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Die politische Ethik des Aristoteles

Prof. Dr. Peter Weber-Schäfer
Sendezeit: So. 21.01.2007, 8.30h

Zum Vortrag

Aristoteles war nicht nur der Begründer der Politikwissenschaft als einer eigenständigen Disziplin, sondern hat auch über das Mittelalter hinaus bis in die frühe Neuzeit hinein Forschungsmethoden und Fragestellungen der Disziplin geprägt. Erst mit dem allmählichen Verschwinden der Politikwissenschaft aus dem akademischen Kanon und ihrer Ersetzung durch eine juristisch ausgerichtete Staats- und Verwaltungswissenschaft wurde diese beherrschende Stellung gebrochen. Während die neuere Sozialwissenschaft sich weitgehend auf Fragen der exakten Beschreibung sozialer Prozesse und die Bereitstellung effektiver Methoden zur Durchsetzung politisch vorgegebener Ziele konzentriert, könnte eine Wiederbelebung der aristotelischen Fragestellungen die politikwissenschaftliche Diskussion um die angemessenen Ziele politischen Handelns wieder beleben.

Zur Person

Peter Weber-Schäfer, geboren 1935, studierte Japanologie, Sinologie, Ethnologie, Anglistik und Philosophie in München. Er promovierte 1958 mit einer Dissertation zum japanischen No-Spiel. Danach war er als Assistent am Institut für Politische Wissenschaft der Universität München am Lehrstuhl von Eric Voegelin tätig. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University wurde er 1996 mit einer Arbeit über die politische Theologie des alten China habilitiert. Von 1968 bis 2000 lehrte er Politik Ostasiens an der Ruhr-Universität Bochum. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen ist er durch Übersetzungen belletristischer Literatur aus dem Chinesischen und dem Japanischen hervorgetreten.

Ausgewählte Buchveröffentlichungen