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Liste aller Vorträge seit 1987 als PDF

Referenten alphabetisch

Oktober 2017

Prof. Dr. Lord Ralf Dahrendorf Prof. Dr. Lord Ralf Dahrendorf
Die reiche Gesellschaft, die gute Gesellschaft, die freie Gesellschaft. Wie können wir alle drei haben? - Festvortrag 1997

Sendezeit: So 01.10.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 27.04.1997


Reich sind die Länder Westeuropas und Nordamerikas alle. Dennoch sind die "Altreichen" in den vergangenen Jahrzehnten unsicher geworden. Sie können ihrem Wohlstand nicht mehr trauen, sie entdecken, dass dieser nicht selbstverständlich ist und erleben eine Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen. Schon vor zwanzig Jahren fragte Ralf Lord Dahrendorf, welchen Preis wir in der globalisierten Welt für unseren Wohlstand bezahlen müssen. Einen Preis an sozialer Solidarität? Einen Preis an Freiheit? Und er überlegte, ob es einen anderen Weg, ob es Alternativen geben könne …



Prof. Dr. Viktor E. Frankl Prof. Dr. Viktor E. Frankl
Die Sinnfrage in der technologischen Gesellschaft - Erster Vortrag 1987

Sendezeit: So 08.10.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 05.04.1987


Es liegt im Wesen des Menschen, dass er nach Sinn fragt. Die technologische Gesellschaft, so Viktor E. Frankl, entwurzelt den Menschen und entfremdet ihn von seinen Traditionen und Werten. Der weltberühmte österreichische Neurologe und Psychiater entdeckte, dass ein Großteil der modernen Menschen weder an der Frustration seiner sexuellen Bedürfnisse oder seines Machtverlangens, sondern an einem Mangel an Sinnerfüllung leidet. Damit setzte er sich sowohl von Sigmund Freud als auch von Alfred Adler kritisch ab und wurde zum Begründer der Logotherapie, die ganz darauf abgestimmt ist, dem Menschen auf der Suche nach Sinnfindung Beistand zu leisten.



Prof. Dr. Egon Flaig Prof. Dr. Egon Flaig
Wie entscheidungsfähig sind Demokratien? Rückbesinnung auf Gemeinwohl und politische Kohäsion

Sendezeit: So 15.10.2017, 07:30h


Das Mehrheitsprinzip ist die einzige Regel, die sich mit politischer Gleichheit verträgt. Dass heute die Mehrheitsentscheidung immer weiter diskreditiert wird, beschädigt die Demokratie und das Politische überhaupt. Somit tut eine Rückbesinnung not: Woher rührt die hohe Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen in den Demokratien der Antike? Der Vortrag erörtert die kulturellen und politischen Bedingungen dieser Akzeptanz an einem Beispiel: Im Jahre 427 v. Chr. fasste die athenische Volksversammlung einen „grausamen“ Beschluss, den sie einen Tag später revidierte. Wieso diese Revision gelang, das berührt den heiklen und hochaktuellen Zusammenhang von Gemeinwohl und politischer Kohäsion der Staatsbürger.



Prof. Dr. Herfried Münkler Prof. Dr. Herfried Münkler
Verkleinern und entschleunigen. Die Zukunft der Demokratie?

Sendezeit: So 22.10.2017, 07:30h


Die antike Demokratie war eine eher kleinräumliche Ordnung, und auch die Theoretiker, die sie in der europäischen Neuzeit wieder als politische Ordnung ins Gespräch brachten, dachten eher an Stadtstaaten als an große Länder. Mit der „Erfindung“ der repräsentativen Demokratie änderte sich das. Der neue Typ der Demokratie hatte den zusätzlichen Vorteil, dass er weniger stimmungsabhängig war als die direkte Demokratie und durch Entschleunigung der Entscheidungsverfahren ein höheres Reflexionsniveau versprach. Dieser Typ von Demokratie ist in eine Krise geraten: Einerseits ist er für die Dynamik der modernen Welt zu langsam, und andererseits hat sich das Empfinden ausgebreitet, er sei zu abgehoben und zu weit von den Bürgern entfernt.



Prof. Dr. Wolfgang Merkel Prof. Dr. Wolfgang Merkel
Der Herbst der Demokratie?

Sendezeit: So 29.10.2017, 07:30h
Erstausstrahlung: So 30.04.2017


Brexit, Trumps Wahlsieg in den USA, der Rechtspopulist Hofer scheitert nur knapp an der Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich. Rechtspopulisten befinden sich dies- und jenseits des Atlantiks in einem beängstigenden Vormarsch. In Ungarn und Polen sitzen sie längst in der Regierung. Gleichzeitig hat der deregulierte globale Kapitalismus die demokratische Gestaltungskraft der Nationalstaaten ausgehöhlt. Die Überformung nationalstaatlichen Regierens durch die EU hat zu einem weiteren Demokratieschwund geführt. Dies ist alles zutreffend. Aber ist es die ganze Wahrheit? Stehen heute Frauen, Homosexuelle, ethnische und religiöse Minderheiten nicht besser als jemals in der Geschichte der Demokratie da? Der Beitrag wird die Frage beantworten wo „die“ Demokratie heute steht und wohin ihr Weg in nächster Zukunft führen könnte.