
Horrorkids? Ursachen der Gewalt
Prof. Adolf Gallwitz
Sendezeit: So. 25.01.2009, 8.30h
Erstausstrahlung: So. 27.10.2002
Seit den Morden von Meißen und Bad Reichenhall und dem Schock von Erfurt werden Delinquenz und Gewaltbereitschaft junger Menschen in Deutschland mit großer Besorgnis betrachtet. Subjektive Erklärungen beziehen sich auf die Perspektivlosigkeit von arbeitslosen Jugendlichen, soziale Kälte und Anonymität der modernen Industriegesellschaften, die nachlassende Erziehungskraft von Schule und Familie, negative Einflüsse der Massenmedien und Persönlichkeits- oder Drogenprobleme. Wie hoch ist die Zahl jugendlicher Straftäter tatsächlich? Und wie soll diesem Problem begegnet werden? Patentlösungen gibt es nicht; neue Konzepte sind gefragt.
Adolf Gallwitz studierte Erziehungswissenschaften, Medizin, Psychologie. Von 1976 bis 1978 verwaltungswissenschaftlicher Assistent an der Universitäts-Nervenklinik Erlangen. Er war von 1978 bis 1982 Dozent und Fachgebietsleiter für Sozialwissenschaften an der Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik in Mannheim, Lehrstuhlvertretung an der Bayer. Beamtenfachhochschule im Wintersemester 1982. Er war Leiter der Teileinheit Klinische Psychologie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm von 1982 bis 1985. Austauschwissenschaftler bei verschiedenen Forschungseinrichtungen und Bundesbehörden in den USA von 1985 bis 1987, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Flugmedizinischen Institut der Bundeswehr von 1987 bis 1990 und von 1990 bis 1992 wissenschaftlicher Direktor am Zentrum Innere Führung Koblenz, seit 1992 Professor für Psychologie und Soziologie an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen und Prodekan im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. Außerdem Tätigkeit als psychologischer Berater bei Polizeieinsätzen (Geiselnahmen, Erpressungen u.ä.) und als psychologischer Gutachter. Spezialisiert auf die Erstellung von Täterprofilen.