
Musik als die eigentliche Natur der Gedichte.
Der Komponist Hugo Wolf
Prof. Dr. Dietrich Fischer-Dieskau
Sendezeit: So. 10.10.2004, 8.30h
Von den fünf letzten Jahren der Umnachtung abgesehen, zählt das Leben von Hugo Wolf nur siebenunddreißig Jahre. Es war ihm nicht vergönnt, wie Mozart oder Schubert ein Werk dem anderen folgen zu lassen. Vielmehr schleuderte er, völlig außer sich geratend, innerhalb kurzer Zeit eine ganze Werkreihe hervor, durchlitt dann meist eine quälende Periode der Inspirationsdürre, bevor ein neuer Schaffensrausch folgte. Eine Alternative zum Komponieren, etwa Dirigieren oder solistisches Spielen, mied er systematisch, einmal aus Furcht, nicht zu genügen, aber auch um alles fern zu halten, was vom Schöpferischen ablenken konnte. Dietrich Fischer-Dieskau, der sich Hugo Wolf tief verbunden fühlt, gibt Einblicke in das Leben eines Genies mit dem unbedingten Willen zum Werk. Professor Dr. Dietrich Fischer-Dieskau eroberte als „bester Liedersänger der Welt“ (Times) Konzertsäle und Opernhäuser der ganzen Welt. Seit 1993 ist er als Lehrer, Dirigent, Rezitator, Maler und Buchautor tätig.
Dietrich Fischer-Dieskau, 1925 in Berlin geboren, begann seine Sängerkarriere 1947. Bereits im Herbst 1948 verpflichtete man ihn an die Städtische Oper Berlin. Von dort aus eroberte er die Konzertsäle und Opernhäuser zwischen New York und Tokio. Er gilt als "bester Liedersänger der Welt" (Times). Bleibende Maßstäbe setzte er mit der jedes Wort artikulierenden Genauigkeit seines Vortrags, in dem Text und Musik gleichberechtigt nebeneinander gestellt waren. Er tat viel für die Verbreitung des hauptsächlich romantischen Klavierliedes. Mit Beginn des Jahres 1993 stellte Fischer-Dieskau nach mehr als 45 Jahren seine Konzerttätigkeit ein. Er ist seither als Lehrer, Dirigent, Rezitator, Maler und Buchautor viel beschäftigt.