
Abschied von Utopia
Prof. Dr. Joachim Fest
Sendezeit: So. 25.03.2007, 8.30h
Im Jahr 1991 blickt Joachim Fest zurück auf die Umwälzungen in den sozialistischen Ländern der vorausgegangenen zwei Jahre. Ihr friedlicher Verlauf stellt den klassischen Revolutionsbegriff in Frage. Ihre Protagonisten hatten keine Utopien, keine suggestiven Gesellschaftsentwürfe. Im Gegenteil, die Massen auf den Straßen wollten offenbar gerade davon loskommen. Woher bezogen die utopischen Systeme ihre Anziehungskraft und woran scheiterten sie? Muss und kann der Mensch in Zukunft ohne Utopien leben?
Der Publizist und Historiker Professor Dr. Joachim Fest war Fernsehchefredakteur beim NDR und von 1973 bis 1993 Herausgeber der FAZ. Er starb im September 2006.
Professor Dr. Joachim Fest, geboren 1926, studierte Jura, Geschichte, Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg, Frankfurt am Main und Berlin. Danach arbeitete er zunächst als Redakteur für den Berliner Sender RIAS. 1961 ging er als Chefdramaturg und stellvertretender Hauptabteilungsleiter Fernsehspiel zum NDR nach Hamburg. Ab 1963 war er dort Chefredakteur und Hauptabteilungsleiter Zeitgeschehen. 1973 erschien der Weltbestseller „Hitler“. Von 1973 bis 1993 war Joachim Fest Herausgeber der FAZ. Sein publizistisches Interesse galt vor allem der historischen Aufarbeitung der deutschen NS-Vergangenheit. Seine Bücher dazu gelten als Standardwerke. Er starb im Jahr 2006.