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Bilder der Gewalt – Gewalt der Bilder

Prof. Dr. Peter Sloterdijk
Sendezeit: So. 01.07.2007, 8.30h

Zum Vortrag

Wie erklärt sich die Allgegenwart von Gewaltdarstellungen in unserer heutigen Massenkultur? Der Vortrag des Philosophen Peter Sloterdijk spannt einen weiten Bogen vom antiken Heldenepos bis zu den unzähligen „heroischen Explosionen“, die sich heute in Filmen, Videos und Computerspielen entladen. Gewalt ist für ihn so etwas wie der Urstoff des menschlichen Machttriebs und die „Illias“ von Homer der Prototyp kriegerischer Gewaltdarstellung. Eine von Zukunftssorgen und Angst um Arbeitsplätze geplagte Jugend lebe heute ihr Bedürfnis nach Gewalt in virtuellen Bildwelten aus, die ihr eine „symbolische Statisfaktion“ ermöglichen. „Was in der aktuellen Gewaltbilderflut erscheint“, so Sloterdijks düstere These, „ist die schreckliche Wahrheit der postmodernen Kondition: dass es für die meisten kein gelungenes Leben mehr geben wird, sondern nur ein gedehntes Scheitern“. Professor Dr. Peter Sloterdijk lehrt Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Seine „Kritik der zynischen Vernunft“ gilt als das meistverkaufte philosophische Buch deutscher Sprache seit 1945.

Zur Person

Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 in Karlsruhe geboren. Schülerjahre und Studium verbrachte er in München; er promovierte mit einer Studie zur Philosophie und Geschichte moderner autobiographischer Literatur an der Universität Hamburg. Er veröffentlichte von 1980 an zahlreiche Arbeiten zu Fragen der Zeitdiagnostik, der Kultur-und Religionsphilosophie, der Kunsttheorie, zur Grundlagenreflexion der therapeutischen Berufe und zu gesellschaftspolitischen Themen. Seit 1992 ist er ordentlich öffentlicher Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung. Er hat Gastprofessuren in Paris, Zürich, Wien und New York wahrgenommen. Weitere Gastprofessuren am Collège International de Philosophie, Paris, an der ETH Zürich, an der Akademie der bildenden Künste, Wien; Frankfurter Poetik Lehrstuhl 1988; 1990/91 Bard Center Fellow, Annandale-on-Hudson, New York.
Seine ”Kritik der zynischen Vernunft”, 1983, 15. Auflage 1999, gilt als das meistverkaufte philosophische Buch deutscher Sprache seit dem Zweiten Weltkrieg. Er erhielt den Ernst Robert Curtius Preis für Essayistik, Bonn, 1993 sowie den Friedrich Merker Preis für Essayistik, München, 2000.
Mit seinem Hauptwerk ”Sphären I”, 1998, und ”Sphären II”, 1999, hat er für die aktuelle Diskussion über Probleme der Globalisierung neue Maßstäbe gesetzt.

Ausgewählte Veröffentlichungen