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Leben im Labor –
Über einige Erfahrungen beim Verfassen von Gedichten


Robert Gernhardt
Sendezeit: So. 11.09.2005, 8.30h

Zum Vortrag

Ende Juni verstarb Robert Gernhardt nach schwerer Krankheit in Frankfurt am Main. Mit seinen humorigen und oft auch ernsten Gedichten galt er als einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Nachkriegszeit. Die TELE-AKADEMIE möchte mit dieser Wiederholungssendung vom September 2005 den Zuschauern noch einmal die Gelegenheit zur Begegnung mit dieser Ausnahmepersönlichkeit geben. Robert Gernhardts Vortrag ist ein Werkstattbericht, der anhand einer Vielzahl praktischer Beispiele vom Bemühen des Dichters erzählt, einem großen Vorbild nachzueifern:„Wie kann man es anders machen?“ pflegte Ernst Lubitsch bei Dreharbeiten zu fragen. Das Ergebnis war der berühmte „Lubitsch-touch“. Kann dieses Verfahren auch auf die Lyrik angewandt werden? Robert Gernhardt war Schriftsteller, Dichter, Karikaturist und Maler. Er war Mitbegründer von „Titanic. Das endgültige Satiremagazin“ und gehörte zur sogenannten „Neuen Frankfurter Schule“, der u.a. auch Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter angehören.

Zur Person

Robert Gernhardt, geboren 1937, studierte Malerei und Germanistik in Berlin und Stuttgart. 1964 begann seine Karriere als Mitarbeiter der Satire-Zeitschrift „Pardon“. Der Maler, Zeichner, Karikaturist und Schriftsteller war Mitbegründer von „Titanic. Das endgültige Satiremagazin“ und der sogenannten „Neuen Frankfurter Schule“, der auch Eckhard Henscheid, Chlodwig Poth, Hans Traxler, F.K. Waechter und F.W. Bernstein zugerechnet werden.
Sein Werk umfasst Zeichnungen, Gedichte, Essays und Erzählungen, auch ein Bühnenstück und einen Roman. Die Lyrik genoss in Gernhardts Werk einen besonderen Stellenwert. Er war ein herausragender Kenner der literarischen Traditionen und dichtete in fast allen gängigen Genres, vom Abzählreim und Rätselvers bis zur Ballade und dem Sonett. Er war einer der auflagenstärksten und meistzitierten deutschsprachigen Autoren. Er wurde unter anderem mit dem Deutschen Kinderbuchpreis (1983), dem Kritikerpreis der Berliner Akademie der Künste (1987), dem Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire (1966), dem Bertold-Brecht-Literaturpreis (1998), dem Erich-Kästner-Preis (1999), dem Pantheon-Preis (2000), dem Schubart-Preis (2001) und dem Heine-Preis (2004) ausgezeichnet. Am 30. Juni 2006 verstarb Robert Gernhardt nach schwerer Krankheit in Frankfurt am Main.

Veröffentlichungen

  • Die Wahrheit über Arnold Hau" (74; mit F. W. Bernstein, F. K. Waechter), "Die Blusen des Böhmen" (77), "Welt im Spiegel. WimS 1964-1976" (79), "Die Magadaskarreise" (80), "Ich Ich Ich" (82), "Gernhardts Erzählungen" (83), "Kippfigur" (86), "Es gibt kein richtiges Leben im Valschen" (87), "Innen und außen. Bilder/Zeichnungen/Über Malerei. Ein Werk der Kunst und Kunstbetrachtung" (88), "Achterbahn" (90), "Lug und Trug" (91), "25 Jahre Arnold Hau" (91; zus. m. F. W. Bernstein u. F. K. Waechter), "Die Falle. Eine Weihnachtsgeschichte" (93), "Über alles. Ein Lese- und Bilderbuch" (94), "Es ist ein Has' entsprungen. Geschichten zum Fest" (99; zus. m. Bernd Eilert u. Peter Knorr), "Die Reise nach Amerika" (00; zus. m. Philip Waechter), "In gemeinsamer Sache" (01; zus. m. Peter Rühmkorf), "Robert Gernhardt entdeckt Heinrich Heine" (01). "Was für ein Tag" (78), "Ein gutes Schwein bleibt nicht allein" (80), "Der Weg durch die Wand" (82), "Katzenpost. Kartengrüße von Missu und Pumpi" (83; alle m. Almut Gernhardt), "Berthold Biber" (98; m. Sarah Robin-Zimmermann). "Besternte Ernte. Gedichte aus fünfzehn Jahren" (76; zus. m. F.W. Bernstein), "Wörtersee. Gedichte und Bildergeschichten" (81), "Körper in Cafés" (87), "Reim und Zeit" (90), "Weiche Ziele" (94), "Gedichte 1954-1994" (96), "Lichte Gedichte" (97), "Septemberbuch. Zwanzig Bilder zu zehn Gedichten." (97), "Klappaltar. Drei Hommagen" (98), "Herz in Not" (98), "Berliner Zehner. Hauptstadtgeschichten" (01), "Im Glück und anderswo" (02), "Hell und schnell - 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten" (04; Hrsg. zus. m. Klaus Cäsar Zehrer), "K-Gedichte" (04). "Glück Glanz Ruhm" (83), "Was bleibt. Gedanken zur deutschsprachigen Literatur unserer Zeit" (85), "Was gibt's denn da zu lachen? Kritik der Komiker. Kritik der Kritiker. Kritik der Komik" (88), "Engel, Löwe, Lichtfleck" (88), "Gedanken zum Gedicht" (90), "Wege zum Ruhm. Dreizehn Hilfestellungen für Künstler und eine Warnung" (95), "Vom Schönen, Guten, Baren" (97), "Lobreden auf den poetischen Satz" (98; zus. m. Anne Duden, Peter Waterhouse), "Der letzte Zeichner" (99) "Ein Dreifach-Tusch für Wilhelm Busch" (00), "In Zungen reden. Stimmenimitationen von Gott bis Jandl" (01), "Toscana : Mallorca. Das Leseduell" (02; zus. m. Peter Knorr), "Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche" (02; zus. m. Bernd Eilert u. Peter Knorr), "Lokal-Termin. Autorenlesung" (03), "Das Buch Ewald" (03), "Ostergeschichte" (04)
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