Suche nach Sendungen

Bitte geben Sie Ihre(n) Suchbegriff(e) ein!

Liste aller Vorträge seit 1987 als PDF

Referenten alphabetisch

September 2017

Dr. Christiane Kohler-Weiß Dr. Christiane Kohler-Weiß
Reformationsjubiläum 2017. Eine Herausforderung für die Ökumene?

Sendezeit: So 03.09.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 30.10.2016


Die Reformation, deren Beginn vor 500 Jahren im kommenden Jahr gefeiert wird, war ein vielschichtiges und kulturprägendes Geschehen. Ihr Ursprung lag im Interesse am Evangelium von Jesus Christus, so wie es das Wort „evangelisch“ ausdrückt. Damit war anfänglich keine konfessionelle Abgrenzung, sondern eine inhaltliche Konzentration gemeint. Dennoch waren die Jahrhundertfeiern zum Reformationstag in der Vergangenheit von konfessioneller Polemik geprägt. Das große Jubiläum 2017 soll nun aber im ökumenischen Geist als „Christusfest“ begangen werden. Christiane Kohler-Weiß zeigt auf, dass im Zeitalter von Globalisierung und Säkularisierung nur ein ökumenisch ausgerichtetes Jubiläum überzeugen kann. In ihrem Vortrag entfaltet sie zehn Gründe zum gemeinsamen Feiern.



Prof. Dr. (Bischof i. R.) Wolfgang Huber Prof. Dr. (Bischof i. R.) Wolfgang Huber
Reformation und Demokratie. Ein spannendes Verhältnis

Sendezeit: So 10.09.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 06.11.2016


Das Reformationsjubiläum steht vor der Tür. Es bringt die Frage mit sich, was den Kern der Reformation ausmacht und was dieser Kern für das Zusammenleben in Familie und Kirche, in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat bedeutet. Die Anhänger und Befürworter der Reformation möchten dabei gerne die Gewissheit haben, dass die Reformation alle wichtigen Errungenschaften, die unser heutiges Leben prägen und uns hoffentlich vor Irrwegen sichern, hervorgebracht und gefördert hat. Die kulturprägende Bedeutung der Reformation ist in aller Munde. Aber diese kulturprägende Bedeutung versteht man nur richtig, wenn man sich eben auf den Kern der Reformation besinnt. Wolfgang Huber fragt in diesem Vortrag nach diesem Kern der Reformation. Er beleuchtet das Verhältnis von Reformation und Demokratie, und er wirft einen Blick auf die Aufgaben, denen sich die Evangelische Kirche heute stellen muss.



Prof. Dr. Paul Kirchhof Prof. Dr. Paul Kirchhof
Freiheit, Gleichheit, Sicherheit. Zur Aktualität klassischer demokratischer Ideale - Festvortrag zum 30jährigen Jubiläum

Sendezeit: So 17.09.2017, 07:30h


Freiheit gewährt das Recht, sein eigenes Leben selbstbestimmt zu gestalten. Der Bürger erwartet deshalb vom Staat Achtung vor seinen freiheitlichen Entscheidungen, verlangt aber vom Sozialstaat auch Leistungen insbesondere der Bildungs- und Sozialpolitik, die ihm mehr Freiheit ermöglichen. Die Gleichheit „vor dem Gesetz“ nähern die Lebensbedingungen der Menschen einander an. Das Gesetz, das Unterscheidungsinstrument des Staates, achtet dabei angeborene oder freiheitlich bewirkte Verschiedenheit, sucht aber auch den Zusammenhalt der Gesellschaft in gemeinsamen Ausgangsbedingungen und verbindenden Ideen zu festigen. Sicherheit bedeutet nicht nur das Schweigen der Waffen, sondern Geborgenheit in einem Frieden, der Selbstbestimmung ohne Angst, ein Wirtschaften ohne akute Not, eine Kultur des öffentlichen Meinungsaustausches ohne anonyme Schmähungen und ohne Hass und Häme erlaubt. Der Vortrag wird diese drei klassischen, hochaktuellen Ideale der Demokratie an Beispielen der Gegenwartspolitik erläutern.



Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Demokratie und Wahrheit. Wieviel Wahrheit braucht die Demokratie? - Festvortrag 2007

Sendezeit: So 24.09.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 18.02.2007


Es ist eine verbreitete These, dass in der Demokratie auf Wahrheitsansprüche möglicherweise verzichtet werden muss, um den zivilen Frieden zu sichern. Die aktuellen religiösen, kulturellen und politischen Konflikte scheinen dies zu belegen. Julian Nida-Rümelin trat dieser Auffassung vor zehn Jahren entschieden entgegen. Die Demokratie verlöre ihre humane Substanz, wenn sie lediglich als zentrales Spiel des Interessenausgleichs verstanden würde. Sie wäre damit wehrlos gegenüber ihren Feinden und wahllos in ihren inhaltlichen Bestimmungen. In seinem Vortrag verteidigte er die beiden normativen Grundpfeiler der modernen Demokratie, Freiheit und Gleichheit, gegen ihre Kritiker.