
Raum – Fiktion der Architektur
Prof. Dietmar Eberle
Sendezeit: So. 08.06.2008, 8.30h
Bis ins 19. Jahrhundert sind es gesellschaftliche Wertvorstellungen, die für das Architektur- und Raumverständnis bestimmend sind. Erst im 20. Jahrhundert wird der Raum zum Dreh- und Angelpunkt des architektonischen Diskurses. Vor dem Hintergrund der Einstein’schen Relativitätstheorie beginnt man, den Raum als Ausschnitt eines räumlich vorhandenen Kontinuums zu begreifen. Die Fokussierung des 20. Jahrhunderts auf den Raumbegriff, die heute in der Debatte um den digitalen Raum ihre Fortsetzung findet, hat allerdings dazu geführt, dass das wahrnehmbare Wesen der Architektur, ihre materiellen Bedingtheiten, zunehmend aus dem Blickfeld geraten ist. Professor Dietmar Eberle lehrt Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und ist Leiter des dortigen Wohnbauforums.