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August 2015

Dr. Michael Lüders Dr. Michael Lüders
Wer den Wind sät … Was westliche Politik im Orient anrichtet

Sendezeit: So 02.08.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 12.04.2015


Michael Lüders untersucht in seinem Vortrag die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt. Er beginnt mit dem von britischen und amerikanischen Geheimdiensten inszenierten Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Mossadegh im Iran 1953, die als "Ursünde" westlicher Interventionen in der Region angesehen werden kann. Denn auf Mossadegh folgte die Diktatur des Schah, die wiederum durch die Islamische Revolution 1979 hinweggefegt wurde. Ohne Putsch gegen Mossadegh keine islamische Revolution - in dieser Einschätzung sind sich die Historiker weitgehend einig. Doch der Westen hat aus seinen Fehlern nichts gelernt, wie Lüders aufzeigt. So hatte das Eingreifen in den Krieg in Afghanistan, das 1979 von den Sowjets besetzt worden war, ebenfalls weitreichende Folgen. Aus der Unterstützung für die Mudschahedin, die Glaubenskämpfer, die gegen die Sowjets kämpften, erwuchsen später Al-Qaida und Osama bin Laden. Der Aufstieg des "Islamischen Staates" wiederum ist nicht zu erklären ohne die US-geführte Militärintervention zum Sturz Saddam Husseins 2003.



 Jörg Armbruster Jörg Armbruster
Brennpunkt Nahost. Die Zerstörung Syriens und das Versagen des Westens

Sendezeit: So 09.08.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 08.03.2015


Im Frühjahr 2011 begannen Teile der arabischen Jugend, sich gegen die politische Ordnung in ihren Ländern aufzulehnen. Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen, Syrien, Bahrain – kein Land schien immun gegen den Unmut der Jugend. Dabei ist der Aufstand der Syrer, der begann, nachdem die Aufstände in den anderen Ländern bereits politische Folgen gezeitigt hatten, zum arabisch-iranischen Stellvertreterkrieg des Nahen Ostens geworden. Inzwischen leiden die Menschen in Syrien unter einem blutigen Bürgerkrieg. In seinem Vortrag wird der ehemalige ARD-Korrespondent Jörg Armbruster analysieren, welche politischen Kräfte auf die Konflikte einwirken und warum die Region seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommt.



 Karen Armstrong Karen Armstrong
Im Namen Gottes. Religion und Gewalt

Sendezeit: So 16.08.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 31.05.2015


„Es kommt nicht darauf an, ein gläubiger Mensch zu sein. Sondern es kommt darauf an, ein guter Mensch zu sein.“ Quer durch die Geschichte der Menschheit waren religiöse Überzeugungen für zahlreiche Kriege und Grausamkeiten aller Art verantwortlich. Karen Armstrongs Blick reicht von den frühen Hochkulturen in Indien, China und Israel über den Einfluss der Religion auf die mittelalterlichen Großreiche des christlichen und islamischen Kulturkreises bis zu den Konflikten der neuzeitlichen Nationalstaaten und den religiösen Verwerfungen der Gegenwart. Religionen stehen trennend zwischen Menschen, Völkern und Kulturen. Sie sind Quelle von Konflikten, nicht das Mittel zu ihrer Überwindung. Dabei, so Karen Armstrong, teilen alle Weltreligionen den universellen ethischen Anspruch auf Mitgefühl, Achtsamkeit und Nächstenliebe. Alle verbindet eine einfache und wirkungsvolle Botschaft: Behandle deinen Nächsten so, wie du selbst behandelt werden möchtest!



Prof. Dr. Arno Gruen Prof. Dr. Arno Gruen
Gespaltenes Bewusstsein. Empathie versus Kognition

Sendezeit: So 23.08.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 19.10.2014


Wir leben in einer zunehmend durchkonstruierten Welt, die von Kampf, Wettbewerb, Profit und Isolation bestimmt ist. Die Errungenschaften von Wissenschaft, Technik und Informatik beeinflussen und dominieren uns. Wir glauben, unser Denken sei realistisch, wenn es von Emotionen befreit ist. Aber Denken ohne Gefühl, so der Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen, führt in eine Scheinwelt aus Abstraktionen. Es macht uns unfähig, unsere Wirklichkeit unmittelbar und mitfühlend wahrzunehmen. Indem das abstrakte Denken, also das Kognitive, zunehmend das Empathische in uns verdrängt, entfernen wir uns immer weiter von dem Gefühl der Verbundenheit mit dem Leben.



 Wilhelm Reichart Wilhelm Reichart
Lebenssinn. Eine philosophische Orientierung

Sendezeit: So 30.08.2015, 07:30h
Erstausstrahlung: So 18.01.2015


Seinem Leben Sinn zu verleihen ist von jeher ein Bestreben des Menschen gewesen. Dem heutigen Menschen scheint die Überzeugung abhanden gekommen zu sein, dass diese Sinnverleihung einer eigenen Anstrengung bedarf. Daran gewöhnt, alles als Ware offeriert zu bekommen, fällt es schwer, die Anstrengung des Sinnsuchens auf sich zu nehmen. Dem entgegen steht der zunehmende Wunsch des Menschen, sich in seinem Leben zu orientieren und es sinnvoll zu gestalten. Wilhelm Reichart hat Philosophie, Soziologie und Germanistik an der Universität Würzburg studiert und eine Ausbildung zum Buchhändler absolviert. Er ist in Heidelberg in eigener philosophischer Praxis als Berater tätig.