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März 2015

Prof. Dr. Andreas Kappeler Prof. Dr. Andreas Kappeler
Die Geschichte der Ukraine. Konkurrierende Narrative der ukrainischen Geschichte

Sendezeit: So 01.03.2015, 07:30h


Zur Geschichte jedes Landes gibt es unterschiedliche Erzählungen. Das gilt besonders für die Geschichte der Ukraine, die erst seit 23 Jahren ein unabhängiger Nationalstaat ist. Andreas Kappeler stellt in diesem Vortrag ukrainische, russisch/sowjetische, polnische und jüdische Narrative zu Schlüsselfragen der ukrainischen Geschichte vor und stellt sie in den aktuellen politischen Kontext. Diese Perspektiven tragen nicht nur zum Verständnis der ukrainischen Geschichte, sondern auch der ukrainischen Gegenwart bei. Heute stehen sich vornehmlich ukrainische und russisch/sowjetische Interpretationen gegenüber. Beide Seiten bedienen sich historischer Argumente, um ihre Politik zu rechtfertigen.



 Jörg Armbruster Jörg Armbruster
Brennpunkt Nahost. Die Zerstörung Syriens und das Versagen des Westens

Sendezeit: So 08.03.2015, 07:30h


Im Frühjahr 2011 begannen Teile der arabischen Jugend, sich gegen die politische Ordnung in ihren Ländern aufzulehnen. Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen, Syrien, Bahrain – kein Land schien immun gegen den Unmut der Jugend. Dabei ist der Aufstand der Syrer, der begann, nachdem die Aufstände in den anderen Ländern bereits politische Folgen gezeitigt hatten, zum arabisch-iranischen Stellvertreterkrieg des Nahen Ostens geworden. Inzwischen leiden die Menschen in Syrien unter einem blutigen Bürgerkrieg. In seinem Vortrag wird der ehemalige ARD-Korrespondent Jörg Armbruster analysieren, welche politischen Kräfte auf die Konflikte einwirken und warum die Region seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommt.



Dr. Thorsten Gerald Schneiders Dr. Thorsten Gerald Schneiders
Salafismus. Ursprünge und Gefahren

Sendezeit: So 15.03.2015, 07:30h


Das Vorgehen der Terror-Organisation „Islamischer Staat“ ist die bisher wohl brutalste Form der Umsetzung von salafistischem Gedankengut. Aber die Ideologie dahinter findet auch in Deutschland Zuspruch. Und die Szene wächst stetig. Mit Aktionen wie der „Scharia-Polizei“ oder den Koran-Verteilungen verschaffen sich die Anhänger hierzulande Aufmerksamkeit. Nach Aussage deutscher Sicherheitsbehörden sind die meisten Salafisten nicht gewaltbereit. Doch wie nah sind ihre Ideen an der Ideologie der IS-Kämpfer? Wird der Islam hier bloß missbraucht oder ist Salafismus die radikale Ausprägung seiner Kerngedanken? Staat und Gesellschaft sind aufgerufen, sich zu den aktuellen Entwicklungen zu positionieren. Aber wie? Erst, wenn wir die Formen der salafistischen Radikalisierung und die Mechanismen innerhalb der Szene richtig verstehen, kann es uns gelingen, ihr gesellschaftlich etwas entgegenzusetzen.



Dr. Wilfried Buchta Dr. Wilfried Buchta
Iraks Zerfall und der Aufstieg des Islamischen Staates. Zwei Seiten einer Medaille

Sendezeit: So 22.03.2015, 07:30h


Der Machtzuwachs des „Islamischen Staates“ konfrontiert nicht nur die regionalen Nachbarn sondern auch Europa und die Welt seit 2014 mit einer neuen Qualität des Terrors. Um seine Entstehung verstehen zu können, muss man den Blick über die oftmals verstörenden Berichte über Gräueltaten hinaus lenken. Denn die dschihadistische Terrormiliz „Islamischer Staat“ ist keineswegs aus dem Nichts entstanden. Vorläuferorganisationen waren bereits kurz nach der US-Invasion zum Sturz Saddam Husseins 2003 im Irak aktiv geworden. Sie nutzten das damals entstandene Machtvakuum für ihren Aufstieg. Welche politischen und religiösen Ursachen lagen dem Staatszerfall im Irak zugrunde? Welche Rolle spielten die Militärintervention der USA und Washingtons fehlgeschlagenes Demokratieaufbau-Projekt beim Zerfall des Irak? Und welche Lehren ergeben sich daraus heute für Europa?



Prof. Dr. Ina Wunn Prof. Dr. Ina Wunn
Die unheilige Allianz. Frauen, Islam und Gewalt

Sendezeit: So 29.03.2015, 07:30h


Frauen gelten bisher generell als religiöser und als weniger gewaltaffin als Männer. Für Musliminnen gilt darüber hinaus ein traditionelles Rollenverständnis, das ihnen in erster Linie einen Platz im Haus oder einen Beruf, der mit dem traditionellen Frauenbild am ehesten in Deckung zu bringen ist, zuweist. Umso schockierender war es daher, dass seit den 1980er Jahren muslimische Frauen nicht nur zunehmend politisch aktiv wurden und in der Öffentlichkeit agierten, sondern dass sie ihre Ziele vehement verfolgten und mitunter auch vor Gewalt nicht zurückschreckten. Wohlgemerkt einer religiös legitimierten Gewalt, die bis zu Kriegseinsätzen und Selbstmordattentaten reicht. Der Schritt in Richtung Gewaltanwendung, so Ina Wunn, hat auch etwas mit Emanzipation, mit einem spezifisch islamischen Feminismus zu tun.