
Guter Geschmack, schlechter Geschmack?
Hierarchien in der ästhetischen Praxis
Prof. Dr. Bazon Brock
Sendezeit: So. 25.01.2004, 8.30h
„De gustibus et coloribus non est disputandum“ – Über Geschmack und Farben lässt sich nicht streiten; so ein aus der scholastischen Tradition des Mittelalters stammender Sinnspruch. Dennoch ist der Streit um den Geschmack, vor allem den guten, zu allen Zeiten mit erbitterter Leidenschaft ausgefochten worden. Das mag vor allem daran liegen, dass der Geschmacksbegriff irgendwann das Feld von Küche und Keller verlassen hat und auf das sensible Gebiet der Ästhetik allgemein Anwendung fand. Professor Dr. Bazon Brock lehrt Ästhetik an der Bergischen Universität Wuppertal.
Bazon Brock, geb. 1936 in Stolp/Pommern, heute Polen. Flucht und Internierung in Dänemark, Ansiedlung in Schleswig-Holstein 1947. 1957-1961 Ausbildung und Tätigkeit als Dramaturg. 1957 - 1964 studierte er (mit Unterbrechung) Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften in Zürich, Hamburg und Frankfurt /Main. Ab 1957 erste Aktionslehrstücke und Publikationen; Ab 1968 Besucherschulen auf der documenta in Kassel. Von 1965 bis 1976 Lehrtätigkeit im Fach Ästhetik zunächst als Dozent, dann als o. Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, von 1977 bis 1980 an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und seit 1980 an der Bergischen Universität Wuppertal. 1992 Ehrenpromotion zum Doktor der technischen Wissenschaften an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich.