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April 2018

Prof. Dr. Eva Jaeggi Prof. Dr. Eva Jaeggi
Wer bin ich? Frag doch die anderen!

Sendezeit: So 08.04.2018, 07:30h


In diesem Vortrag geht Eva Jaeggi der faszinierenden Frage nach, wie die Identität eines Menschen entsteht. Vor dem Hintergrund neuester psychologischer Theorien erklärt sie, auf welche Weise Einflüsse von außen, Zuschreibungen von Eltern, Partnern, Freunden oder Kollegen, aber auch Status oder Beruf unsere Identität maßgeblich formen und auch immer wieder verändern können. In einer Zeit, in der feste Rollen und vorgezeichnete Lebenspfade kaum mehr existieren, scheinen wir die anderen mehr denn je zu brauchen, um herauszufinden, wer wir wirklich sind.



Prof. Dr. Hartmut Rosa Prof. Dr. Hartmut Rosa
Sinnsuche und Resonanzbedürfnis

Sendezeit: So 15.04.2018, 07:30h


Sowohl in der Philosophie als auch in der Soziologie hat die Diagnose, die Moderne trockne nach und nach die „Sinnressourcen“ der Gesellschaft aus und führe die Menschen in Sinnkrisen, eine lange Tradition. Menschen erfahren ihr Leben als sinnvoll, wenn sie sich mit der Welt – mit anderen Menschen, mit der Natur, mit ihrer Arbeit, mit ihrer Umgebung – lebendig verbunden fühlen. Anders ausgedrückt: wenn sie Resonanz erleben und die Welt zu ihnen spricht. Ob wir in einer Resonanzbeziehung mit der Welt leben können oder nicht, hängt allerdings nicht nur von uns selbst ab. Es bedarf eines entgegenkommenden „Resonanzraumes“, der zeitliche, räumliche und soziale Bedingungen hat. Wo wir institutionell in „stumme“, instrumentelle Verhältnisse gezwungen werden, erfahren wir unser Leben als entfremdet und eben deshalb oft auch als sinnlos.



Dr. Martin Altmeyer Dr. Martin Altmeyer
Das Internet – ein Resonanzsystem

Sendezeit: So 22.04.2018, 07:30h


Offenbar hat die digitale Moderne nicht nur das Alltagsleben durchdrungen, sondern auch die Mentalität ihrer Bewohner. Im Zeitalter des Internet scheint das Seelenleben vom Wunsch nach zwischenmenschlicher Kommunikation bestimmt, von einer Sehnsucht nach Spiegelung, nach einem Echo aus der Lebenswelt, vom Verlangen danach, von anderen Menschen gesehen und gehört zu werden. Unaufhörlich sind wir am twittern, chatten, mailen, bloggen, hashtaggen, googeln und downloaden. Wir posten und posen, was das Zeug hält. Wir stellen unsere Selfies ins Netz oder verschicken sie über soziale Medien. Eifrig füllen wir unsere Facebook-Seiten oder bedienen uns der Bildtechniken von Instagram. Begeistert schauen sich Jugendliche und Heranwachsende auf ihren Laptops TV-Casting- und Realityshows an oder nehmen selbst daran teil. Ständig schauen sie auf ihr Smartphone, um ja nicht die neueste SMS zu verpassen oder eine WhatsApp-Nachricht, die umgehend beantwortet wird. Warum tun sie das alles? Aus narzisstischen Motiven? Weil Aufmerksamkeitssucht und Kommunikationsgier sie dazu treiben? Weil sie manipuliert und medienabhängig gemacht werden, wie Zeitgeistkritiker gerne behaupten? Sie tun das aus einem einfachen Motiv: weil sie auf der Suche nach Umweltresonanz sind, weil die Befriedigung von Resonanzbedürfnissen von Geburt an und ein Leben lang zur Identitätsbildung beiträgt.



Prof. Dr. Ernst Peter Fischer Prof. Dr. Ernst Peter Fischer
Nach den Genen. Der Abschied vom alten Erbgut

Sendezeit: So 29.04.2018, 07:30h


Die wissenschaftliche Genetik hat enorme Fortschritte gemacht. Lange hielt man Gene für feste Einheiten der im Erbgut enthaltenen Erbinformationen. Doch die Vorstellung, Gene hätten einen festen Ort und klar definierte Aufgaben, ist nach neuesten Erkenntnissen überholt. Wer das Leben und seine technische Beeinflussbarkeit verstehen will, muss sich von diesem traditionellen Bild der Gene verabschieden und sie eher als bewegliches, in ständigem Wandel befindliches System begreifen. Ernst Peter Fischer beschreibt in diesem Vortrag anschaulich und unterhaltsam, wie sich das moderne Bild der Gene im Lauf der Zeit entwickelt hat.