Suche nach Sendungen

Bitte geben Sie Ihre(n) Suchbegriff(e) ein!

Liste aller Vorträge seit 1987 als PDF

Referenten alphabetisch

Mai 2015

Prof. Dr. Michael Stolleis Prof. Dr. Michael Stolleis
Rechtsstaat und Unrechtsstaat im 20. Jahrhundert

Sendezeit: So 03.05.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 23.09.2012


Der Rechtsstaat, die historische Errungenschaft einer freien Gesellschaft, ist auf Institutionen und Verfahren, vor allem aber auf die kritische Aufmerksamkeit seiner Bürger angewiesen. Der Unrechtsstaat konnte sich in Europa nach dem Ersten Weltkrieg ausbreiten, weil mit den Krisen des 20. Jahrhunderts diejenigen Kräfte die Oberhand gewannen, welche die parlamentarische Demokratie, die Gewaltentrennung, die Achtung der Grundrechte und den Rechtsstaat mit Hilfe von antiliberaler Propaganda und Gewalt beseitigten. Inzwischen sind die rechten und linken Diktaturen aus Europa weitgehend verschwunden. Dennoch ist der Rechtsstaat nichts Selbstverständliches; sein Erhalt ist vielmehr eine tägliche Herausforderung.



Prof. Dr. Horst Dreier Prof. Dr. Horst Dreier
Recht und Willkür

Sendezeit: So 10.05.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 16.09.2012


Willkür ist der Inbegriff der Ungerechtigkeit. Tyrannische und totalitäre Ordnungen bezeichnen wir als Willkürherrschaften. Das Bundesverfassungsgericht hat Willkür bestimmt als "die tatsächliche und eindeutige Unangemessenheit der gesetzlichen Maßnahme im Verhältnis zu der tatsächlichen Situation, deren sie Herr werden soll". Wenn wir uns aber auf das in Willkür auch steckende Moment des subjektiven Willens besinnen, so eröffnen sich auch positive Konnotationen: Willensfreiheit, die grundrechtsgestützte Selbstbestimmung des Einzelnen und die demokratische Selbstorganisation eines politischen Gemeinwesens.



Prof. Dr. Hans Joas Prof. Dr. Hans Joas
Gesellschaft, Staat und Religion. Ihr Verhältnis in der Sicht der Weltreligionen

Sendezeit: So 17.05.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 01.10.2006


In jüngerer Zeit ist das Thema Religion wieder stärker in das öffentliche Interesse gerückt. Das liegt einerseits an aktuellen politischen Problemlagen wie Migration oder Islamismus, aber auch an einer tieferliegenden Umstellung der intellektuellen Strömungen. In welchem Verhältnis stehen die großen Religionen zu Staat und Gesellschaft? Hans Joas entwickelt die Fragen, die diesbezüglich an alle Weltreligionen gerichtet werden müssen: Welche Idee von Individuum und Gemeinschaft steckt in dieser Religion? Welche Vorstellung über die Gemeinschaft der Gläubigen? Welches Ideal für das Gemeinweisen überhaupt? Und welche geschichtlichen Zusammenhänge bestehen zwischen dieser Religion und der Entwicklung von Staat und Wirtschaft?



 Karen Armstrong Karen Armstrong
Im Namen Gottes. Religion und Gewalt

Sendezeit: So 31.05.2015, 07:30h


„Es kommt nicht darauf an, ein gläubiger Mensch zu sein. Sondern es kommt darauf an, ein guter Mensch zu sein.“ Quer durch die Geschichte der Menschheit waren religiöse Überzeugungen für zahlreiche Kriege und Grausamkeiten aller Art verantwortlich. Karen Armstrongs Blick reicht von den frühen Hochkulturen in Indien, China und Israel über den Einfluss der Religion auf die mittelalterlichen Großreiche des christlichen und islamischen Kulturkreises bis zu den Konflikten der neuzeitlichen Nationalstaaten und den religiösen Verwerfungen der Gegenwart. Religionen stehen trennend zwischen Menschen, Völkern und Kulturen. Sie sind Quelle von Konflikten, nicht das Mittel zu ihrer Überwindung. Dabei, so Karen Armstrong, teilen alle Weltreligionen den universellen ethischen Anspruch auf Mitgefühl, Achtsamkeit und Nächstenliebe. Alle verbindet eine einfache und wirkungsvolle Botschaft: Behandle deinen Nächsten so, wie du selbst behandelt werden möchtest!