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Oktober 2016

Prof. Dr. Heinz Bude Prof. Dr. Heinz Bude
Bildungspanik – Was unsere Gesellschaft spaltet

Sendezeit: So 02.10.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 14.10.2012


Eine große Sorge hat unsere Gesellschaft erfasst: Werden unsere Schüler und Studenten eines Tages gegen die internationale Konkurrenz bestehen können? Die Ergebnisse der PISA-Studien wecken gehörige Zweifel und haben eine Grundsatzdiskussion über unser Schulsystem ausgelöst. Dabei wird selten darüber gesprochen, was gelernt werden soll, viel häufiger geht es um die Verteilung von Bildungschancen. Denn gerade die Bildung ist ein Feld, auf dem man soziale Unterschiede ausspielen kann. Das Bedürfnis, sich zu unterscheiden, und die Angst vor dem gesellschaftlichen Abstieg lassen sich nicht wegdiskutieren, das haben die gescheiterte Reform in Hamburg genauso wie der Run auf teure Privatschulen gezeigt. Wie viel Gleichheit braucht unsere Gesellschaft? Wie viele Unterschiede erträgt sie und was bedeutet das für das Schulsystem?



Prof. Dr. Gerhard Roth Prof. Dr. Gerhard Roth
Bildung braucht Persönlichkeit. Wie Lernen gelingt

Sendezeit: So 09.10.2016, 07:30h


Der Erfolg des Lehrens und Lernens wird bestimmt durch Kognition, Emotion und Motivation. Dabei läuft Vieles unbewusst ab. Die Kompetenz, das Selbstvertrauen und die Glaubwürdigkeit des Lehrenden, die Motivation und Aufmerksamkeit der Lernenden, die Anschlussfähigkeit eines Stoffs an das Vorwissen, die „hirngerechte“ Art der Wissensvermittlung und die Wiederholung des Gelernten in zunehmenden zeitlichen Abständen – all dies entscheidet darüber, wie nachhaltig Wissensinhalte im Gedächtnis verankert und wie leicht sie abgerufen werden können.



Dr. Bernhard Bueb Dr. Bernhard Bueb
Lob der Disziplin

Sendezeit: So 16.10.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 10.02.2008


Der Bildungsnotstand in Deutschland ist die Folge eines Erziehungsnotstandes. Kinder und Jugendliche werden heute nicht mehr aufgezogen, sondern wachsen einfach auf. Sie sind umgeben von ungewollt aggressiv präsenten Erziehern: vom Fernsehen, vom plakativen Wohlstand unseres Landes, von den Verführern der Konsumgesellschaft, von den Vorbildern eines geistigen und charakterlichen Mittelmaßes, das unsere „Eliten“ repräsentieren. Zukunftserwartungen, die Jugendliche zu Taten beflügeln könnten, sind Zukunftsdrohungen gewichen: die strukturbedingte Arbeitslosigkeit, die Sinnentleerung unseres Daseins, auch verursacht durch den Verlust der Religion, die Vergreisung der Gesellschaft, die Ausbeutung der Lebensgrundlagen der Menschen, die Herrschaft des Geldes als letzter sinngebender Instanz – die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Wem die Zukunft verloren geht, der wird nicht an sich arbeiten, sich nicht mehr anstrengen und keinen Idealen nachstreben. Den mangelnden Zukunftsaussichten treten wir nicht durch Erziehung entgegen. Die Kunst der Erziehung haben wir verlernt, gemeinsame Maßstäbe sind verloren gegangen, der Glaube hat sich breitgemacht, das Aufwachsen der Kinder werde schon irgendwie gelingen. Wir fahren auf einem Schiff ohne Kompass. Was heißt Erziehung? Wie können wir durch Erziehung und Bildung Jugendliche zu Zuversicht und Lebensmut führen und wie können wir sie überhaupt erreichen?



Prof. Dr. Dietrich Schwanitz Prof. Dr. Dietrich Schwanitz
Die Bildung ist tot. Es lebe die Bildung.

Sendezeit: So 23.10.2016, 07:30h
Erstausstrahlung: So 21.05.2000


Unsere Wissenswelt ist im Umbruch und unser Bildungssystem ist in der Krise. Das klassische Ideal des universal gebildeten Menschen kann heute niemand mehr erfüllen. In rasendem Tempo wird neues Wissen erschlossen und bisher Gültiges veraltet. Müssen wir im Zeitalter der Online-Verfügbarkeit aller Informationen überhaupt noch etwas „wissen“? Dietrich Schwanitz versucht, Kriterien für ein Allgemeinwissen herauszuarbeiten, das als feste Basis den Zugang zu wechselnden und schnell verfallenden Informationen organisiert.



Dr. Christiane Kohler-Weiß Dr. Christiane Kohler-Weiß
Reformationsjubiläum 2017. Eine Herausforderung für die Ökumene?

Sendezeit: So 30.10.2016, 07:30h


Die Reformation, deren Beginn vor 500 Jahren im kommenden Jahr gefeiert wird, war ein vielschichtiges und kulturprägendes Geschehen. Ihr Ursprung lag im Interesse am Evangelium von Jesus Christus, so wie es das Wort „evangelisch“ ausdrückt. Damit war anfänglich keine konfessionelle Abgrenzung, sondern eine inhaltliche Konzentration gemeint. Dennoch waren die Jahrhundertfeiern zum Reformationstag in der Vergangenheit von konfessioneller Polemik geprägt. Das große Jubiläum 2017 soll nun aber im ökumenischen Geist als „Christusfest“ begangen werden. Christiane Kohler-Weiß zeigt auf, dass im Zeitalter von Globalisierung und Säkularisierung nur ein ökumenisch ausgerichtetes Jubiläum überzeugen kann. In ihrem Vortrag entfaltet sie zehn Gründe zum gemeinsamen Feiern.