
Zum Verhältnis von Kunst und Naturwissenschaften um 1800.
Wissenschaftlicher Fortschritt und ästhetischer Zweifel
Prof. Dr. Werner Busch
Sendezeit: So. 14.01.2007, 8.30h
Um 1800 wird die Kunst einerseits autonom, indem sie aus traditionellen Bindungen herausfällt und über ihren Gegenstand und seine Behandlung selbst verfügen will. Andererseits ist sie dem Druck ausgesetzt, nicht hinter die neuen Erfahrungen der Naturwissenschaften zurückzufallen. Wird sie damit selbst naturwissenschaftlich? Wie verhalten sich die tradierte Bildersprache und die neue, naturwissenschaftliche Sprachregelung zueinander? Vermittelt die Kunst? Werner Buschs Vortrag reflektiert diese Fragen am Beispiel von Joseph Wright of Derbys Gemälde „Das Tischplanetarium“. Professor Dr. Werner Busch lehrt Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.
Werner Busch, geb. 1944 in Prag, Studium der Kunstgeschichte in Tübingen, Freiburg, Wien und London. Promotion 1973 über William Hogarth. Nach einer kurzen Beschäftigung am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München von 1974 – 1981 wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn. Dort 1980 Habilitation mit einer Arbeit zum deutschen 19. Jahrhundert. Von 1981 1988 Professur für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. 1983 – 1985 Leitung des Funkkollegs „Kunst“. Ab 1988 Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Arbeiten zum holländischen 16. und 17., vor allem aber zum europäischen 18. und deutschen 19. Jahrhundert.