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Oktober 2018

Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug Prof. Dr. Wolfgang Fritz Haug
„Das Kapital“. Ein 150 Jahre altes Buch, aktueller als zu seiner Zeit

Sendezeit: So 07.10.2018, 07:30h


"Das Kapital" von Karl Marx in einer Dreiviertelstunde allgemein verständlich zu erörtern, ist eine schwierige Aufgabe ... Wolfgang Fritz Haug unternimmt in diesem Vortrag einen Dreierschritt, den er an den drei sachlich eng zusammenhängenden Begriffen Theorie, Form und Inhalt ausrichtet: Theorie-Form, Form-Theorie, Form-Inhalt. Die Theorie wird als entwickelnd (genetisch-rekonstruktiv) erläutert; die gegenwärtig herrschende Form der elementaren ökonomischen Praxis wird als historisch-spezifisch für kapitalistische Gesellschaften erklärt; als ihr Inhalt wird die Praxis in ihrer systemisch verselbständigten, d.h. als Gesetz des Praxisfeldes auftretenden Wirkung (resultierendes Gesetz oder regulierendes Resultat) ausgewiesen.



Prof. Dr. Hans-Jürgen Bieling Prof. Dr. Hans-Jürgen Bieling
Kapitalismusanalyse. Zur Aktualität der Marx’schen Kritik der Politischen Ökonomie

Sendezeit: So 14.10.2018, 07:30h


„Das Kapital“ von Karl Marx gilt als wichtiger Klassiker der Politischen Ökonomie. In mancher Hinsicht handelt es sich zudem um einen aktuellen Klassiker, der für das Verständnis des heutigen Kapitalismus noch immer sehr hilfreich ist. Auch der heutige Kapitalismus ist durch eine widersprüchliche Entwicklungsdynamik gekennzeichnet. Einerseits gibt es wiederkehrende Krisen und Konstellationen der ökonomischen Stagnation, andererseits aber auch vielfältige neue Prozesse der Durchkapitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Hans-Jürgen Bieling schlägt in diesem Vortrag den Bogen zu den jüngeren Prozessen der Globalisierung, Finanzialisierung und Privatisierung. Diese Prozesse lassen sich als spezifische Formen der Durchkapitalisierung begreifen, die ihrerseits gesellschaftliche Widersprüche und Konflikte im politischen System, in der Erwerbsarbeit und in der Reproduktionssphäre erzeugen.



Prof. Dr. Wolfgang Eßbach Prof. Dr. Wolfgang Eßbach
Marxbilder 1848 bis 1968

Sendezeit: So 21.10.2018, 07:30h


Wer schon einmal denen zugehört hat, die sich von Marx begeistern lassen, oder sich in Marx‘sche Texte vertieft hat, könnte diesen zwingenden Ton im Ohr haben, der signalisiert, dass man es hier mit einer Theorie zu tun hat, die einen besonderen Status vor anderen Theorien beansprucht. Vor Marx steht die Geschichte des Marxismus. Karl Marx erschließt sich erst dann in allem Glanz und allem Elend, wenn man den Bildern nachgeht, die sich diejenigen von ihm gemacht haben, die seine Texte gelesen und als Anleitung für ihr je geschichtliches Handeln genommen haben. Wolfgang Eßbach nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Er fragt in diesem Vortrag in Abständen von etwa 25 Jahren Marxisten: „Wer ist Karl Marx?“. Wie könnten die Antworten lauten?



Prof. Dr. Dorothee Kimmich Prof. Dr. Dorothee Kimmich
Waren, Fetische und Warenfetische

Sendezeit: So 28.10.2018, 07:30h


Die Rede von „Fetischismus“ ist weit verbreitet: Er gilt in erster Linie als eine übertriebene, entgleiste, ins Krankhafte übergehende Neigung für bestimmte Gegenstände, die dabei an Stelle des geliebten oder begehrten Menschen oder eines religiösen Symbols – treten. Der Fetisch stellt immer etwas wie eine Verführung, eine Täuschung oder eine Perversion dar. Nicht nur Karl Marx, auch andere Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts waren fasziniert von der Frage, was die Macht und die Attraktion von Fetischen ausmacht. Dabei ist es wohlfeil, den Fetischismus der „Andern“ als solchen zu erkennen. Viel größer ist dagegen die Herausforderung, wenn es darum geht, den Fetischismus innerhalb der eigenen, vertrauten Gesellschaft und ihrer Milieus zu erkennen. Dazu sollte Marx’ Konzept des Warenfetischismus dienen: Die fast religiöse und nicht selten perverse Verehrung von Waren und die allgemeine Fehleinschätzung ihres Wertes und ihrer Bedeutung bilden die psychologische, soziale und ökonomische Grundlage des Kapitalismus. Ein Vergleich mit zeitgenössischen Fetischtheorien zeigt, dass Marx’ Konzept des Warenfetischs in den vergangenen 150 Jahren nichts an Brisanz verloren hat.