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Weiterführende Informationen zur Sendung

Obwohl Tod und Sterben in unserer medialen Gesellschaft allgegenwärtig sind, ist das individuelle Sterben mehr als früher tabuisiert und entfremdet. Gleichzeitig führen die neuen medizinischen Lebensverlängerungsmöglichkeiten dazu, dass viele Menschen am Lebensende ihre Autonomie verlieren. Wie, mit welchen Mitteln und wie lange soll ein Mensch durch medizinische Maßnahmen am Leben erhalten werden? Wie kann er über sein Sterben bestimmen? Weder die geltenden Gesetze noch das Grundgesetz enthalten genaue Normen zum Umgang mit Tod und Sterben.
Die beiden Vorträge dieser Sendung beleuchten die verfassungsrechtlichen Aspekte der Situation Sterbender in Deutschland und die vieldiskutierte Frage der Sterbehilfe im internationalen Vergleich. Klaus Kutzer war bis 2001 Vorsitzender Richter des 3.Strafsenats des Bundesgerichtshofs. Für seinen Einsatz für die Hospitzbewegung wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Professor Dr. Wolfgang van den Daele lehrt Soziologie an der Freien Universität Berlin. Er ist Direktor der Abteilung „Zivilgesellschaft und transnationale Netzwerke“.

Referent Klaus Kutzer





Sterben in Deutschland aus Sicht der Verfassung

Klaus Kutzer
Sendezeit: So. 09.12.2007, 8.30h

Zur Person

Klaus Kutzer, geb. 1936 in Breslau

1956 – 1961

Studium der Rechtswissenschaften in Münster und Kiel

1961 – 1965

juristisches Referendariat in Nordrhein-Westfalen

1965 – 1969

Staatsanwalt und Richter in Nordrhein-Westfalen

1969 – 1972

Bundesministerium der Justiz in Bonn

1972 – 1975

Bundesanwaltschaft in Karlsruhe

1975 – 1981

Leitender Oberstaatsanwalt (Leiter der Staatsanwaltschaft) in Göttingen

1982 – 1995

Richter am Bundesgerichtshof im 3. Strafsenat, im Senat für Anwaltssachen und im Senat für Steuerberatersachen

1995 – 2001

Vorsitzender des 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofs

30. Juni 2001

Pensionierung

2001

Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes durch Bundespräsident Rau

1999 – 2004

Mitglied des Ausschusses der Bundesärztekammer für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen

2003

Bestellung zum Leiter der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Patientenautonomie am Lebensende“ des Bundesjustizministeriums

2006

Referent des 66. Deutschen Juristentags zu Patientenautonomie und Strafrecht bei der Sterbebegleitung

