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Historienmalerei und Drama

Prof. Dr. Ivan Nagel
Sendezeit: So. 06.07.2003, 8.30h

Zum Vortrag

In letzter Zeit wird in den alten Historienbildern gerne der Erzählgehalt hervorgehoben und analysiert, das Historiengemälde als eine Art Erzählform verstanden. Es fragt sich aber, spätestens seit der Vor-Renaissance, ob solche Bilder nicht, statt eine kanonische Geschichte nochmals „nachzuerzählen“, die ihnen vor-geschriebenen Geschichten „dramatisieren“. Drei Paare von Praxis und Theorie werden daraufhin interpretiert: Giotto und Dante, Masaccio und Alberti, schließlich David und Diderot. Der Maler baut eine Bühne, der Theoretiker beschreibt und begründet sie. Oder umgekehrt: Der Theoretiker postuliert, ja konstruiert eine Bühne, der Maler füllt sie mit Wirklichkeit. Prof. Dr. Ivan Nagel war bis 1979 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, bis 1988 Intendant des Staatsschauspiels Stuttgart. Von 1988 bis 1996 lehrte er Geschichte und Ästhetik der darstellenden Künste an der Hochschule der Künste Berlin.

Zur Person

Ivan Nagel, geboren 1931, studierte Philosophie und Soziologie in Frankfurt /M. bei Adorno. 1962-69 Chefdramaturg der Münchner Kammerspiele, 1972-79 Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, 1985-88 des Staatsschauspiels Stuttgart. Tätigkeit als Theater- und Musikkritiker der Deutschen und der Süddeutschen Zeitung und als Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen in New York. 1976-80 Präsident des Internationalen Theater-Instituts (UNESCO); Gründer und Leiter der Festspiele "Theater der Welt". 1983 und 1988 Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. 1989-96 Professor für Geschichte und Ästhetik der darstellenden Künste (Hochschule der Künste Berlin). 2000 Professor der Central European University Budapest. Ivan Nagel erhielt 1988 den Johann-Heinrich-Merck-Preis für Essay und Kritik, 1999 den Fritz-Kortner-Preis, 2000 Moses-Mendelssohn-Preis und 2002 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.

Ausgewählte Buchveröffentlichungen