
Die Macht der Bedürfnisse.
Überfluss und Knappheit in der Konsumgesellschaft
Prof. Dr. Marianne Gronemeyer
Sendezeit: So. 26.11.2006, 8.30h
Während uns die von Tag zu Tag dringlicher werdenden Sparappelle im Ohr klingen, die uns eine neue Bescheidenheit auferlegen, während wir uns gerade zu der Einsicht durchringen, dass es bei leeren öffentlichen Kassen und schmaler werdendem privaten Portemonnaie unumgänglich ist, sich einzuschränken, verschafft sich schon eine andere Ermahnung Gehör: dass es nämlich heute erste Bürgerpflicht sei, zu konsumieren, denn nur durch Konsum könne die Wirtschaft wachsen und nur durch Wachstum entstünden die so schmerzlich vermissten Arbeitsplätze. Müssen wir nun sparen oder uns verausgaben? Müssen wir unsere Bedürfnisse ausleben und stimulieren oder streng in ihre Schranken weisen? Wem nützen unsere Bedürfnisse? Und wem verhelfen sie zur Macht? Professor Dr. Marianne Gronemeyer lehrt Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden.
Marianne Gronemeyer, geb. 1941 in Hamburg. Acht Jahre Lehrerin an der Haupt- und Realschule. Zweitstudium der Sozialwissenschaften an den Universitäten Hamburg, Mainz und Bochum. Dissertation: „Motivation und politisches Handeln“, (Hamburg 1976). Von 1971 bis 1977 Friedensforschung an der Universität Bochum im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung. Seit 1987 Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden.