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Dezember 2016

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Das Drama der Flucht

Sendezeit: So 04.12.2016, 07:30h


Unter dem Eindruck der sich aufbauenden Flüchtlingswelle entdeckt die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek 2013 ein 2500 Jahre altes Stück wieder: „Die Schutzflehenden“ des griechischen Dramatikers Aischylos. Ihre Antwort darauf ist ein Sprachgewitter mit dem Titel „Die Schutzbefohlenen“. Aus der Sicht der Flüchtenden werden nun alle Untiefen des Themas ausgelotet, wird das Unausgesprochene nach oben geholt, die Hülle des antiken Mythos zugleich wiederbelebt und abgestreift. Dabei kommen aufschlussreiche Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen der Asylsituation damals wie heute zum Vorschein. Die vermeintlich humanistisch ausgerichteten Normen der Gegenwart erscheinen als mehr denn fraglich.



Prof. Dr. Franz Ruppert Prof. Dr. Franz Ruppert
Das Trauma des Krieges

Sendezeit: So 11.12.2016, 07:30h


Kriege sind unmenschlich. Sie traumatisieren die Betroffenen und stellen jedes menschliche Maß, ja die Menschlichkeit an sich zutiefst in Frage. Kriege entstehen aus Zuschreibungen und Abgrenzungen, die der realen Welt aufgezwungen werden: der „Westen“, der „Osten“, die „Russen“, „die Israelis“… Sie teilen die Welt in Freund und Feind. Wer Kriege plant und führt, so Franz Ruppert, ist nicht in seiner Identität. Durch Kriege versuchen die Täter, auch die Identität ihrer Opfer zu zerstören und sie dazu zu zwingen, sich mit ihren gedanklichen Konstruktionen zu identifizieren. Es entstehen soziale und nationale Traumata. Krieg mit Krieg zu bekämpfen, damit endlich Frieden ist, ist eine Illusion, die die gesamte Menschheit teuer bezahlt. Was also wäre die Alternative?