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Strafrechtliche Grenzen der Sterbehilfe. In: Neue Zeitschrift für Strafrecht. Verlag C.H. Beck München, März 1994, S. 110 ff.
  • Rechtliche und rechtspolitische Aspekte einer verbesserten Schmerzbekämpfung. In: Festschrift für Hannskarl Salger. Carl Heymanns Verlag, Köln,1995
  • Bewältigung von SED- und Stasi-Vergangenheit im Anwaltsrecht. In: Festschrift für Walter Odersky. Walter de Gruyter Verlag Berlin, 1996
  • Sterbehilfeproblematik in Deutschland. In: Medizinrecht. Verlag C.H. Beck München, Februar 2001, S. 77 ff.
  • Embryonenschutzgesetz - Wertungswidersprüche zu den Regelungen bei In: Schwangerschaftsabbruch, Früheuthanasie, Sterbehilfe und Transplantation. Medizinrecht. Verlag C.H. Beck München, Januar 2002, S. 24 ff.
  • Juristische Aspekte der Biotechnologie, der Gentechnologie und der Stammzellforschung. In: Der Internist. Springer-Verlag Berlin/Heidelberg, August 2002, S. M 196 ff.
  • Maximale Schmerztherapie und ihre Abgrenzung vom Tötungsdelikt. In: Gedächtnisschrift für Ellen Schlüchter. Carls Heymanns Verlag, Köln, 2002
  • Die Auseinandersetzung mit der aktiven Sterbehilfe. In: Zeitschrift für Rechtspolitik. Verlag C.H. Beck, München, Juni 2003, S. 209 ff.
  • Probleme der Sterbehilfe. In: Familie Partnerschaft Recht. Verlag C.H. Beck, München, Dezember 2004, S. 683 ff.
  • Sterbehilfe – rechtliche und ethische Aspekte. In: Deutsche Richter Zeitung. Carl Heymanns Verlag, Köln, September 2005, S. 257 ff.
  • Forensische Aspekte des Rechts auf Schmerzbehandlung. In: Grundlagen der Speziellen Schmerztherapie, Junker/Nolte (Hrsg.). Verlag Urban & Vogel, München, 2005
  • Die derzeitige Rechtsprechung auf dem Prüfstand: Kann die Unterscheidung zwischen ‚Normalpatient’ und Suizidpatient Bestand haben? In: Suizid und Suizidversuch, Wolfslast/Schmidt  (Hrsg.). C.H. Beck Verlag, München, 2005
  • Patientenverfügung: Ausdruck der Selbstbestimmung – Auftrag zur Fürsorge Meier/Borasio/Kutzer (Hrsg.). Verlag Kohlhammer, Stuttgart, 2005
  • Möglichkeiten und Grenzen der Sterbehilfe in Deutschland aus juristischer Sicht. In: Münchner Medizinische Wochenschrift
    Verlag Urban & Vogel, München, Mai 2006 (Nr. 20) S. 39 ff.
  • Patientenautonomie und Strafrecht bei der Sterbebegleitung. In: Verhandlungen des 66. Deutschen Juristentages Stuttgart 2006, Band II/1. C.H. Beck Verlag, München, 2006
  • Patientenautonomie und Strafrecht – aktive und passive Sterbehilfe. In: Familie Partnerschaft RechtVerlag C.H. Beck, München, März 2007, S. 59 ff.

Referent Prof. Dr. Wolfgang van den Daele




Tod und Sterbehilfe im internationalen Vergleich

Prof. Dr. Wolfgang van den Daele
Sendezeit: So. 09.12.2007, 8.30h

Zur Person

Wolfgang van den Daele studierte Rechtswissenschaft und Philosophie in Hamburg, Tübingen und München. Nach seinem Studium forschte er unter anderem am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Später wurde er Direktor der Abteilung "Zivilgesellschaft und transnationale Netzwerke" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Heute ist er Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Von 1985 bis 1987 war Wolfgang van den Daele Mitglied der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zu Chancen und Risiken der Gentechnologie, von 1998 bis 2000 Mitglied des Ethikbeirates des Bundesministeriums für Gesundheit. 2001 wurde er auf Beschluss des Bundeskabinetts zum Mitglied des Nationalen Ethikrates auf Beschluss des Bundeskabinetts berufen.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Mensch nach Maß. Beck Verlag, München, 1985
  • Die Kontrolle der Forschung am Menschen durch Ethikkommissionen. (zus. mit Heribert Müller-Salomon). Nomos Verlag, Baden-Baden, 1990
  • Kommunikation und Entscheidung. Politische Funktionen öffentlicher Meinungsbildung und diskursiver Verfahren. (zus. mit Friedhelm Neidhardt, HG.): WZB-Jahrbuch 1996, edition sigma Berlin, 1996
  • Grüne Gentechnik im Widerstreit. Modell einer partizipativen Technikfolgenabschätzung zum Einsatz transgener herbizidresistenter Pflanzen. (zus. mit Alfred Pühler und Herbert Sukopp, Hg.). VCH Verlag, Weinheim, 1996
  • Biopolitik. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2005
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