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Echte Bilder - falsche Körper -
Irrtümer über die Zukunft des Menschen

Prof. Dr. Hans Belting
Sendezeit: So. 07.11.2004, 8.30h

Zum Vortrag

Auf dem Fotomarkt vollzieht sich mit der Digitaltechnik eine Zeitenwende. Die Digitaltechnik revolutioniert „die Art, wie Menschen Bilder machen, ansehen, wie sie sich an sie erinnern“. So konnte man es in einem Artikel im Spiegel mit dem Titel „Bilder ohne Geschichte“ lesen. Die Fotografie hatte einst die Realität des Körpers im Index des Bildes beglaubigt, das von ihm als Spur des Körpers zurückblieb. Und zur Erinnerung an den fotografierten Körper aufforderte. Die digitalen Fotos blicken uns aber frisch und alterslos an, als wären sie heute entstanden. „Es wird sein, als hätten die Bilder keine Geschichte“, hat es der Autor des Spiegelartikels formuliert. Damit ist die Referenz zwischen Bild und Körper angesprochen, die in der menschlichen Bildgeschichte eine zentrale, wenngleich sehr verschiedenartige Rolle spielte. Die Frage lautet heute, ob die Referenz auf Körper inzwischen ausgefallen ist oder ob sie in anderer Form weiterlebt. Hans Belting ist Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

Zur Person

Hans Belting ist Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er ist Initiator des Graduiertenkollegs "Bild.Körper.Medium. Eine anthropologische Perspektive" in Karlsruhe. Studium der Kunstgeschichte in Mainz, Rom und Hamburg. Ordentliche Professuren an den Universitäten Hamburg, Heidelberg, München und an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Gastprofessuren an der Universität Wien, an der Harvard University (USA), der Columbia University New York am Max-Planck-Institut der Bibliotheca Hertziana in Rom, an der Johns Hopkins University in Baltimore (USA), an der École des Hautes Études und am Collège de France in Paris. Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaft, der Academia Europaea, des Wissenschaftskollegs in Berlin, der American Academy of Arts and Sciences, im Beirat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und der Biennale Vendedig.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Jan van Eyck als Erzähler. Worms, 1983
  • Das Ende der Kunstgeschichte? Überlegungen zur heutigen Kunsterfahrung und historischen Kunstforschung. Deutscher Kunstverlag, München, 1983
  • Max Beckmann. Die Tradition als Problem in der Kunst der Moderne. Deutscher Kunstverlag, München, 1984
  • Giovanni Bellini: Pietà. Ikone und Bilderzählung in der venezianischen Malerei. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt /Main, 1985
  • Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst. C. H. Beck Verlag, München, 1990
  • Das Ende der Kunstgeschichte. Eine Revision nach zehn Jahren. C. H. Beck Verlag, München, 1995
  • (zus. mit Siegfried Gohr): Die Frage nach dem Kunstwerk unter den heutigen Bildern. Hatje Cantz Verlag, Stuttgart, 1996
  • Das unsichtbare Meisterwerk. Die modernen Mythen der Kunst. C.H. Beck Verlag, München, 1998
  • (zus. mit Dietmar Kamper): Der zweite Blick. Bildgeschichte und Bildreflexion. München, 2000
  • (Hg. mit Martin Schulz und Dietmar Kamper): Quel corps? Eine Frage der Repräsentation. Paderborn, 2002
  • Hieronymus Bosch. Der Garten der Lüste. Prestel Verlag, München, 2002
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