Weiterführende Informationen zur Sendung

Doping im Leistungssport - soziologisch betrachtet
Prof. Dr. Karl-Heinrich Bette
Sendezeit: So. 28.09.2008, 8.30h
Erstausstrahlung: So. 26.09.2004, 8.30h
Zum Vortrag
Meldungen über Dopingvergehen gehören heute zur tagtäglichen Routine der Sportberichterstattung. Jede sportliche Höchstleistung muss es sich gefallen lassen, automatisch unter Dopingverdacht gestellt zu werden. Aber trotz flächendeckender Normverstöße wird Doping nach wie vor dem Fehlverhalten einzelner Menschen zugeschrieben. Sowohl der organisierte Sport als auch die an der Problemerzeugung mitbeteiligten Akteure aus Wirtschaft, Politik und Massenmedien tun so, als ob sie mit dem Dopingthema nichts zu tun hätten. Dabei werden die Handlungszwänge und -verstrickungen der Betroffenen ausgeblendet. Karl-Heinrich Bette zeigt auf, wie sehr die Dopingverwendung durch den sozialen Kontext mitbeeinflusst wird, in dem der zeitgenössische Spitzensport stattfindet. Eine wirksame Dopingbekämpfung müsste in all jene Bereichen hineinreichen, die Anteil an der Veränderung des Risikoprofils spitzensportlicher Karrieren haben.
Zur Person
Karl-Heinrich Bette, geboren 1952 |
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1972-1976 |
Studium der Sportwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Deutschen Sporthochschule Köln, der Universität zu Köln und der TH Aachen |
1977-1978 |
Master of Arts (Soziologie) an der University of Illinois at Urbana-Champaign |
1978-1981 |
Wiss. Angestellter am Forschungsinstitut für Soziologie der Universität zu Köln |
1982 |
Promotion zum Dr. Sportwiss. an der Deutschen Sporthochschule Köln |
1982-1988 |
Hochschulassistent am Pädagogischen Seminar der DSHS Köln |
1988 |
Habilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln |
1991-1992 |
Lehrstuhlvertretung am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Univ. Kiel |
1992-2002 |
Professor für Sportwissenschaft (C3) an der Universität Heidelberg |
ab 2002 |
Professor für Sportwissenschaft (C4) an der Technischen Universität Darmstadt |
ab Okt. 2003 |
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaft der TU Darmstadt |
Forschungsschwerpunkte: Sportsoziologie, Soziologie des Körpers, neuere soziologische Systemtheorie |
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Ausgewählte Veröffentlichungen
- Körperspuren. Zur Semantik und Paradoxie moderner Körperlichkeit. de Gruyter Verlag, Berlin und New York, 1989
- Doping im Leistungssport – sozialwissenschaftlich beobachtet (Hrsg.). Naglschmid Verlag, Stuttgart, 1993
- Doping im Hochleistungssport. Anpassung durch Abweichung (zus. mit Uwe Schimank). Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag, Frankfurt /Main, 1995
- Coping mit Doping: die Sportverbände im Organisationsstreß (zus. mit Uwe Schimank). In: Sportwissenschaft, 26. Jg., Heft 4, 357-382, 1996
- Systemtheorie und Sport. Suhrkamp Verlag, Frankfurt /Main, 1999
- Eigendynamiken der Abweichung. Doping und Terrorismus im Vergleich. (zus. mit Uwe Schimank). In: Eigenwilligkeit und Rationalität sozialer Prozesse. (Hrsg.: Jürgen Gerhards und Ronald Hitzler). Westdeutscher Verlag, Opladen, 1999, S. 316-335
- Doping als Konstellationsprodukt. Eine soziologische Analyse (zus. mit Uwe Schimank). In: Doping. Spitzensport als gesellschaftliches Problem (Hrsg: Michael Gamper, Jan Mühlethaler und Felix Reidhaar.). NZZ Verlag, Zürich, 2000, S. 91-112
- Kollektive Personalisierung: strukturelle Defizite im Dopingdiskurs. In: Spitzensport. Chancen und Probleme (Hrsg.: Helmut Digel). Verlag Karl Hofmann, Schorndorf, 2001, S. 26-42
- Biographische Risiken und Doping. In: Doping im Sport (Hrsg.: Helmut Digel und Hans-Hermann Dickhuth). Attempto Verlag, Tübingen, 2002, S. 140-152
- Biographische Dynamiken im Leistungssport. Möglichkeiten der Dopingprävention im Jugendalter (zus. mit Uwe Schimank, Dominik Wahlig, Ulrike Weber). Verlag Sport & Buch Strauß, Köln, 2002
- X-treme. Zur Soziologie des Abenteuer- und Risikosports. Transcript Verlag, Bielefeld, 2004
- Körperspuren. Zur Semantik und Paradoxie moderner Körperlichkeit. Transcript Verlag, Bielefeld, 2005
- Die Dopingfalle. Soziologische Betrachtungen (zus. mit Uwe Schimank). Transcript Verlag, Bielefeld, 2006

