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April 2015

Dr. Michael Lüders Dr. Michael Lüders
Wer den Wind sät … Was westliche Politik im Orient anrichtet

Sendezeit: So 12.04.2015, 07:30h


Michael Lüders untersucht in seinem Vortrag die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt. Er beginnt mit dem von britischen und amerikanischen Geheimdiensten inszenierten Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Mossadegh im Iran 1953, die als "Ursünde" westlicher Interventionen in der Region angesehen werden kann. Denn auf Mossadegh folgte die Diktatur des Schah, die wiederum durch die Islamische Revolution 1979 hinweggefegt wurde. Ohne Putsch gegen Mossadegh keine islamische Revolution - in dieser Einschätzung sind sich die Historiker weitgehend einig. Doch der Westen hat aus seinen Fehlern nichts gelernt, wie Lüders aufzeigt. So hatte das Eingreifen in den Krieg in Afghanistan, das 1979 von den Sowjets besetzt worden war, ebenfalls weitreichende Folgen. Aus der Unterstützung für die Mudschahedin, die Glaubenskämpfer, die gegen die Sowjets kämpften, erwuchsen später Al-Qaida und Osama bin Laden. Der Aufstieg des "Islamischen Staates" wiederum ist nicht zu erklären ohne die US-geführte Militärintervention zum Sturz Saddam Husseins 2003.



Prof. Dr. Karlfriedrich Herb Prof. Dr. Karlfriedrich Herb
Was ist Macht?

Sendezeit: So 19.04.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 27.11.2005


Was ist Macht? Die Frage ist berechtigt und sie ist alles andere als neu. Sie wird gestellt, seit Menschen angefangen haben, über sich selbst nachzudenken. Mit der Macht stehen die Grundtatsachen des menschlichen Zusammenlebens in Frage. Aber was ist Macht? Was unterscheidet sie von Gewalt? Hängt sie an Ämtern? Verleiht sie Charme und Charisma? Zeigt sie sich in Institutionen? Oder verbirgt sich Macht hinter Mauern und Systemen? Solchen Fragen geht Karlfriedrich Herb im Kontext moderner Antworten nach - und lässt dabei vor allem vier Autoren zu Wort kommen: Niccolò Machiavelli, Thomas Hobbes, Hannah Arendt und Michel Foucault.



Prof. Dr. Herfried Münkler Prof. Dr. Herfried Münkler
Warlords, Söldnerfirmen, Terrornetzwerke und die Asymmetrie kriegerischer Gewalt

Sendezeit: So 26.04.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 22.09.2002


Die Epoche der zwischenstaatlichen Kriege scheint zu Ende zu gehen. Von den nach 1945 gezählten Kriegen sind mehr als zwei Drittel transnationale Kriege, die aus dem Zerfall eines Staates erwachsen und auf angrenzende Regionen übergreifen. Sie zeichnen sich durch ihre überlange Dauer, die massive Anwendung kriegerischer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und durch eine starke Privatisierung der Gewaltakteure aus. Herfried Münkler analysiert diese Veränderung der kriegerischen Auseinandersetzungen und ihre Konsequenzen.