehmend durchkonstruierten Welt, die von Kampf, Wettbewerb, Profit und Isolation bestimmt ist. Die Errungenschaften von Wissenschaft, Technik und Informatik beeinflussen und dominieren uns. Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Emotionen befreit ist. Aber Denken ohne Gefühl, so der Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen, führt in eine Scheinwelt aus Abstraktionen. Es macht uns unfähig, unsere Wirklichkeit unmittelbar und mitfühlend wahrzunehmen. Indem das abstrakte Denken, also das Kognitive, zunehmend das Empathische in uns verdrängt, entfernen wir uns immer weiter von dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben.



Dr. Frank-M. Staemmler Dr. Frank-M. Staemmler
Von visuellen Klippen und ‚okkulten‘ Ereignissen: Die ganz normale Empathie

Sendezeit: So 26.10.2014, 07:30h


Die empathische Abstimmung zwischen Menschen findet im Alltag in vielerlei Formen statt. Manche von ihnen sind so selbstverständlich, dass man sie kaum noch beachtet oder erkennt; und manche sind auf den ersten Blick so schwer erklärlich, dass sie uns wie parapsychologische Vorgänge erscheinen. Frank M. Staemmler beschreibt in diesem Vortrag einige Beispiele für diese alltägliche Empathie und erläutert daran, wie gegenseitiges Mitempfinden und die Interpretation der Emotionen unseres menschlichen Gegenübers funktionieren. Daraus leitet er Anregungen dafür ab, wie Menschen ihre Einfühlungsfähigkeit entwickeln und ausbauen können.