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Die Philosophie eines Physikers

Prof. Dr. Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker
Sendezeit: So. 01.04.2007, 8.30h

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Carl Friedrich von Weizsäckers Leben und seine Laufbahn als Wissenschaftler durchmaßen ein bewegtes Jahrhundert des allgemeinen Umbruchs auf vielen Ebenen. Früh erkannte er die Verantwortung des Wissenschaftlers für die Folgen seines Tuns. Er hat diese nicht nur in vielen Reden und Publikationen zu Fragen der Natur, der Physik, der Philosophie, Theologie und Politik beschworen, sondern hat diese auch gelebt. Der Physiker und Philosoph Professor Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker lehrte an den Universitäten Göttingen und Hamburg und war von 1970 bis 1980 Dirktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt. 1957 organisierte er den Widerstand von Wissenschaftlern gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr.

Zur Person

Carl Friedrich von Weizsäcker, geboren 1912, studierte von 1929 bis 1933 studierte Physik, Astronomie und Mathematik in Berlin, Göttingen und Leipzig. Zu seinen Professoren zählten unter anderem Werner Heisenberg und Friedrich Hund. 1933 promovierte von Weizsäcker in Leipzig mit einer Arbeit über den „Durchgang schneller Korpuskularstrahlen durch ein Ferromagnetikum“. Diese Arbeit befasst sich mit der Energiebestimmung von Elektronen und Protonen der Höhenstrahlung. Anschließend war er Stipendiat bis 1934 in Kopenhagen unter Niels Bohr. Von Weizsäcker kehrte nach Leipzig zurück und war bis 1936 Assistent bei Heisenberg. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit „der Theorie von Kernmassen“ und leitete dazu die später unter anderem nach ihm benannte „Bethe-Weizsäcker-Formel“ her. Im Juni 1936 habilitierte sich von Weizsäcker an der Universität Leipzig. Im Sommer 1936 verließ er Leipzig und ging nach Berlin an das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik, um dort in der Gruppe von Debye mitzuwirken.
Von 1939 bis 1942 war von Weizsäcker an dem deutschen Atomforschungsprogramm beteiligt, für das beim Heereswaffenamt wegen seiner möglichen Relevanz für den Bau einer Atombombe Geld eingeworben wurde. Er war dann aber erleichtert, als das Scheitern des Programms absehbar war. Ab 1942 bis 1944 wandte er sich wieder wissenschaftlichen astrophysikalischen Problemen zu und nahm eine Professur an der Universität Straßburg an. In den Jahren 1945 bis 1946 befand er sich in amerikanisch-britischer Gefangenschaft im englischen Farm Hall. Anschließend wurde er Leiter der Theoretischen Abteilung am Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen. Carl Friedrich von Weizsäcker ist einer der „Göttinger 18“, jenen Kernforschern, welche sich am 12. April 1957 mit der Unterzeichnung der „Göttinger Erklärung“ gegen eine Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen aussprachen und ausdrücklich erklärten für ein derartiges Programm nicht zur Verfügung zu stehen. Als Konsequenz der „Göttinger Erklärung“ wurde 1959 in Berlin durch von Weizsäcker und andere Wissenschaftler die „Vereinigung Deutscher Wissenschaftler“ (VDW) gegründet. Diese Organisation befasst sich mit dem verantwortlichen Umgang von Wissenschaft und Technologie.
Ab 1957 hatte er einen Lehrstuhl am Philosophischen Seminar der Universität Hamburg inne und war auch dessen Direktor. Außerdem leitete er die VDW Forschungsstelle für Kriegsverhüttung und Ernährungslage der Welt. Einige Jahre übernahm er den Vorsitz des Deutschen Entwicklungsdienstes. 1970 wurde eigens für ihn das Starnberger Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebens-bedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt gegründet, dessen Direktor er bis 1980 war. Nach einer Begegnung mit dem indischen Pandit Gopi Krishna kam es zur Gründung der „Forschungsstelle für westliche Wissenschaft und östliche Weisheit“ einer Gesellschaft, welche sich mit der Verbindung zwischen fernöstlichen Religionen und westlichen Rationalitätsvorstellungen befasste.

Ausgewählte Veröffentlichungen