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Mai 2017

Dr. Asfa-Wossen Asserate Dr. Asfa-Wossen Asserate
Wer den Westen bewahren will, muss Afrika retten

Sendezeit: So 07.05.2017, 07:30h


Wenn von der aktuellen Flüchtlingskrise die Rede ist, denken wir vor allem an die Ereignisse im Nahen Osten. Aber wenn es um die Analyse und Bekämpfung von Fluchtursachen geht, dann muss vor allem auch die Migration abertausender Afrikaner nach Europa und in andere Staaten der westlichen Welt bedacht werden. Die Afrikapolitik und die wirtschaftliche Einflussnahme des Westens stehen auf dem Prüfstand. Asfa-Wossen Asserate, ausgewiesener Experte für den afrikanischen Kontinent, beschreibt die Ursachen dieser „neuen Völkerwanderung“ und appelliert an die westlichen Staaten, ihre Afrikapolitik grundlegend zu ändern. Der Westen, so Asserate, muss Afrika als Partner behandeln und diejenigen Staaten unterstützen, die demokratische Strukturen aufbauen und in ihre Jugend investieren. Nur so könne es gelingen, den fluchtbereiten Afrikanern eine menschenwürdige Zukunft auf ihrem Kontinent zu ermöglichen.



Prof. Dr. Otfried Höffe Prof. Dr. Otfried Höffe
Friede und Friedensliebe. Ein Blick in die Philosophiegeschichte

Sendezeit: So 14.05.2017, 07:30h


Friedensliebe erscheint uns heute als eine natürliche Einstellung. Tatsächlich aber galt etwa im archaischen Griechenland der Krieg als Normalzustand unter den Menschen. Der Friede hingegen musste erst geschaffen werden. Das Abendland kennt zwei überragende Friedensdenker. Für den Kirchenlehrer Augustinus ist der irdische, von den Menschen zu stiftende Friede nur ein unvollkommenes Abbild des ewigen, von der göttlichen Gnade abhängigen Friedens. Nach bemerkenswerten Friedenstheoretikern wie Dante, Marsilius von Padua, Erasmus von Rotterdam und William Penn fand, auf dem Höhepunkt der Aufklärung, bei Immanuel Kant die Friedensliebe ihre anspruchsvollste Begründung. Sie gipfelt in einem kategorischen Friedensimperativ, der in Deutschland um 1800 eine intensive Friedensdebatte ausgelöst hat. Otfried Höffe spannt in diesem Vortrag einen weiten Bogen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert.



Prof. Dr. Dieter S. Lutz Prof. Dr. Dieter S. Lutz
Frieden ist das Meisterwerk der Vernunft. Eine neue politische (Un)Ordnung der Welt?

Sendezeit: So 21.05.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 06.10.2002


Mit dem glücklichen Ausgang des Ost-West-Konflikts verschwand das Sowjetreich, der Warschauer Pakt und die beständige Gefahr eines Atomkriegs. Dass mit dem Ende des Kalten Krieges auch die eigene Verwundbarkeit verschwunden sei und deshalb auf eine Kultur des Dialogs weitgehend verzichtet werden könne, war und ist indessen ein dramatischer Irrglaube. Hochentwickelte Gesellschaften bleiben auch künftig anfällig. Im Gegenteil: Ihre Verwundbarkeit nimmt mit dem Grad ihrer Entwicklung sogar beständig zu. So vorausschauend und eindringlich warnte der Friedensforscher Dieter S. Lutz bereits im Jahr 2002 vor einer überheblichen und allzu sicheren westlichen Perspektive. Er starb im Jahr 2004.



Prof. Dr. Alexander Demandt Prof. Dr. Alexander Demandt
Zukunft, die keine war. Unverwirklichte Möglichkeiten in der Geschichte

Sendezeit: So 28.05.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 13.05.2012


Geschichte beruht auf einer Folge von Entscheidungssituationen, in denen aus einem Spektrum von Möglichkeiten eine Einzige realisiert wurde. Was wäre etwa nach einer Niederlage des Arminius im Teutoburger Wald, was nach einem Freispruch Jesu durch Pilatus zu erwarten gewesen? Es gab Heiratspläne zwischen Karl dem Großen und Irene von Byzanz, zwischen Friedrich dem Großen und Maria Theresia. Das Attentat von Sarajewo hätte misslingen, ein Attentat auf Hitler glücken können. Mit historischer Sachkenntnis denkt Alexander Demandt über die Frage „Was wäre wenn …?“ an verschiedenen Punkten der Geschichte nach. Es handelt sich gewissermaßen um Zukunft, die nicht stattgefunden hat.