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Referenten alphabetisch

Februar 2016

Prof. Dr. Wolfgang Schmidbauer Prof. Dr. Wolfgang Schmidbauer
Kreativität als Lebenssinn

Sendezeit: So 07.02.2016, 07:30h


Die Sinnfrage verschwindet, sobald es ums Überleben geht. Sie wird sehr laut, wenn wir jung und gesund sind und nach einem Platz in einer Gesellschaft suchen, die frei von drückender Not ist. Psychologisch gehört zum Gefühl der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens ein ausgeglichenes Selbstgefühl. Dieses kann niemals definitiv gefunden und gefestigt werden, so Wolfgang Schmidbauer. Es entsteht in einem schöpferischen Prozess immer wieder neu. Und es festigt sich durch eigene Tätigkeit sehr viel mehr als durch äußere Anerkennung.



Prof. Dr. Ulrich Raulff Prof. Dr. Ulrich Raulff
Roß und Reiter. Oder: Was war die Pferdewissenschaft?

Sendezeit: So 14.02.2016, 07:30h


Von Sammlern hoch geschätzt, von der Wissenschaft und der Historie vergessen: Die Literatur über die Zähmung und Züchtung des Pferdes, seine Natur, seine Medizin, seine Schönheit und seinen Wert beschäftigte im Verlauf des achtzehnten und bis weit ins neunzehnte Jahrhundert hinein zahlreiche Federn. Eine Fülle von Monographien, Enzyklopädien und Zeitschriften, die zeitweise unter dem Titel „Pferdewissenschaft“ zusammengefasst wurden, beriet, belehrte und unterhielt Züchter, Kenner und Liebhaber. Wie die ebenfalls weitgehend vergessene Pferdemalerei des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts war die Pferdewissenschaft ein europäisches Phänomen, das sich freilich nicht mit einer jüdisch-christlichen, sondern mit einer arabischen Genealogie verband. Ulrich Raulff verbindet mit dem Blick in eine versunkene Kultur der Hippologie die Erinnerung an die längste Epoche der Geschichte: das Pferdezeitalter. Von den Zeitgenossen unbemerkt, neigte es sich bereits damals, auf dem Höhepunkt der Pferdewissenschaft, seinem Ende zu.



Prof. Dr. Andreas Voßkuhle Prof. Dr. Andreas Voßkuhle
Die Verfassung der Mitte

Sendezeit: So 21.02.2016, 07:30h


Die Ordnung, die das Grundgesetz errichtet hat, zielte von Beginn an darauf, die „Mitte“ zu bewahren und zu stärken. An die Stelle des Weimarer „Kults der Entscheidung“ und des „Denkens in Extremen“ trat in der Bundesrepublik die Sehnsucht nach Ausgleich. Politik und Verfassungsrechtsprechung orientieren sich seither an Leitgedanken wie Angemessenheit, Kompromissbereitschaft, Nachhaltigkeit, Stabilität und Verantwortung. In den für die verfassungsrechtliche Diskussion so charakteristischen Mischkonzepten werden diese Ideen konkret: etwa im Gebot der „praktischen Konkordanz“, im Leitbild des „kooperativen Föderalismus“, in der „wohlwollenden Neutralität“, die das Verhältnis von Staat und Kirche charakterisiert, oder auch in der „personalisierten Verhältniswahl“. Der Vortrag spürt diesen Begriffen des Verfassungsdenkens nach und fragt zugleich, ob und wie das Verfassungsrecht auf die heute vielfach diagnostizierte „Krise“ der Mitte reagieren kann: Lässt sich das Versprechen der (sozialen) Mitte in einem globalen Umfeld, das von großer Dynamik und Diversität geprägt ist, noch einhalten?



Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier
Das Subsidiaritätsprinzip als Bremse gegen schleichenden Zentralismus?

Sendezeit: So 28.02.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 28.10.2007


Nach dem Subsidiaritätsprinzip soll eine staatliche Aufgabe soweit wie möglich von der jeweils unteren bzw. kleineren Einheit wahrgenommen werden. Der Gesamtstaat soll erst dann eingreifen, wenn die Probleme auf der Ebene der Gemeinden oder Bundesländer nicht zu bewältigen sind. Das Subsidiaritätsprinzip ist auch eine wichtige Grundlage der Europäischen Union, um die Organe der EU in der europäischen Gesetzgebung zu beschränken und einen übertriebenen europäischen Zentralismus zu verhindern. Was ist das Subsidiaritätsprinzip wirklich und ist es geeignet, die in es gesetzten Hoffnungen zu erfüllen?