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Juni 2018

Prof. Dr. Peter Berthold Prof. Dr. Peter Berthold
„Wie viel‘ Vögel sind noch da?“ Jeder Gemeinde ihr Biotop

Sendezeit: So 03.06.2018, 07:30h


Vögel faszinieren uns auf vielfältige Weise. Aber sie sind nicht nur zauberhafte Mitgeschöpfe, sie sind auch wichtige Bioindikatoren für die Qualität der Lebensräume auf der Erde. Ihr zunehmendes Verschwinden zeigt uns, dass es um ihre und unsere Umwelt nicht gut bestellt ist. Und obwohl Vogelschützer schon lange warnen, nimmt die Öffentlichkeit erst seit kurzem wahr, dass ein essentieller Teil der Natur im Begriff ist zu verschwinden. Von 1800 bis heute beträgt der Gesamtverlust an Vögeln in Deutschland unglaubliche 80 Prozent. Selbst Arten wie Sperling, Fink, oder Star sind betroffen. Denn sie finden nicht mehr genug Nahrung, da die Insekten ebenso dramatisch aussterben und artenreiche Weiden, Wiesen, Feldränder ebenso verschwinden wie die zum Brüten notwendigen Baumhöhlen und Hecken. Peter Berthold beschreibt, was wir alle konkret tun können, um das Vogelsterben aufzuhalten.



Prof. Dr. Dieter Borchmeyer Prof. Dr. Dieter Borchmeyer
Weimar – Bayreuth – Heidelberg. Kulturstadt in der Provinz

Sendezeit: So 10.06.2018, 07:30h


Zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Kulturgeschichte gehört, dass es immer wieder die Provinz war, aus der die bedeutendsten deutschen Kulturleistungen hervorgegangen sind. Nicht die Metropolen, sondern die kleinen Residenz- oder Universitätsstädte waren oft die eigentlichen Kulturstädte. Das Musterbeispiel ist Weimar, das politisch bedeutungslose Herzogtum, das einmal den Nabel unserer geistigen Welt bildete. Und Richard Wagner hat seine Festspiele ganz bewusst in einen „Winkel“, das politisch und gesellschaftlich noch bedeutungslosere Bayreuth verlegt. Im frühen 20. Jahrhundert wuchs Heidelberg zu einem geistigen Zentrum von internationaler Ausstrahlung, zu einem „Weltdorf“ empor. Weltkultur in provinzialem Rahmen! Diesem spezifisch deutschen Paradox geht Dieter Borchmeyer in seinem Vortrag nach.



Prof. Dr. Gerhard Poppenberg Prof. Dr. Gerhard Poppenberg
Paris. Metropole der Moderne

Sendezeit: So 17.06.2018, 07:30h


Paris – Metropole der Moderne Der Vortrag beschreibt nicht eine Geschichte der Stadt in der Moderne, sondern er stellt an Hand von ausgewählten literarischen Texten Paris als einen symbolischen Ort vor, an dem zentrale Fragen der Moderne artikuliert worden sind. Die Formulierung von Paris als „Metropole der Moderne“ lehnt sich an die berühmte Formel von Walter Benjamin an, der Paris als „Hauptstadt des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet hat. Der Vortrag beginnt mit Rousseaus Darstellung der Stadt Paris in seinem Roman Julie oder die Neue Heloise. Der Hauptteil befasst sich mit Paris-Bildern des 19. Jahrhunderts. Dabei geht es vor allem um konzeptuelle Deutungen des Phänomens der modernen Großstadt. Balzac spricht in der Menschlichen Komödie von der Großstadt als Hölle. Baudelaire entwickelt das Konzept der Stadtlandschaft und führt den Flaneur als eine konzeptuelle Figuration des städtischen Lebens ein. Und Walter Benjamin hat die Pariser Passagen – frühe Formen von Kaufhaus, Shopping Mall und Fußgängerzone – als Inbegriff der modernen Großstadt gedeutet. Ein Ausblick ins 20. Jahrhundert stellt das Paris-Bild der Surrealisten vor.



Prof. Dr. Norbert Greiner Prof. Dr. Norbert Greiner
London. Von »Rule, Britannia!« zu »Cool Britannia!«

Sendezeit: So 24.06.2018, 07:30h


In „Momentaufnahmen“ an vier Jahrhundertwenden – 1600, 1700, 1900 und 2000 – zeichnet sich der Aufstieg Londons zur Kulturmetropole Europas ab. Eine bereits ausgeprägte Bürgerkultur im „Goldenen Zeitalter“ unter Elizabeth I fördert die Entwicklung öffentlicher Theater, in denen besonders die Dramen Shakespeares zum Verhandlungsort der Zeitfragen werden. Der Gedanke der Öffentlichkeit kennzeichnet das geistige Leben der Metropole auch ein Jahrhundert später, wenn die von einer ausgeprägten Kaffeehauskultur getragenen Wochenschriften, satirische Schriften und die ersten bürgerlichen Romane Großbritannien zum „Modellfall“ einer modernen Öffentlichkeit (Habermas) machen. Die Metropole wird zu einem kulturellen und politischen Bezugspunkt für Europa. Zwei Jahrhunderte später geht Großbritannien dem Ende seines imperialen Zeitalters entgegen. Erste Zweifel an den tradierten Quellen kollektiver Identität und zunehmende Skepsis gegenüber dem urbanen Kulturraum finden ihren literarischen Niederschlag. Das Millennium bietet schließlich weiteren Anlass zur Selbstbesinnung. Aus verschiedenen Blickwinkeln setzt sich die Literatur mit den Folgen des Niedergangs der britischen Vormachtstellung auseinander: Die literarischen Selbstvergewisserungen stellen die alten Identitätsangebote in Frage und arbeiten sich an einer Neudefinition von „Britishness“ ab.