
Ein Universum nur für den Menschen?
Das Anthropische Prinzip aus der Sicht der Naturwissenschaft
Dr. Martin Federspiel
Sendezeit: So. 12.05.2002, 9.15h
Könnte die Welt auch ganz anders sein als sie ist und wenn ja, gäbe es dann den Menschen? Unser Leben ist an eine Vielzahl von minutiös aufeinander abgestimmten Bedingungen geknüpft, ohne die die Evolution nicht möglich gewesen wäre. Das sogenannte "anthropische Prinzip" stellt einen Zusammenhang her zwischen den Eigenschaften des Universums und unserer Existenz. Ist dieses Prinzip ein Indiz für den Sinn der Evolution? Oder müssen wir es beim Staunen über die Ordnung der Natur bewenden lassen? Dr. Martin Federspiel ist Astrophysiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Planetarium Freiburg und spezialisiert auf Fragen der Entwicklungsgeschichte des Universums und der Evolution des Lebens auf der Erde.
Martin Federspiel, geboren 1964 in Lüdenscheid /Westfalen, studierte Physik in Freiburg. In der Diplomarbeit am Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik beschäftigte er sich mit Schwingungen der Sonnenmaterie in und in der Umgebung von Sonnenflecken. Anschließend Promotion an der Universität Basel mit einer Arbeit über die extragalaktische Distanzbestimmung, die Expansionsrate und das Alter des Universums. Weitere Forschungen über die Eigenschaften von Galaxien und Galaxienhaufen. Seit 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Planetarium Freiburg. Dort Konzeption, Produktion und Vorführung von interdisziplinären Schul- und Multi-Media-Planetariumsprogrammen in folgenden Themenbereichen: Entstehung und Entwicklungsgeschichte des Universums, Evolution des Lebens auf der Erde, Rolle des Menschen im Kosmos, Kulturgeschichte, Geschichte der Naturwissenschaften. Mitarbeiter im interdisziplinären Arbeitskreis "Forum Grenzfragen" der katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.